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Brasilianische Kirche fordert gemeinsamen Kampf gegen Korruption


From "Frank Imhoff" <FRANKI@elca.org>
Date Tue, 30 Oct 2001 10:01:15 -0600

Korruption bleibt haeufig straffrei, in der Bevoelkerung macht sich
Resignation breit

Sao Leopoldo (Brasilien)/Genf, 30. Oktober 2001 (LWI) - Die
Evangelische Kirche Lutherischen Bekenntnisses in Brasilien (EKLBB)
hat die politische Fuehrung, Nichtregierungsorganisationen, Kirchen
und BuergerInnen Brasiliens aufgerufen, gemeinsam gegen Korruption
vorzugehen. Diese stelle "ein Hindernis" dar, das das Leben in der
brasilianischen Gesellschaft schaedige und bedrohe.

"Die Korruption breitet sich aus wie ein Krebsgeschwuer und
durchsetzt das gesamte gesellschaftliche Gefuege. Sie zerstoert das
Leben in Gesellschaft und Kirche, verdirbt die junge Generation und
verstaerkt Ungleichheit und soziale Ausgrenzung", heisst es in einer
Erklaerung von EKLBB-Praesident Pfr. Huberto Kirchheim, PfarrerInnen
der Synode und fuehrenden LaiInnen, die im Anschluss an eine Tagung
Ende September in Sao Leopoldo veroeffentlicht wurde.

Korruption schade auch dem Ansehen Brasiliens, gefaehrde die
nationale Entwicklung und schrecke inlaendische sowie auslaendische
Investoren ab. Angesichts der Haeufigkeit von Korruptionsfaellen in
Brasilien, die haeufig nicht einmal geahndet wuerden, mache sich
Resignation unter der brasilianischen Bevoelkerung breit. "Korruption
wird allmaehlich als etwas Alltaegliches und Normales hingenommen",
so die TeilnehmerInnen des Treffens in ihrer Erklaerung.

Die Kirchenleitung der lutherischen Kirche in Brasilien benannte
konkrete Korruptionsfaelle, bei denen sich unter anderem BeamtInnen,
PolitikerInnen sowie fuehrende Persoenlichkeiten des Staates
widerrechtlich oeffentliche Gelder angeeignet und gesetzgebende
Organe ihre Autoritaet fuer eigene Interessen missbraucht haetten.

Die VertreterInnen der brasilianischen Kirche forderten die
Mitglieder der EKLBB ebenso wie die Bevoelkerung Brasiliens insgesamt
mit Nachdruck dazu auf, oeffentliche Funktions- und AmtstraegerInnen
staerker zu kontrollieren. Die Menschen sollten sich "jeder Form von
Korruption enthalten und sich nicht selbst daran beteiligen, sondern
vielmehr solche Machenschaften anprangern".

StaatsbeamtInnen, die ihren Dienst "ehrlich und anstaendig" ausueben,
dankte die ELKBB. Die VerantwortungstraegerInnen in Politik,
Wirtschaft und Staat forderte die lutherische Kirche auf, "nicht
muede zu werden und den Kampf gegen Korruption in allen ihren Formen
nicht aufzugeben". An die Medien des Landes gewandt, mahnte die
ELKBB, "furchtlos fuer die Wahrheit einzutreten", an Korruption
Beteiligte zu entlarven sowie auf diejenigen aufmerksam zu machen,
die ehrlich und anstaendig seien.

Die lutherische Kirche in Brasilien gehoert seit 1952 zum
Lutherischen Weltbund (LWB) und hat rund 714.000 Mitglieder. (345
Woerter)

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Der Lutherische Weltbund (LWB) ist eine Gemeinschaft lutherischer
Kirchen weltweit. 1947 in Lund (Schweden) gegruendet, zaehlt er
inzwischen 133 Mitgliedskirchen, denen rund 60,5 Millionen der
weltweit rund 64,3 Millionen LutheranerInnen in 73 Laendern
angehoeren.

Das LWB-Sekretariat befindet sich in Genf (Schweiz). Das ermoeglicht
eine enge Zusammenarbeit mit dem Oekumenischen Rat der Kirchen (OeRK)
und anderen weltweiten christlichen Organisationen. Der LWB handelt
als Organ seiner Mitgliedskirchen in Bereichen gemeinsamen
Interesses, z. B. oekumenische Beziehungen, Theologie, humanitaere
Hilfe, Menschenrechte, Kommunikation und verschiedene Aspekte von
Missions- und Entwicklungsarbeit.

Die LUTHERISCHE WELT-INFORMATION (LWI) wird als Informationsdienst
des Lutherischen Weltbundes (LWB) herausgegeben. Veroeffentlichtes
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