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(LWI 10-02-2008) Globale LWB-Konsultation strebt staerkere Rolle der Kirchen in der diakonischen Pra
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"Dirk-Michael Grötzsch" <dmg@lutheranworld.org>
Date
Fri, 10 Oct 2008 00:18:48 +0200
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Globale LWB-Konsultation strebt staerkere Rolle der Kirchen in
der diakonischen Praxis an
KirchenvertreterInnen und Missionspartner tagen im aethiopischen
Addis Abeba
Genf, 9. Oktober 2008 (LWI) - Vom 13. bis 17. Oktober 2008
findet eine globale Konsultation ueber Diakonie im aethiopischen
Addis Abeba statt. Die Tagung wird von der Abteilung fuer Mission
und Entwicklung (AME) des Lutherischen Weltbundes (LWB)
organisiert, Gastgeberin ist die Aethiopische Evangelische Kirche
Mekane Yesus.
Zu den rund 60 Teilnehmenden gehoeren vor allem Verantwortliche
aus dem Bereich Diakonie der LWB-Mitgliedskirchen und ihren
Partnerorganisationen. Mit Hilfe von Praesentationen und
Gruppenarbeit werden sie ein umfassendes und fundiertes
Verstaendnis von Diakonie als sozialem Dienst der Kirchen, der im
Glauben begruendet ist, erarbeiten und sowohl ueber das
Selbstverstaendnis des LWB als lutherische “Communio”
(Gemeinschaft) und ueber die diakonischen Herausforderungen in
der heutigen globalisierten Welt nachdenken.
Die Teilnehmenden der Konsultation wollen nach Wegen suchen, wie
der LWB das Fundament fuer die diakonische Praxis in den
Mitgliedskirchen staerken kann. Sie werden sich mit der Frage
beschaeftigen, welche Ressourcen es dafuer in den Kirchen selbst
gibt und wie die zentrale Rolle der Kirchen in der Herbeifuehrung
gesellschaftlicher Veraenderungen aussehen koennte.
Die Konsultation ist Teil der Anstrengungen, die die AME zur
Umsetzung einer Empfehlung der Zehnten LWB-Vollversammlung aus
dem Jahr 2003 unternimmt, die Diakonie zur Prioritaet im LWB zu
machen. Im Vorfeld letzten LWB-Vollversammlung war im November
2002 auf einer globalen Konsultation zur “Prophetischen
Diakonia” im suedafrikanischen Johannesburg eine solide
Plattform fuer das aktuelle Programm erarbeitet und die Diakonie
als ein Kernelement des Evangeliums und wesentlicher Bestandteil
der Nachfolge Christi definiert worden. Armut, Gewalt sowie HIV
und AIDS wurden im Abschlussdokument der Tagung als die drei
wichtigsten Probleme beschrieben, die die Kirchen dazu
herausforderten, ihre Rolle als Schluesselakteure in der
Zivilgesellschaft prophetischer auszuueben.
“In der ganzen Welt leisten die Kirchen diakonische Arbeit,
auch dann, wenn der Begriff ‘Diakonie’ nicht benutzt wird”,
betonte AME-Direktor Pfr. Dr. Kjell Nordstokke im Vorfeld der
Tagung in Addis Abeba. Der Vorteil dieses Konzepts liege darin,
dass es eine solide Beziehung herstelle zwischen dem, “was wir
als Christen und Christinnen sind und was wir tun, zwischen
unserer Identitaet und unserem Dienst in der Welt.” Die
Konsultation in Aethiopien biete eine ausgezeichnete Gelegenheit,
“dieses Verstaendnis in Beziehung zu konkreten Erfahrungen aus
verschiedenen Teilen der Welt und zu den Herausforderungen in der
‘post-saekularen Gesellschaft’, wie einige sie nennen, zu
setzen”, so der AME-Direktor.
