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Rat des Lutherischen Weltbundes unterstuetzt Namensergaenzung


From "Frank Imhoff" <FRANKI@elca.org>
Date Thu, 19 Sep 2002 09:40:54 -0500

LWB-Rat bekraeftigt bedeutende oekumenische Rolle des OeRK

LWB-Ratstagung in Wittenberg (Deutschland), 10.-17. September 2002

PRESSEMITTEILUNG NR: 24

Lutherstadt Wittenberg (Deutschland)/Genf, 17. September 2002
(LWI) - Der Rat des Lutherischen Weltbundes (LWB) hat auf seiner
Tagung in der Lutherstadt Wittenberg (Deutschland) den Vorschlag
eines Zusatzes zum gegenwaertigen Namen unterstuetzt. Als oberstes
Entscheidungsorgan des LWB soll die Zehnte Vollversammlung im Juli
2003 im kanadischen Winnipeg darueber entscheiden, ob der LWB in
Zukunft "Lutherischer Weltbund * Eine Gemeinschaft von Kirchen"
heissen soll. Dies wuerde unter der Massgabe gelten, dass der
gegenwaertige Name ohne Zusatz ebenfalls gueltig bleibt, wo der
volle Name aus praktischen Gruenden zu lang ist. Prinzipiell
wuerde als Abkuerzung LWB bestehen bleiben.

Die Namensaenderung war erwogen worden, um dem sich theologisch
weiter entwickelten Selbstverstaendnis des LWB besser Ausdruck
geben zu koennen. Seit seiner Gruendung 1947 in Lund (Schweden)
habe sich der LWB schrittweise von einer freien Vereinigung hin zu
einer eng verbundenen Familie von Kirchen entwickelt, so der
Bericht des Staendigen Ausschusses fuer oekumenische
Angelegenheiten. Die Siebente Vollversammlung 1984 in Budapest
(Ungarn) stehe fuer die bisher weitreichendste Veraenderung im
kklesialen Charakter des Weltbundes. Diese Entwicklung sei in der
1990 in Curitiba angenommenen Verfassung bestaetigt worden, die
erklaert, dass der LWB eine Gemeinschaft (Communio) von Kirchen
ist.

Es sei wichtig zu betonen, so der Bericht an den Rat, dass
Gemeinschaft (koinonia), wie es auch die genannten Studien
feststellen, eine Gabe Gottes sei. Das Leben der universalen
Kirche schoepfe seinen Sinn aus der inneren Gemeinschaft des
dreieinigen Gottes. Gleichzeitig sei heute klar, dass nicht leicht
und eindeutig festzustellen ist, was es konkret fuer den LWB
bedeutet, Gemeinschaft von Kirchen zu sein. Die Ausschuesse
bestaetigten zwar die tiefe Bedeutung der Communio-Ekklesiologie
fuer Leben und Eigenheit des LWB, betonten aber auch, dass die
verschiedenen moeglichen Konsequenzen dieses Verstaendnisses auf
der institutionellen Ebene noch nicht ausreichend geklaert seien.

Mit Blick auf eine Aenderung der zeitlichen Abfolge der
LWB-Ratstagungen erklaerte der Staendige Ausschuss fuer
oekumenische Angelegenheiten, er sei offen fuer diese Vorschlaege
aus finanziellen Gruenden, um mehr Geld fuer die wichtigsten
Projekte bereitzustellen. Wenn dementsprechend eine Verlaengerung
der zeitlichen Abstaende eingefuehrt wuerde, sollten aber auch
partizipatorischere Formen der Kommunikation zwischen dem
Sekretariat und den Ratsmitgliedern in der Zeit zwischen den
Tagungen entwickelt werden, wie im Bericht des Generalsekretaers
vorgeschlagen.

Mit Blick auf die gegenwaertige finanzielle Situation des LWB
forderte der Rat das Exekutivkomitee auf, zu erwaegen, in welcher
Form die Finanzierung der fortlaufenden Kernfunktionen in den
Bereichen Theologie und Oekumene aus dem Genfer
Koordinierungshaushalt (A-Budget) unterstuetzt werden koennten.
Ausserdem solle eine kleine Gruppe mit der Aufgabe, einen
strategischen Planungsprozess zu Theologie und Oekumene im LWB
durchzufuehren, eingerichtet werden. Dabei sei insbesondere die
Abteilung fuer Theologie und Studien (ATS), das Buero fuer
oekumenische Angelegenheiten (BOeA) un das Institut fuer
Oekumenische Forschung (Strassburg) zu beruecksichtigen.

Innerhalb des LWB sei dringend eine Prioritaetensetzung noetig, um
grundlegende Funktionen des Weltbundes und deren angemessene
Finanzierung zu klaeren, so der Staendige Ausschuss.

