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(LWI 10-01-2008) Ganzheitliche Begleitung der Menschen ist Zeichen der Liebe Gottes


From "Dirk-Michael Grötzsch" <dmg@lutheranworld.org>
Date Thu, 09 Oct 2008 17:00:59 +0200

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Ganzheitliche Begleitung der Menschen ist Zeichen der Liebe
Gottes

Identitaetsfindung und thematische Schwerpunktsetzung haben
Vorrang vor Strukturdebatten im LWB-Erneuerungsprozess

Genf, 09. Oktober 2008 (LWI) - “Die Staerke der lutherischen
Kirche liegt wesentlich in der Gemeinschaft aller
untereinander”, so Bischof Melvin Jiménez Marín von der
Lutherischen costa-ricanischen Kirche (ILCO) kuerzlich in einem
Interview gegenueber der Lutherischen Welt-Information (LWI)
waehrend eines Besuchs im Genfer Sekretariat des Lutherischen
Weltbundes (LWB). Als Hauptaufgabe der Kirche benannte er,
Glaubensgemeinschaft zu sein und den Glauben zu staerken.

Die kontinuierliche Begleitung neu entstehender
Glaubensgemeinschaften in einem ganzheitlichen Sinne durch die
Kirche sei von elementarer Bedeutung fuer das Wohl der weltweiten
Kirche, betonte Jiménez, der am 27. April 2008 als erster Bischof
der ILCO ins Amt eingefuehrt wurde. Bereits seit 1998 war er
Kirchenpraesident der ILCO. Junge Kirchen wuerden insbesondere
durch die Predigt des Wortes Gottes sowie durch diakonische
Arbeit gestaerkt, hob der Bischof hervor. “Die Hilfe, die
ganzheitliche Begleitung, die wir den Menschen in geistlicher und
physischer Not anbieten, ist fuer uns in Costa Rica Zeichen der
Liebe Gottes”, so der Kirchenleiter.

Zudem sei die Unterstuetzung der indigenen Bevoelkerung Costa
Ricas und von MigrantInnen ein zentrales Anliegen der Kirche, die
in diesem Jahr das Jubilaeum anlaesslich ihrer Kirchengruendung
vor 20 Jahren begeht. Besonders vor diesem Hintergrund sei es
notwendig, dass die ILCO in der Oeffentlichkeit Costa Ricas mit
ihrer anwaltschaftlichen Arbeit praesent ist. “Meine Stimme als
Bischof wird sehr geschaetzt und in dieser Position kann ich
besser fuer die Hauptaufgaben unserer Kirche eintreten”,
betonte Jiménez, der sich in seinem “prophetischen Amt” von
der Gemeinschaft getragen fuehlt.

Als Herausforderung fuer die ILCO beschrieb Jiménez die
Mitgestaltung der oekumenischen Gemeinschaft in Costa Rica, werde
doch die ILCO durch oft konservative Positionen der
roemisch-katholischen Kirche auf der einen und durch die
neupfingstkirchlichen Bewegungen auf der anderen Seite angefragt,
so der Bischof. Jedoch gebe es ermutigende Zeichen guter
Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Denominationen. 

Vor allem in der Staerkung der Rechte der indigenen Bevoelkerung
und der MigrantInnen gebe es fruchtbare Kooperationen mit der
roemisch-katholischen Kirche, freut sich der Bischof. “Als
Kirche muessen wir auch in der Politik als Fuersprecherin der
Menschen auftreten”, hob der Bischof hervor. Positiv bewertete
Jiménez, dass die Regierung Costa Ricas an der Position der
Kirche im Hinblick auf die Gesetzgebung des Landes sowie an
Vorschlaegen zur potenziellen Aenderung interessiert sei. 

Im Hinblick auf den Erneuerungsprozess des Lutherischen
Weltbundes (LWB) plaedierte der Kirchenleiter dafuer, Fragen der
Identitaetsfindung sowie der Setzung thematischer Schwerpunkte
Vorrang vor Strukturfragen zu geben. Der LWB duerfe im Zuge der
Strukturdebatten nicht seine Prioritaeten aus dem Blick
verlieren, so Jiménez. 

Als weitere Notwendigkeit fuer den Erneuerungsprozess benannte
der Bischof, dass der Glaube zu einem aktiveren Glauben werden
muesse, der Ausdruck in vielerlei Gestalt finde. Die
Stabilisierung eines vitalen Glaubens - im Gegensatz zu einem
ritualisierten - sei von immenser Bedeutung fuer die weltweite
Gemeinschaft lutherischer Kirchen, so Jiménez. 

Die ILCO wurde 1988 gegruendet und geht auf die Initiative einer
Gruppe ehemaliger LutheranerInnen und Angehoeriger anderer
Konfessionen zurueck, die die Gruendung einer Kirche verfolgte,
die eine basisnahe Seelsorge mit einem integrierten Dienst des
Wortes, Sakraments und der Diakonie pflegt. Heute hat die Kirche
rund 30 Gemeinden mit insgesamt 1.300 Mitgliedern. Seit 2002 ist
die ILCO Mitglied des LWB. (528 Woerter)

(Das Gespraech mit Bischof Melvin Jiménez Marín fuehrte Claudia
Schubert von der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Hannovers,
die ein Auslandsvikariat im LWB-Buero fuer Kommunikationsdienste
absolviert.)

>*       *       *

Der Lutherische Weltbund (LWB) ist eine Gemeinschaft
lutherischer Kirchen weltweit. 1947 in Lund (Schweden)
gegruendet, zaehlt er inzwischen 141 Mitgliedskirchen, denen rund
68,3 Millionen ChristInnen in 79 Laendern weltweit angehoeren.

Das LWB-Sekretariat befindet sich in Genf (Schweiz). Das
ermoeglicht eine enge Zusammenarbeit mit dem Oekumenischen Rat
der Kirchen (OeRK) und anderen weltweiten christlichen
Organisationen. Der LWB handelt als Organ seiner Mitgliedskirchen
in Bereichen gemeinsamen Interesses, z. B. oekumenische und
interreligioese Beziehungen, Theologie, humanitaere Hilfe,
Menschenrechte, Kommunikation und verschiedene Aspekte von
Missions- und Entwicklungsarbeit.

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