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LWB-Ratstagung 2008 - PRESSEMITTEILUNG NR: 03
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Wed, 25 Jun 2008 22:14:51 -0700
LUTHERISCHE WELT-INFORMATION
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LWB-Ratstagung in Arusha (Tansania) 25. bis 30. Juni 2008
PRESSEMITTEILUNG NR: 03
Feierliche Eroeffnung der LWB-Ratstagung im tansanischen Arusha
ELKT-Bischof Thomas O. Laiser: Es ist unsere Aufgabe, Licht und
Salz fuer die Erde zu sein
Arusha (Tansania)/Genf, 25. Juni 2008 (LWI) Mit einem
feierlichen Eroeffnungsgottesdienst wurde am Mittwochmorgen, 25.
Juni, die diesjaehrige Ratstagung des Lutherischen Weltbundes
(LWB) in Arusha (Nordtansania) eroeffnet. In seiner Predigt
forderte der tansanische Bischof Thomas O. Laiser die lutherische
Gemeinschaft auf, Salz und Licht fuer die Erde zu sein. Laiser
von der Dioezese Arusha, die zur Evangelisch-Lutherischen Kirche
in Tansania (ELKT) gehoert, betonte, dass es die vordringliche
Aufgabe fuer alle Menschen sei, Verantwortung fuer die Natur zu
uebernehmen.
Der Rat tagt auf Einladung der ELKT vom 25. bis 30. Juni mit
ueber 170 Teilnehmenden in Arusha und steht unter dem Thema
â??Schmelzende Schneekappe auf dem Kilimandscharo: Zeugnis
inmitten der leidenden Schoepfungâ??.
Waehrend des Eroeffnungsgottesdienstes veranschaulichte ein
grosses Bild des Kilimandscharo am Altarkreuz in der Kirche
â??Arusha Town Lutheran Churchâ?? in Arusha das Thema der
Ratstagung. Bischof Laiser betonte, dass â??in den vergangenen
Jahren mit grosser Sorge bemerkt und beobachtet wurde, dass der
Schnee auf dem hoechsten Berg in Afrika mit einer nie dagewesenen
Geschwindigkeit als Resultat der Zerstoerung der Umwelt
wegschmilzt.â?? Das Verschwinden der Waelder und die Ausrottung der
Tiere sei das Ergebnis der Umweltzerstoerung, die auch am
Klimawandel und der globalen Erderwaermung erkennbar sei, die zur
Schneeschmelze auf dem Kilimandscharo fuehre, legte Laiser dar.
In seiner Predigt zu Mt 5, 13-15 stellte Laiser die Bedeutung der
zentralen Motive des Predigttextes fuer das Wohl und das Handeln
aller Menschen heraus: â??Im Allgemeinen sind die kleinen Attribute
Licht und Salz Elemente, ohne die wir nicht leben koennen.â??
Darueber hinaus erinnere der Predigttext â??jeden Einzelnen von uns
an die Bedeutung und Notwendigkeit, das Salz und das Licht fuer
die ganze Welt zu werdenâ??, um die Natur zu schuetzen.
Mit Bezug auf das Thema der Ratstagung erklaerte Bischof Laiser,
dass es auch gerade heute die Aufgabe von allen Menschen
gemeinsam sei, die Schoepfung zu bewahren. â??Das ist der Grund,
warum Jesus seine Juenger aufforderte, Licht und Salz fuer die
Welt zu werden, um den Weg anzuzeigen, wenn es dunkel ist, und um
die Welt ihrer Zeit sicher zu machen gegen jegliche Form der
Zerstoerung, die ihnen begegnen koennte.â??
Laiser, der nach eigenen Angaben zu den ostafrikanischen Massai
gehoert, die jahrelang in Harmonie mit der Natur gelebt haetten,
betonte, dass jeder Christ und jede Christin ein Evangelist und
eine Evanglistin sei und dass die ChristInnen gemeinsam fuer die
Bewahrung der Schoepfung eintreten muessten: â??Es ist eine
unbestreitbare Tatsache: Wenn Maenner und Frauen, jung und alt,
sich zusammenschliessen, um Christus zu bezeugen; werden wir eine
grosse Kraft des Evangeliums fuer die Bewahrung der gesamten
Schoepfung entfalten.â??
In seiner Predigt wies Laiser darauf hin, dass die ELKT im Jahr
2004 Stellung zur Frage der menschlichen Sexualitaet genommen
habe. Fuer die ELKT sei es eine Tatsache, dass Homosexualitaet
â??nicht diskutierbar, und von daher nicht akzeptierbarâ?? sei.
Damit sei jedoch nicht gesagt, dass es keine homosexuell lebenden
Menschen in Afrika oder in Tansania gebe. Kritisch bewertete
Laiser auch Versuche, Homosexualitaet unter dem Deckmantel der
Menschenrechte in der Kirche offiziell zu machen.
Mit Blick auf aktuelle Situationen in afrikanischen Laendern
betonte Bischof Laiser, dass die Menschen, die gegenwaertig unter
den Ereignissen und Verletzungen der Menschenrechte in Darfur,
Somalia und Simbabwe litten, â??sehnsuechtig auf die prophetische
Stimme der weltweiten lutherischen Gemeinschaftâ?? warteten.
Besonders an diesen Orten des Leides solle â??die Praesenz unseres
Lichtes und Salzes spuerbar seinâ??, betonte er.
