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ORK-Delegation - UN-Klimakonferenz in Marrakesch


From "Sheila Mesa" <smm@wcc-coe.org>
Date Fri, 26 Oct 2001 10:42:54 +0100

Okumenischer Rat der Kirchen
Pressemitteilung, PR-01-39
zur Veroffentlichung frei
26. Oktober 2001

UN-Klimakonferenz in Marrakesch:

ORK-Delegation veranstaltet christlich-muslimisches Kolloquium
zum Thema Religion und Umwelt

Vgl. ORK-Feature, Feat-01-10, 30. Juli 2001
Vgl. ORK-Pressemitteilung, PR-01-24, 16. Juli 2001
Vgl. ORK-Pressemitteilung, PR-01-14, 15. Juni 2001

Auch dieses Mal wird der Okumenische Rat der Kirchen (ORK) durch
eine Delegation vertreten sein, wenn sich vom 29. Oktober bis 9.
November Regierungsvertreter- und vertreterinnen der Welt zur
nunmehr siebten UN-Klimakonferenz (COP) treffen.  

Die Delegationsmitglieder wollen bei dem Klimagipfel in
Marrakesch, Marokko, einen besonderen Schwerpunkt auf den
interreligiosen Dialog zwischen Muslimen und Christen zum Thema
Umwelt und Religion legen.  

Unter anderem wird die ORK-Delegation im Rahmen der Konferenz in
Marrakesch am Samstag, 3. November, von 9 bis 17 Uhr im Hotel
Kenzi Farah, Avenue du President Kennedy, ein Kolloquium zum
Thema Religion und Umwelt abhalten. Der Schwerpunkt soll dabei
speziell auf den muslimischen und christlichen Ansatzen zu
Umweltfragen und Klimawandel liegen. Vortrage, Podiums- und
Plenardiskussionen wahrend des Kolloquiums sollen zum Nachdenken
daruber anregen, wie Christen und Muslime gemeinsam daran
mitwirken konnen, der Bedrohung und den Folgen des Klimawandels
zu begegnen und dagegen anzugehen.  

Redner sind unter anderem Ahmed El Khamlichi, Direktor der Dar
El Hadith El Hassania, Royal Palace aus Rabat zum Thema
"Muslimische Perspektiven zu Umwelt und Klimawandel" und Vater
Henri Madelin, Herausgeber von ETUDES, aus Paris, zum Thema
"Umwelt und Klimawandel aus christlicher Sicht". Zur
Podiumsdiskussion am Nachmittag sind Vertreter und Vertreterinnen
der Regierungsdelegationen aus Schweden, Indonesien, Marokko und
Argentinien eingeladen.  

Bislang hat die ORK-Delegation bei jeder Klimakonferenz zusammen
mit lokalen und nationalen Glaubensgemeinschaften und religiosen
Gruppen Workshops und okumenische Gottesdienste veranstaltet. Fur
David Hallman, Leiter der ORK-Delegation auf dem Klimagipfel, ist
die Beschaftigung mit dem Klimawandel eine unerlassliche Aufgabe
der Religionen und Kirchen: "Das Engagement der Kirchen beruht
auf unserem Glauben, dass Gott diese Welt geschaffen hat und dass
er sie liebt. Wir glauben, dass Gott will, dass die Menschen, die
ein integraler Bestandteil der Schopfung sind, in einer
zutraglichen Beziehung zur ubrigen Schopfung leben und nicht
Zerstorungen anrichten, die Arten, Okosysteme und in der Tat
viele Menschen gefahrden."  

Der ORK ist der Ansicht, dass fur die schwer wiegenden
Klimaveranderungen die industrialisierten Lander die
moralische Hauptverantwortung tragen. Vor allem die armeren
Lander sind in einem besonderen Masse verwundbar. Betroffen
von den Folgen des Klimawandels sind zudem die zukunftigen
Generationen. Fur den ORK ergibt sich daraus die Pflicht, auch in
der Verminderung der Ursachen eine Vorreiterrolle zu spielen:
"Das ist eine Frage der Umwelt-Gerechtigkeit (eco-justice)",
betont David Hallman. Dies will die ORK-Delegation auch auf dem
Kolloquium in Marrakesch deutlich machen.  

Ein weiteres wichtiges Anliegen des ORK ist, dass die
Regierungen auf dieser Klimakonferenz den Weg zur endgultigen
Ratifizierung des Kyoto-Protokolls freimachen, damit das
Protokoll endlich in Kraft treten kann. Dazu David Hallman: "Der
ORK hat Hoffnung, dass das Kyoto-Protokoll infolge der Bonner
Vereinbarung vom Juli jetzt vorankommt. Das Engagement von
Kirchen auf der ganzen Welt hat sicherlich dazu beigetragen, dass
die Offentlichkeit in der Mehrzahl der 178 Staaten, die diese
Vereinbarung befurwortet haben, den Klimaschutz unterstutzt. Die
Kirchen mussen sich auch weiterhin fur dieses Ziel einsetzen,
damit die Regierungen das Kyoto-Protokoll ratifizieren und mit
dessen Umsetzung beginnen konnen."   

Auf der Bonner Fortsetzungskonferenz des Den Haager Klimagipfels
im Juli dieses Jahres hatten die Minister in der sogenannten
Vereinbarung von Bonn prinzipiell beschlossen, das
Kyoto-Protokoll anzunehmen. Etliche technische Fragen blieben
aber ungeklart und wurden auf das Treffen in Marrakesch
verschoben. Erst mit der Ratifizierung des Kyoto-Protokolls
verpflichten sich die Staaten, die im Protokoll genannten
konkreten Massnahmen gegen die Ursachen des weltweiten
Klimawandels tatsachlich umzusetzen.  

Die USA haben sich bisher nicht dazu bereit erklart, an den
Verhandlungen uber das Kyoto-Protokoll teilzunehmen. Eine weitere
Aufgabe des ORK sei es daher, Solidaritat mit den Kirchen in den
USA zu zeigen. betont David Hallman: "Als eine weltweite
okumenische Gemeinschaft mussen wir die Kirchen in den USA in
ihren Bemuhungen unterstutzen, ihre Regierung wieder zur aktiven
Beteiligung an den internationalen Anstrengungen zum Klimaschutz
zu bewegen."  

Weitere Informationen erhalten Sie von:  Karin Achtelstetter,
Medienbeauftragte,      
Tel.:  (+41.22) 791.61.53    Handy:  (+41) 79.284.52.12

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Der Okumenische Rat der Kirchen (ORK) ist eine Gemeinschaft von
342 Kirchen in uber 100 Landern auf allen Kontinenten und aus
praktisch allen christlichen Traditionen. Die romisch-katholische
Kirche ist keine Mitgliedskirche, arbeitet aber mit dem ORK
zusammen. Oberstes Leitungsorgan ist die Vollversammlung, die
ungefahr alle sieben Jahre zusammentritt. Der ORK wurde 1948 in
Amsterdam (Niederlande) offiziell gegrundet. An der Spitze der
Mitarbeiterschaft steht Generalsekretar Konrad Raiser von der
Evangelischen Kirche in Deutschland.

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