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Generalsynode der VELKD lehnt verbrauchende Embryonenforschung ab


From "Frank Imhoff" <FRANKI@elca.org>
Date Tue, 23 Oct 2001 11:46:17 -0500

Politik hat Vorrang vor jeglicher militaerischer Aktion

Bueckeburg (Deutschland)/Genf, 23. Oktober 2001 (LWI) - Die
Generalsynode der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche
Deutschlands (VELKD) hat auf der heute, 23. Oktober, zu Ende gehenden
Tagung in Bueckeburg, Deutschland, in einer Stellungnahme zu Fragen
der Bioethik den Grundsatz betont, "dass bereits der menschliche
Embryo eine Wuerde hat". Deshalb muesse der Embryo "allen
willkuerlichen Zugriffen entzogen sein". In dem Beschluss lehnt die
Generalsynode die verbrauchende Embryonenforschung, das Klonen von
Menschen sowie Keimbahnmanipulationen ab. Wegen der "grossen
Missbrauchsmoeglichkeiten" lehnt sie ferner "zum gegenwaertigen
Zeitpunkt eine gesetzliche Zulassung der Praeimplantationsdiagnostik
(PID) ab".

Die Beratungen der Generalsynode, die vom 20. bis 23. Oktober in
Bueckeburg tagte, fanden unter dem Thema "Evangelisches Profil als
Ausdruck von Freiheit und Verbindlichkeit" statt. Im Hintergrund
stand der Entwurf der "Leitlinien kirchlichen Lebens" der VELKD, die
in den naechsten Monaten in den Gliedkirchen diskutiert werden und
auf der naechsten Tagung der Generalsynode im Oktober 2002 in
Bamberg, Deutschland, abschliessend beraten werden sollen. Die
Generalsynode nehme die Erwartungen der Gesellschaft nach
Orientierung ernst. Mit den "Leitlinien" sollten "Orientierung fuer
die christliche Lebensgestaltung in einer von Pluralitaet gepraegten
Gesellschaft und Klaerung sowie Verstaendigung ueber Grundfragen
christlichen Glaubens und Handelns angeboten werden". Die
"Leitlinien" seien in manchen Punkten offen formuliert, weil nach
evangelisch-lutherischem Verstaendnis Orientierung "nie absolut,
sondern immer auch zeitgebunden" gefunden werden koenne.

Die Synodalen haben die christlichen Kirchen dazu aufgefordert, "ein
unuebersehbares Zeichen zu setzen, indem sie am Pfingstmontag als
einem Feiertag der Oekumene, verstaerkt gemeinsame Wortgottesdienste
feiern und um den Heiligen Geist beten". An die roemisch-katholische
Deutsche Bischofskonferenz wurde die Bitte gerichtet, am
Pfingstmontag, "der kein weltweiter katholischer Feiertag ist, den
Gemeinden ihrer Dioezesen die Moeglichkeit zu eroeffnen, sich im
Einklang mit ihrer Kirche an diesen gemeinsamen Gebetsgottesdiensten
zu beteiligen".

Die Generalsynode ermutigte evangelische und katholische ChristInnen,
"schon gelebte Gemeinschaft zu staerken beziehungsweise das
Miteinander auf allen Ebenen zu entwickeln durch gegenseitige
Konsultationen, Besuche, Beratung und Briefe, durch das Gebet
fuereinander, gemeinsame Gottesdienste sowie gemeinsame Einweihungs-
und Segnungshandlungen". Solange die Kirchengemeinschaft noch nicht
vollendet sei, heisst es in der Entschliessung, sollten sich die
Kirchen gegenseitig oeffentliche Zeichen der Wertschaetzung und der
Verbundenheit geben, indem bei Gottesdiensten zur Uebertragung
kirchlicher Dienste, zum Beispiel Ordinationen und Einfuehrungen
beziehungsweise Weihen von Geistlichen, VertreterInnen der jeweils
anderen Kirche eingeladen werden und ein Gruss- oder Segenswort
sprechen. Bestehende Unterschiede zwischen den christlichen Kirchen
muessten eine enge Zusammenarbeit in bestimmten Handlungsfeldern
nicht behindern.

In einer Entschliessung zeigen sich die 62 Mitglieder der
Generalsynode der VELKD "bestuerzt" ueber die Nachrichten, die sie
aus den lutherischen Gemeinden Palaestinas, insbesondere aus
Bethlehem erhielten. Der Praesident der Generalsynode wurde gebeten,
dem Bischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Jordanien, Munib
A. Younan, die Verbundenheit der VELKD mit den lutherischen
ChristInnen in der Region zum Ausdruck zu bringen.

Weiterhin hat sich die Generalsynode ein Votum der Bischofskonferenz
der VELKD vom 20. Oktober 2001 zur Lage nach Terroranschlaegen in den
USA unter der dem Titel "Menschen schuetzen, Gewalt ueberwinden" zu
eigen gemacht. Darin wird u.a. die Notwendigkeit der Aechtung
jeglicher terroristischer Handlungen unterstrichen sowie der Vorrang
der Politik, des Dialogs und der humanitaeren Hilfe vor jeglicher
militaerischer Aktion bekraeftigt.

Die Vereinigte Evangelisch-Lutherische Kirche Deutschlands (VELKD)
ist ein Zusammenschluss von acht Landeskirchen. Ihr gehoeren an:
Bayern, Braunschweig, Hannover, Mecklenburg, Nordelbien, Sachsen,
Schaumburg-Lippe und Thueringen. Die VELKD repraesentiert rund 11
Millionen Gemeindeglieder. Leitender Bischof ist Bischof Dr. Hans
Christian Knuth (Schleswig), Landesbischof Hermann Beste (Schwerin)
sein Stellvertreter. (564 Woerter)

(Ein Beitrag von Udo Hahn, Pressesprecher der VELKD in Hannover.)

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