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Slavkov (Austerlitz) verlieh Ehrenbuergerschaft an LWB-Generalsekretaer


From franki@elca.org
Date 07 Nov 2000 04:48:39

Dr. Ishmael Noko besuchte tschechische LutheranerInnen

Slavkov (Tschechische Republik)/Genf, 7. November 2000 (LWI) - Waehrend
seines Besuchs in der Tschechischen Republik wurde dem Generalsekretaer
des Lutherischen Weltbundes (LWB), Dr. Ishmael Noko, am 7. Oktober die
Ehrenbuergerschaft der Stadt Slavkov (Austerlitz) verliehen. In der
Begruendung hiess es, Dr. Noko habe sich in herausragender Weise fuer
Versoehnung und Frieden eingesetzt. Dies sei vor allem in seinem
Engagement fuer die 1999 vom LWB und der katholischen Kirche
unterzeichnete Gemeinsame Erklaerung zur Rechtfertigungslehre (GER)
deutlich geworden, so der Buergermeister von Slavkov, Petr Kostik. 

In seinen Dankesworten betonte Dr. Noko, dass der ueber 30jaehrige
oekumenische Dialog, der zur Unterzeichnung der GER gefuehrt habe, ein
Prozess der Versoehnung gewesen sei. Er werde sich auch in Zukunft, so
versicherte der LWB-Generalsekretaer, fuer Versoehnung und Frieden
einsetzen. Sein Engagement gelte der Versoehnung und dem Frieden sowohl
innerhalb der Kirchen, Konfessionen und Nationen als auch zwischen
ihnen. 

Der LWB-Generalsekretaer besuchte gemeinsam mit Pfr. Dr. Olli-Pekka
Lassila, Europareferent der LWB-Abteilung fuer Mission und Entwicklung,
vom 5. bis 8. Oktober die Schlesische Evangelische Kirche Augsburgischen
Bekenntnisses in der Tschechischen Republik (SEKAB). Am 7. Oktober nahm
er an der 5. Oekumenischen Jubilaeumstagung der Versoehnungsinitiative
von Slavkov teil, die unter dem Thema "Autoritaet in einer Kirche als
Geschenk des Amtes" stand. 

Seit 1996 veranstaltet die Versoehnungsinitiative von Slavkov jaehrliche
oekumenische Begegnungen, um den Dialog unterschiedlicher christlicher
Kirchen und gesellschaftlicher Organisationen der Tschechischen Republik
mit der Oeffentlichkeit zu ermoeglichen. Die Beteiligten sollen dabei
die zwischen ihnen stehenden Probleme benennen und diskutieren.
Weiterhin verfolgt die Initiative das Ziel, zwischenmenschliche
Beziehungen wieder fuer christliche Werte zu oeffnen. Zum Abschluss der
Tagung fand ein oekumenischer Gottesdienst im katholischen Dom von
Slavkov statt, an dem neben dem LWB-Generalsekretaer auch Bischof
Vladislav Volny von der SEKAB, der katholische Bischof Vojtech Cikrle
aus Brno (Bruenn), der katholische Bischof Jaroslav Skarvada aus Prag
und der Praesident des Oekumenischen Kirchenrates in der Tschechischen
Republik, Pavel Smetana, teilnahmen. 

Im 20 km oestlich von Brno gelegenen Dorf Slavkov (Austerlitz) fand am
2. Dezember 1805 die sogenannte Dreikaiserschlacht zwischen der Armee
Napoleons I. und den Armeen des oesterreichischen Kaisers Franz II. und
des russischen Zaren Alexander I. statt. Im Schloss von Austerlitz wurde
nach dem Sieg Napoleons ein Waffenstillstand unterzeichnet. 