LWB-Rat bekraeftigt bedeutende oekumenische Rolle des OeRK
Der Staendige Ausschuss fuer oekumenische Angelegenheiten
berichtete dem Rat, er habe den Bericht der Sonderkommission zur
orthodoxen Mitarbeit im Oekumenischen Rat der Kirchen (OeRK)
erhalten. Einige der Schwierigkeiten, die aufgrund der vom
OeRK-Zentralausschuss getroffenen Entscheidungen erwartet werden,
wurden diskutiert. Gefragt wurde, ob kontroverse Themen von jetzt
an von der Tagesordnung des OeRK gestrichen wuerden, ob die
Ersetzung des gemeinsamen Gottesdienstes durch
interkonfessionelles Gebet einen oekumenischen Rueckschlag
darstelle, ob die kirchlichen Beziehungen sich lockern wuerden, ob
die Verwendung einer geschlechtsneutralen Sprache schwieriger
werden wuerde und ob die prophetische Stimme des OeRK behindert
wuerde.

Der Rat des LWB bekraeftigte entschieden die bedeutende
oekumenische Rolle des OeRK in Gegenwart und Zukunft. Der
LWB-Generalsekretaer und das Institut fuer oekumenische Forschung
(Strassburg) wurden gebeten, die Entwicklungen hinsichtlich einer
Beteiligung der weltweiten christlichen Gemeinschaften im OeRK
aufmerksam zu verfolgen und zu ihnen beizutragen.

Aus einem weiteren Blickwinkel heraus koennte diese neue
Entwicklung im OeRK als Anerkennung des Wertes unterschiedlicher
kirchlicher Traditionen in der oekumenischen Bewegung betrachtet
werden, so der Staendige Ausschuss. Eine solche Entwicklung wuerde
der vom LWB seit den 70er Jahren vertretenen oekumenischen Haltung
entsprechen, die einen Schwerpunkt bei der Einheit in versoehnter
Verschiedenheit setzt. Die Betonung liege bei dieser lutherischen
Verpflichtung darauf, dass es wichtig ist, die scheinbare Spannung
zwischen der Realitaet konfessioneller Traditionen an sich und der
Einheit der christlichen Kirche zu uberwinden.

Den Beitraegen unterschiedlicher Traditionen im OeRK Raum zu
geben, bedeute keine Neu-Konfessionalisierung der oekumenischen
Bewegung. Dies wuerde vielmehr den Charakter des OeRK als
konziliare Gemeinschaft auch der weltweiten christlichen
Gemeinschaften staerken. Die neue Entwicklung im Blick auf die
orthodoxe Mitarbeit im OeRK koenne zu einem differenzierteren
Verstaendnis fuer und einer groesseren Wertschaetzung
unterschiedlicher kirchlicher Traditionen beitragen.

Die Internationale anglikanisch-lutherische Arbeitsgruppe
Die Ratsmitglieder beschlossen, den abschliessenden Bericht der
Internationalen anglikanisch-lutherischen Arbeitsgruppe
entgegenzunehmen und den Generalsekretaer zu bitten, diesen
Bericht den LWB-Mitgliedskirchen zur Pruefung und Stellungnahme
vorzulegen.

Die Gemeinsame lutherisch-reformierte Arbeitsgruppe
Es wurde beschlossen, den abschliessenden Bericht der Gemeinsamen
lutherisch-reformierten Arbeitsgruppe entgegenzunehmen und den
Generalsekretaer zu bitten, diesen Bericht den
LWB-Mitgliedskirchen zur Pruefung und Stellungnahme vorzulegen.
(814 Woerter)

*	*	*

Der Lutherische Weltbund (LWB) ist eine Gemeinschaft lutherischer
Kirchen weltweit. 1947 in Lund (Schweden) gegruendet, zaehlt er
inzwischen 136 Mitgliedskirchen, denen rund 61,7 Millionen der
weltweit rund 65,4 Millionen LutheranerInnen in 75 Laendern
angehoeren.

Das LWB-Sekretariat befindet sich in Genf (Schweiz). Das
ermoeglicht eine enge Zusammenarbeit mit dem Oekumenischen Rat der
Kirchen (OeRK) und anderen weltweiten christlichen Organisationen.
Der LWB handelt als Organ seiner Mitgliedskirchen in Bereichen
gemeinsamen Interesses, z. B. oekumenische Beziehungen, Theologie,Bpar
Innerhalb des LWB 
humanitaere Hilfe, Menschenrechte, Kommunikation und verschiedene
Aspekte von Missions- und Entwicklungsarbeit.

Die LUTHERISCHE WELT-INFORMATION (LWI) wird als Informationsdienst
des Lutherischen Weltbundes (LWB) herausgegeben. Veroeffentlichtes
Material gibt, falls dies nicht besonders vermerkt ist, nicht die
Haltun oder Meinung des LWB oder seiner Arbeitseinheiten wieder.
Die mit "LWI" gekennzeichneten Beitraege koennen kostenlos mit
Quellenangabe abgedruckt werden.

***
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Deutsche Redaktion: Dirk-Michael Groetzsch
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