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US-amerikanischer Bischof: GER foerderte Bemuehen um Verstaendnis


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Date 31 Oct 2000 04:32:52

Erster Jahrestag der Unterzeichnung der Gemeinsamen Erklaerung zur
Rechtfertigungslehre

Chicago (USA)/Genf, 31. Oktober 2000 (LWI) - Die Gemeinsame Erklaerung zur
Rechtfertigungslehre (GER) am 31. Oktober 1999 in Augsburg, Deutschland,
habe in den Vereinigten Staaten erneute Bemuehungen um Verstaendnis zwischen
LutheranerInnen und KatholikInnen angeregt. Dies erklaerte der Leitende
Bischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Amerika (ELKA), H. George
Anderson, gegenueber der in Genf erscheinenden Lutherischen Welt-Information
(LWI) aus Anlass des ersten Jahrestages der Unterzeichnung der GER.

Die offizielle und feierliche Bestaetigung der GER durch VertreterInnen des
Lutherischen Weltbundes (LWB) und der roemisch-katholischen Kirche am 31.
Oktober werde von den US-amerikanischen LutheranerInnen als ein "Anfang und
nicht als Ziel" betrachtet, betonte Anderson, der als einer der
LWB-VizepraesidentInnen zu den acht VertreterInnen des Lutherischen
Weltbundes gehoerte, die die GER in Augsburg unterzeichneten. An vielen
Orten in den Vereinigten Staaten sei im letzten Jahr der bisher erreichte
Konsens im oekumenischen Dialog in Gottesdiensten gefeiert worden.

In der Folge der feierlichen Bestaetigung der GER haetten sich, so der
Leitende Bischof der 5,2 Millionen Mitglieder zaehlenden LWB-Mitgliedskirche
in den USA, theologische Konsultationen mit der Bedeutung der Gemeinsamen
Erklaerung zur Rechtfertigungslehre fuer den zukuenftigen Dialog
auseinandergesetzt. Die lutherisch/roemisch-katholische Dialogkommission
fuehle sich durch diese Uebereinkunft ermutigt und werde auf dieser
Grundlage weiter aufbauen. So seien, erklaerte Anderson, Studienmaterialien
fuer die Verwendung in Gemeinden und theologischen Seminaren ist in
Vorbereitung.

Bereits 1999 hatte Bischof Anderson in einer Presseerklaerung vor der
damaligen Unterzeichnungszeremonie festgestellt: "...durch die Bestaetigung,
dass in diesem zentralen Artikel des christlichen Glaubens Uebereinstimmung
besteht, haben unsere beiden Kirchen eine Bruecke geschlagen ueber eine
theologische Kluft, die uns fast 500 Jahre lang voneinander trennte." Er
hoffe, so der Bischof der ELKA, dass der theologische Durchbruch in der
Zukunft weitere Uebereinkuenfte nach sich ziehen werde.

Mit der Unterzeichnung der GER am 31. Oktober 1999 in Augsburg erzielten
LutheranerInnen und KatholikInnen nach einem ueber 30jaehrigen Dialog ein
historisches Uebereinkommen in einem Lehrstreit, der entscheidend zur
Kirchenspaltung des 16. Jahrhunderts beigetragen hatte.

Beide Dialogpartner bestaetigten in der GER, dass die damaligen
Lehrverurteilungen die jeweilige Lehre der Partner, wie sie in diesem
Dokument dargestellt ist, nicht treffen. Zum ersten Mal in ihrer Geschichte
stimmte die katholische Kirche damit offiziell und verbindlich einem
Dialogergebnis zu. Das Ziel des Dialogs zwischen den Konfessionen ist nicht
die Uniformitaet, sondern eine Einheit in bereichernder Vielfalt.

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Der Lutherische Weltbund (LWB) ist eine Gemeinschaft lutherischer Kirchen
weltweit. 1947 in Lund (Schweden) gegruendet, zaehlt er inzwischen 131
Mitgliedskirchen, denen knapp 59,5 der weltweit 63,1 Millionen
LutheranerInnen in 72 Laendern angehoeren.

Das LWB-Sekretariat befindet sich in Genf (Schweiz). Das ermoeglicht eine
enge Zusammenarbeit mit dem Oekumenischen Rat der Kirchen (OeRK) und anderen
weltweiten christlichen Organisationen. Der LWB handelt als Organ seiner
Mitgliedskirchen in Bereichen gemeinsamen Interesses, z. B. oekumenische
Beziehungen, Theologie, humanitaere Hilfe, Menschenrechte, Kommunikation und
verschiedene Aspekte von Missions- und Entwicklungsarbeit.

Die LUTHERISCHE WELT-INFORMATION (LWI) wird als Informationsdienst des
Lutherischen Weltbundes (LWB) herausgegeben. Veroeffentlichtes Material
gibt, falls dies nicht besonders vermerkt ist, nicht die Haltung oder
Meinung des LWB oder seiner Arbeitseinheiten wieder. Die mit "LWI"
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