Die Teilnehmenden der Tagung werden versuchen, eine Antwort auf
Fragen nach der Beziehung zwischen Diakonie und missionarischer
Arbeit zu geben. Auf der Tagesordnung stehen auch Fragen wie:
Kann diakonische Arbeit religioes neutral sein? Gibt die Diakonie
der kirchlichen Nothilfe und Entwicklungsarbeit irgendeinen
Mehrwert? Worin unterscheiden sich die Rolle der kirchlichen
Dienste und Werke/Partnerorganisationen und die Rolle der lokalen
Kirche/Ortsgemeinde in der diakonischen Arbeit? In welcher Weise
wird die “prophetische Diakonie”, wie sie auf der
Konsultation in Johannesburg erarbeitet wurde, ausgeuebt, zum
Beispiel in Beziehung zu den Prinzipien der “Verwandlung,
Versoehnung und Bevollmaechtigung” die im Mittelpunkt eines
zentralen LWB-Missionsdokuments stehen?
Laut Nordstokke widerspiegelt dieses LWB-Dokument aus dem Jahr
2004 mit dem Titel “Mission im Kontext: Verwandlung,
Versoehnung und Bevollmaechtigung. Ein Beitrag des LWB zu
Verstaendnis und Praxis der Mission” ein ganzheitliches
Missionsverstaendnis, das Verkuendigung, Dienst und Anwaltschaft
einschliesst. Er stellte jedoch fest, dass das Dokument zwar die
Vision beschreibe, nicht aber die Reflexion ueber die
verschiedenen Formen diakonischer Arbeit ausweite. Daher erweise
es sich als notwendig, diesen Prozess, wie beispielsweise auf der
bevorstehenden Konsultation, fortzufuehren, um relevante Fragen
zu vertiefen.
Im Rahmen des seit zwei Jahren laufenden AME-Programms
“Understanding Diakonia and Its Guiding Principles” (Die
Diakonie und ihre Leitprinzipien verstehen) haetten, so
Nordstokke, regionale und subregionale Konsultationen
stattgefunden, mit dem Ziel, Beitraege zum Verstaendnis und zur
Praxis der Diakonie aus verschiedenen Kontexten zu sammeln.
“Die globale Konsultation in Addis Abeba wird ueber einige
dieser Anstrengungen nachdenken, mit dem Ziel, eine gemeinsame,
gut durchdachte Position ueber das Verstaendnis der Diakonie und
ihre Leitprinzipien vorzulegen. Das wird fuer den LWB und seine
Mitgliedskirchen hilfreich sein”, so der norwegische Theologe.
(654 Woerter)
>* * *
Der Lutherische Weltbund (LWB) ist eine Gemeinschaft
lutherischer Kirchen weltweit. 1947 in Lund (Schweden)
gegruendet, zaehlt er inzwischen 141 Mitgliedskirchen, denen rund
68,3 Millionen ChristInnen in 79 Laendern weltweit angehoeren.
Das LWB-Sekretariat befindet sich in Genf (Schweiz). Das
ermoeglicht eine enge Zusammenarbeit mit dem Oekumenischen Rat
der Kirchen (OeRK) und anderen weltweiten christlichen
Organisationen. Der LWB handelt als Organ seiner Mitgliedskirchen
in Bereichen gemeinsamen Interesses, z. B. oekumenische und
interreligioese Beziehungen, Theologie, humanitaere Hilfe,
Menschenrechte, Kommunikation und verschiedene Aspekte von
Missions- und Entwicklungsarbeit.
Die LUTHERISCHE WELT-INFORMATION (LWI) wird als
Informationsdienst des Lutherischen Weltbundes (LWB)
herausgegeben. Veroeffentlichtes Material gibt, falls dies nicht
besonders vermerkt ist, nicht die Haltung oder Meinung des LWB
oder seiner Arbeitseinheiten wieder. Die mit “LWI”
gekennzeichneten Beitraege koennen kostenlos mit Quellenangabe
abgedruckt werden.
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