From the Worldwide Faith News archives www.wfn.org


Tagung der IFAPA-Kommission: Afrikas Image


From Worldwide Faith News <wfn@igc.org>
Date Sat, 08 Sep 2007 23:12:19 -0400

LWI online unter: www.lutheranworld.org/News/Welcome.DE.html

LUTHERISCHE WELT-INFORMATION Postfach 2100, CH-1211 Genf 2, Schweiz Deutsche Redaktion: Dirk-Michael Grötzsch Tel.: +41-22-791-6352 Fax: +41-22-791-6630 E-Mail: dmg@lutheranworld.org

Tagung der IFAPA-Kommission: Afrikas Image wandelt sich

Ehemaliger finnischer Minister berichtet von Intensivierung der Friedensbemühungen

Tripolis (Libyen)/Genf, 7. September 2007 (LWI) ­ Neben hungernden afrikanischen Kindern und anderen stereotypen Bildern sieht man immer öfter neue positive Bilder von dem Kontinent, die Hoffnung und Entwicklung zum Ausdruck bringen.

?Die ersten Jahre des neuen Jahrtausends haben gezeigt, dass es Hoffnung gibtâ??, berichtete Pär Stenbäck, ehemaliger finnischer Aussenminister, den Delegierten, die vom 27. bis 30. August an einer Tagung der Kommission der Interreligiösen Initiative für Frieden in Afrika (IFAPA) in Tripolis (Libyen) teilnahmen. Viele afrikanische VerantwortungsträgerInnen stellten sich der Herausforderung, für den Frieden nicht nur in ihrem Land, sondern auch in anderen afrikanischen Ländern zu arbeiten.

Stenbäck löste mit seinem Vortrag über ?Bilder Afrikas und die Zukunft des Kontinentsâ?? eine lebhafte Debatte aus. Er zitierte Statistiken, nach denen die Zahl der weltweiten Konflikte in den ersten fünf Jahren des neuen Jahrtausends von 66 auf 56 abgenommen habe. Der grösste Rückgang, so Stenbäck, sei in Afrika südlich der Sahara zu verzeichnen, wo die Zahl der Konflikte von 13 auf fünf zurückgegangen sei.

?Meiner Meinung nach zeigen die Statistiken, dass die Friedensbemmühungen Riesenerfolge zu verzeichnen haben. Sie machen deutlich, dass in einigen Regionen Afrikas, die in den letzten Jahrzehnten die schlimmsten menschlichen Tragödien erlebt haben, unbestreitbare Fortschritte in der Konfliktlösung erzielt wurdenâ??, erklärte Stenbäck, Mitglied der 30-köpfigen IFAPA-Kommission und ehemaliger Generalsekretär der Internationalen Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmond-Gesellschaften.

Stenbäck wies darauf hin, dass die Konfliktursachen zwar noch nicht überwunden seien. Es würden jedoch verstärkte Anstrengungen auf afrikanischer wie weltweiter Ebene unternommen, um Konflikte zu stoppen und deren neuerliches Aufflammen zu vermeiden. ?In vielen Ländern entwickelt sich die zivilgesellschaftliche Friedenskompetenz sehr schnellâ??, betonte Stenbäck.

Bischof Sumoward E. Harris von der Lutherischen Kirche in Liberia sprach ebenfalls von einem Wandel in Afrika, der vor allem damit zusammenhänge, dass afrikanische Machthaber, die ihrem Volk nicht rechenschaftspflichtig gewesen seien, allmählich von der Bühne abträten. Harris erklärte im Gespräch mit der Lutherischen Welt-Information (LWI), sein Land habe seit dem Ende des Bürgerkrieges 2003 und dem �bergang zu einer demokratisch gewählten Regierung Ende 2005 mit Hilfe leitender ReligionsvertreterInnen ungeheure Fortschritte auf dem Weg zu Frieden und Stabilität gemacht.

?Liberia ist auf einem guten Weg. Der Krieg ist vorbei und die Regierung führt Wiederaufbauprogramme durch, die die Armut bekämpfen und Nachhaltigkeit anstrebenâ??, betonte er.

Stenbäck ging in seinem Vortrag auch auf einige der langjährigen ungelösten Konflikte auf dem afrikanischen Kontinent ein. Er rief leitende ReligionsvertreterInnen auf, ihre Stimme zu erheben und zu verkünden, dass friedliche Lebensbedingungen mehr als nur Frieden brächten. Sie führten auch zu Wohlstand und Unterstützung durch die internationale Gemeinschaft.

Mit Blick auf die Krise im Westsudan erklärte Stenbäck: ?Der Konflikt in Darfur hat auf den Tschad übergegriffen, wo 200.000 Flüchtlinge aus Darfur in Lagern leben und 90.000 Menschen im eigenen Land vertrieben wurden. Wir sehen das Menetekel an der Wand. Wenn ein Konflikt nicht rechtzeitig beigelegt wird, breitet er sich aus und macht auch vor nationalen Grenzen nicht haltâ??, sagte er.

Einige Delegierte wiesen besorgt darauf hin, dass die blutigen Kriege mit Waffen geführt würden, die die westliche Welt geliefert habe. ?Die Waffen bringen Armut und tötenâ??, erklärte die ugandische Abgeordnete Akiror Agnes Egunyu. ?Aber mit dem Waffenhandel werden Geschäfte gemachtâ??, fügte sie hinzu. (534 Wörter)

(Ein Beitrag von LWI-Korrespondent Fredrick Nzwili, der an der Tagung der IFAPA-Kommission in Tripolis teilgenommen hat.)

* * *

Der Lutherische Weltbund (LWB) ist eine Gemeinschaft lutherischer Kirchen weltweit. 1947 in Lund (Schweden) gegründet, zählt er inzwischen 140 Mitgliedskirchen, denen rund 66,7 Millionen ChristInnen in 78 Ländern weltweit angehören.

Das LWB-Sekretariat befindet sich in Genf

(Schweiz). Das ermöglicht eine enge Zusammenarbeit mit dem íkumenischen Rat der Kirchen (íRK) und anderen weltweiten christlichen Organisationen. Der LWB handelt als Organ seiner Mitgliedskirchen in Bereichen gemeinsamen Interesses, z. B. ökumenische und interreligiöse Beziehungen, Theologie, humanitäre Hilfe, Menschenrechte, Kommunikation und verschiedene Aspekte von Missions- und Entwicklungsarbeit.

Die LUTHERISCHE WELT-INFORMATION (LWI) wird als Informationsdienst des Lutherischen Weltbundes (LWB) herausgegeben. Veröffentlichtes Material gibt, falls dies nicht besonders vermerkt ist, nicht die Haltung oder Meinung des LWB oder seiner Arbeitseinheiten wieder. Die mit â??LWIâ?? gekennzeichneten Beiträge können kostenlos mit Quellenangabe abgedruckt werden.

Dirk-Michael Groetzsch German Editor The Lutheran World Federation Office for Communication Services 150, route de Ferney P. O. Box 2100 CH-1211 Geneva 2

SWITZERLAND

Telephone +41 22 791 61 11 Direct Line +41 22 791 63 52 Telefax +41 22 791 66 30 E-mail dmg@lutheranworld.org

WCC ID: nJoBWU5exi1qWrutF9UPe3zxFO1kvkS1uXQ4WDHV1NjMpf3OQUc2W1yD9KlKiEs


Browse month . . . Browse month (sort by Source) . . . Advanced Search & Browse . . . WFN Home