In seiner Begruessung erinnerte LWB-Praesident Bischof Mark S.
Hanson die Teilnehmenden des Eroeffnungsgottesdienstes an das
waehrend der LWB-Ratstagung im Maerz 2007 im schwedischen Lund
angenommene Dokument â??Ehe, Familie und menschliche Sexualitaet.
Vorgeschlagene Richtlinien und Verfahren fuer einen respektvollen
Dialogâ??. Fragen der menschlichen Sexualitaet sollten innerhalb
der weltweiten lutherischen Gemeinschaft nicht zu Trennungen
fuehren. Hanson verwies in diesem Zusammenhang auch auf das Thema
Polygamie, mit dem lutherische Kirchen in Afrika konfrontiert
seien. Im Vorfeld der Ratstagung habe er bei seinen Besuchen
lutherischer Kirchen in Kenia und Tansania von den
Herausforderungen erfahren, vor denen Kirchen in diesem
Zusammenhang stuenden. â??Gott hat uns das Geschenk der Einheit in
Christus gemacht, aber er schenkt auch Verschiedenheitâ??, so der
LWB-Praesident. â??Lasst uns vereint sein durch das Evangelium,
durch die gute Nachricht, die wir empfangen haben. Ich bete
dafuer, dass die Lutheraner und Lutheranerinnen erkennen, dass
ihre Einheit auf dem Evangelium beruht.â??
Hanson bedankte sich zudem fuer die Ausrichtung der Ratstagung in
Arusha durch die ELKT und die den Gaesten entgegengebrachte
Gastfreundschaft. â??Das â??Karibuâ?? [Willkommen auf Kiswahili] ist
sehr spuerbar fuer uns.â?? Durch die Gemeinschaft mit der ELKT habe
der LWB viel gelernt, stellte Hanson heraus. â??Die ELKT und so
viele Kirche im Sueden lehren uns, was es heisst, eine
evangelisierende Kirche zu sein, die die gute Nachricht von Jesus
Christus verkuendigt. Ihr erinnert uns daran, dass lutherisch zu
sein, nicht nur evangelisch, sondern auch visionaer zu sein,
heisst. Diese Vision ist ganzheitlich.â??
Musikalisch wurde der Eroeffnungsgottesdienst von vier Choeren
aus der Dioezese Arusha gestaltet, die in ihren Beitraegen das
Thema der diesjaehrigen Ratstagung aufnahmen. (830Woerter)
* * *
An der Ratstagung des Lutherischen Weltbundes (LWB) in Arusha
(Tansania) nehmen rund 85 VertreterInnen von LWB-Mitgliedskirchen
und Partnerorganisationen teil. Darueber hinaus sind rund 85
weitere Teilnehmende registriert, darunter DolmetscherInnen,
Gaeste, Mitarbeitende des LWB, PressevertreterInnen und Stewards.
Der 49-koepfige LWB-Rat fuehrt zwischen den in der Regel alle
sechs Jahre stattfindenden Vollversammlungen die Geschaefte des
Weltbundes. Er tagt alle 12 bis 18 Monate. Der aktuelle Rat wurde
waehrend der Zehnten LWB-Vollversammlung im Juli 2003 im
kanadischen Winnipeg gewaehlt. Der Rat besteht aus dem
Praesidenten, dem Schatzmeister sowie Geistlichen und Laien, die
ihre Regionen repraesentieren.
Die gastgebende Evangelisch-Lutherische Kirche in Tansania (ELKT)
ist die zweitgroesste lutherische Kirche in Afrika. Zu den 20
Dioezesen der ELKT gehoeren rund 4,6 Millionen Mitglieder. Die
viertgroesste lutherische Kirche weltweit gehoert seit 1964 zum
LWB. Leitender Bischof der Kirche ist Alex G. Malasusa.
Waehrend der LWB-Ratstagung erreichen Sie das LWB-Buero fuer
Kommunikationsdienste ueber den Mobilfunk-Anschluss: +255/713-480
216.
* * *
Der Lutherische Weltbund (LWB) ist eine Gemeinschaft lutherischer
Kirchen weltweit. 1947 in Lund (Schweden) gegruendet, zaehlt er
inzwischen 140 Mitgliedskirchen, denen rund 68,3 Millionen
ChristInnen in 78 Laendern weltweit angehoeren.
Das LWB-Sekretariat befindet sich in Genf (Schweiz). Das
ermoeglicht eine enge Zusammenarbeit mit dem Oekumenischen Rat
der Kirchen (OeRK) und anderen weltweiten christlichen
Organisationen. Der LWB handelt als Organ seiner Mitgliedskirchen
in Bereichen gemeinsamen Interesses, z. B. oekumenische und
interreligioese Beziehungen, Theologie, humanitaere Hilfe,
Menschenrechte, Kommunikation und verschiedene Aspekte von
MissDie LUTHERISCHE WELT-INFORMATION (LWI) wird als
Informationsdienst des Lutherischen Weltbundes (LWB)
herausgegeben. Veroeffentlichtes Material gibt, falls dies nicht
besonders vermerkt ist, nicht die Haltung oder Meinung des LWB
oder seiner Arbeitseinheiten wieder. Die mit â??LWIâ??
gekennzeichneten Beitraege koennen kostenlos mit Quellenangabe
abgedruckt werden.
Dirk-Michael Groetzsch
German Editor
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