Zu Beginn seiner Reise besuchte LWB-Generalsekretaer Noko die
Paedagogische Fakultaet der Universitaet von Ostrava. Die 1991
gegruendete Universitaet unterhaelt in Kooperation mit der evangelischen
Kirche seit 1993 ein Institut fuer Religionspaedagogik. Bisher haben 27
StudentInnen ihre Ausbildung erfolgreich abgeschlossen. Sie sind
berechtigt, an oeffentlichen wie auch kirchlichen Schulen Religion zu
lehren. Zur Zeit sind am Institut 46 StudentInnen eingeschrieben. 

Dr. Noko betonte gegenueber Dr. Janacek Zbynek, Dekan der paedagogischen
Fakultaet, die oekumenische Bedeutung der Fakultaet und ihres Instituts
fuer Religionspaedagogik. Am Institut studieren sowohl lutherische als
auch katholische, adventistische und baptistische StudentInnen sowie
VertreterInnen weiterer Konfessionen. Dr. Noko unterstrich die
Bereitschaft des LWB, die Ausbildung am Institut durch die Vergabe von
Stipendien und die Foerderung von Austauschprogrammen zu unterstuetzen. 

Am 6. Oktober nahm der LWB-Generalsekretaer an der Pfarrerkonferenz der
schlesischen evangelischen Kirche teil, zu der auch lutherische
PfarrerInnen aus Polen, der Slowakei und aus der Lutherischen
Evangelischen Kirche A.B. in der Tschechischen Republik angereist waren.
In einem Vortrag stellte Dr. Noko die Schwerpunkte der Arbeit des
Lutherischen Weltbundes vor. Er betonte, dass die Missionsaufgabe der
lutherischen Kirche in der Tschechischen Republik eine gemeinsame
Herausforderung fuer die ganze weltweite lutherische Familie sei. Eine
grosse Bedeutung habe die Arbeit der Kirchen in der Tschechischen
Republik, so Noko, fuer die Herausbildung einer funktionierenden
Zivilgesellschaft.

Weiterhin besuchte der LWB-Generalsekretaer diakonische Einrichtungen
der lutherischen Kirche. Die 1990 gegruendete Schlesische Diakonie kann
auf eine beeindruckende Entwicklung verweisen, betonte Olli-Pekka
Lassila gegenueber LWI im Anschluss an die Besuchsreise. Inzwischen
betreuen ueber 250 MitarbeiterInnen der Schlesischen Diakonie in
zahlreichen Einrichtungen SeniorInnen, Behinderte, Asylsuchende und
Opfer von Verbrechen.

Die Schlesische Evangelische Kirche Augsburgischen Bekenntnisses in der
Tschechischen Republik hat rund 40.000 Mitglieder und ist seit 1956
Mitgliedskirche des LWB. 

*       *       *

Der Lutherische Weltbund (LWB) ist eine Gemeinschaft lutherischer
Kirchen weltweit. 1947 in Lund (Schweden) gegruendet, zaehlt er
inzwischen 131 Mitgliedskirchen, denen knapp 59,5 der weltweit 63,1
Millionen LutheranerInnen in 72 Laendern angehoeren.

Das LWB-Sekretariat befindet sich in Genf (Schweiz). Das ermoeglicht
eine enge Zusammenarbeit mit dem Oekumenischen Rat der Kirchen (OeRK)
und anderen weltweiten christlichen Organisationen. Der LWB handelt als
Organ seiner Mitgliedskirchen in Bereichen gemeinsamen Interesses, z. B.
oekumenische Beziehungen, Theologie, humanitaere Hilfe, Menschenrechte,
Kommunikation und verschiedene Aspekte von Missions- und
Entwicklungsarbeit.

Die LUTHERISCHE WELT-INFORMATION (LWI) wird als Informationsdienst des
Lutherischen Weltbundes (LWB) herausgegeben. Veroeffentlichtes Material
gibt, falls dies nicht besonders vermerkt ist, nicht die Haltung oder
Meinung des LWB oder seiner Arbeitseinheiten wieder. Die mit "LWI"
gekennzeichneten Beitraege koennen kostenlos mit Quellenangabe
abgedruckt werden.

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