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LWB verurteilt Besetzung lutherischer Schule durch israelisches


From "Frank Imhoff" <franki@elca.org>
Date Fri, 15 Mar 2002 10:53:26 -0600

Militaer
Appell an Sharon: Teufelskreis der Gewalt durchbrechen

Genf, 13. Maerz 2002 (LWI) - Der Generalsekretaer des Lutherischen
Weltbundes (LWB), Pfr. Dr. Ishmael Noko, hat nachdruecklich gegen
die Besetzung und Beschaedigung des lutherischen Schul- und
Rehabilitationszentrums "Dar al Kalima" (Haus der Begegnung) in
Bethlehem durch israelisches Militaer protestiert. In einem
Schreiben an den israelischen Ministerpraesidenten Ariel Scharon
forderte der LWB-Generalsekretaer die Einstellung derartiger
militaerischer Aktionen sowie den Wiederherstellung der
beschaedigten Gebaeude.

"Orte wie diese Einrichtung sind Oasen der Hoffnung in einer
Wueste der Gewalt, und die militaerische Besetzung einer solchen
Einrichtung stellt eine schwerwiegende Verletzung dieser Hoffnung
sowie der Prinzipien des humanitaeren Voelkerrechts dar", betonte
Noko in seinem Schreiben.

Nach Berichten des Bischofs der Evangelisch-Lutherischen Kirche in
Jordanien (ELKJ), Munib A. Younan, hatte die israelische Armee das
Gelaende des Schul- und Rehabilitationszentrums im Sueden
Bethlehems am 9. sowie erneut am 11. Maerz mit Panzern besetzt.

Nach Angaben des Leiters der Schule, Pfr. Dr. Mitri Raheb, haben
sich die israelischen Truppen inzwischen vom Schulgelaende
zurueckgezogen, die Panzer stuenden nun in 100 Meter Entfernung.
Nach einer Besichtigung der Gebaeude berichtete Raheb von einem
Ausmass an Beschaedigung und Zerstoerung, dass nur als Vandalismus
bezeichnet werden koenne. Zahlreiche Tueren und Fenster seien
zerstoert worden, ein Panzer habe die Eckwaende eines
Schulgebaeudes eingefahren und die Schulraeume seien verwuestet
worden. Christliche Symbole wie Kreuze seien entfernt und
zerstoert worden, ebenso zahlreiche Zeichnungen und Bilder von
SchuelerInnen.

Er frage sich, so Raheb, was israelische Soldaten dazu habe
treiben koennen, auf Kinderbildern herumzutrampeln. Die
LehrerInnen haetten nun grosse Angst vor der Reaktion ihrer
SchuelerInnen, wenn sie dieses Ausmass der Zerstoerung sehen,
berichtet Raheb. Es sei immer versucht worden, den Kindern
Gewaltlosigkeit zu vermitteln. Das Schulpersonal werde daran
festhalten, die Kinder zu lehren, Unrecht nicht zu akzeptieren.

Die Schule ist eine Einrichtung der Evangelisch-Lutherischen
Kirche in Jordanien (ELKJ) und wird von rund 240 christlichen und
muslimischen SchuelerInnen besucht. Das Zentrum zur Behandlung
traumatisierter Kinder und Erwachsener aus dem Gebiet von
Bethlehem stand kurz vor seiner Fertigstellung und sollte am 24.
Mai eroeffnet werden.

In einer Erklaerung verurteilte der palaestinensische Bischof
Munib A. Younan am 11. Maerz die Besetzung der lutherischen
Einrichtung durch die israelische Armee als Bruch des
Voelkerrechts. Er aeusserte die Befuerchtung, dass diese Besetzung
offenbar Teil einer Reihe von Militaeraktionen sei, in denen
Schulen, Krankenhaeuser und medizinisches Personal angegriffen
wuerden.

Bereits am 8. Maerz hatte LWB-Generalsekretaer Noko in einem
Schreiben an Ministerpraesident Scharon zu einer Beendigung der
militaerischen Besetzung des Gazastreifens und des Westjordanlands
aufgerufen. Er appellierte an Scharon, sowohl im Interesse des
israelischen als auch des palaestinensischen Volkes, deren Kinder
in dem Konflikt verwickelt seien, "die Initiative zu ergreifen und
den Teufelskreis der Gewalt zu durchbrechen, damit das
palaestinensische Volk neue Hoffnung schoepfen kann."

Die Beendigung der taeglichen Demuetigung und Unterdrueckung der
Palaestinenser und die Rueckkehr an den Verhandlungstisch stelle,
so Noko, die einzige Hoffnung auf eine friedliche Zukunft sowohl
fuer Israelis als auch fuer Palaestinenser dar, die eine
Moeglichkeit finden muessten, "auf dem kleinen Stueck Land, das
sie beide bewohnen, nicht nebeneinander zu sterben", sondern zu
leben.(509 Woerter)

*       *       *

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