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WCC Gen. Sec. in Ethiopia (2)


From smm@wcc-coe.org
Date 24 Jan 1997 02:18:47

Oekumenischer Rat der Kirchen
Pressemitteilung
Zur Veroeffentlichung frei
24. Januar 1997

OeRK-GENERALSEKRETAeR FUeHRT GESPRAeCHE MIT DEM AeTHIOPISCHEN
PRAeSIDENTEN UND DEM OAU-GENERALSEKRETAeR

Die Beziehungen zwischen Staat und Kirche sowie regionale und
interne Konflikte in Afrika standen im Mittelpunkt der separaten
Gespraeche, die der Generalsekretaer des Oekumenischen Rates der
Kirchen (OeRK), Pfr. Dr. Konrad Raiser, in dieser Woche mit dem
Praesidenten von Aethiopien, Negasso Gidada, und dem
Generalsekretaer der Organisation der Afrikanischen Einheit
(OAU), Salim A. Salim, gefuehrt hat. 

Dr. Raiser haelt sich zu einem pastoralen Besuch bei den beiden
OeRK-Mitgliedskirchen in Aethiopien auf - der Aethiopischen
Orthodoxen Kirche und der (evangelisch-lutherischen)
Mekane-Yesus-Kirche.   

"Die christlichen Kirchen wie auch die juedischen und
muslimischen Gemeinschaften in Aethiopien haben in den siebzehn
Jahren autoritaerer Herrschaft in unserem Land viel Leid ertragen
muessen," sagte Praesident Gidada gegenueber Dr. Raiser am
Mittwoch, dem 22. Januar, und fuegte hinzu: "Die neue
aethiopische Verfassung bemueht sich, die Fehler der
Vergangenheit zu berichtigen, und garantiert den Buergern diese
Landes das Recht auf freie Religionsausuebung im privaten wie im
oeffentlichen Bereich, auf die freie Wahl ihrer Religion und auf
die Einrichtung religioeser Institutionen."

Der Praesident erklaerte gegenueber Raiser, er halte die Kirchen
"fuer unerlaesslich beim Wiederaufbau einer freien und
demokratischen Gesellschaft in Aethiopien. Allerdings ist die
Gefahr des religioesen Extremismus in Situationen der Armut und
sozialen Unruhe allgegenwaertig. Auf unserem Weg zu politischer
Stabilitaet und sozialer Entwicklung beduerfen wir der
konstruktiven Mitarbeit der Kirchen, und wir begruessen in diesem
Zusammenhang ganz besonders die Bemuehungen des OeRK um die
Foerderung der Einheit der Christen wie auch Ihren zeitguenstigen
Besuch in unserem Land."

Dr. Raiser begab sich anschliessend zum Amtssitz des
OAU-Generalsekretaers, dem er versicherte, der OeRK teile dessen
"tiefe Besorgnis angesichts des Zerfalls von Zusammenhalt und
Solidaritaet unter den Voelkern Afrikas im Zeitalter der
Globalisierung. Die Foerderung der afrikanischen Einheit und die
Wiederbelebung eines panafrikanischen Geistes auf diesem
Kontinent sind Prioritaeten, die von den afrikanischen
Mitgliedskirchen des OeRK geteilt werden, und die Kirchen sind
bestrebt, zu dieser Aufgabe ihren spezifischen Beitrag zu
leisten."

Das Gespraech mit Salim konzentrierte sich weitgehend auf die
notwendige Verbesserung der Zusammenarbeit zwischen dem OeRK und
der OAU bei der Beilegung von Konflikten in Afrika, speziell im
Sudan und im Gebiet der grossen Seen. Raiser beglueckwuenschte
die OAU zu den raschen Fortschritten, die der neue regionale
Mechanismus fuer Konfliktverhuetung, -management und 
-loesung bei der Mobilisierung kooperativer Bemuehungen unter den
afrikanischen Staaten erlaubt.

Salim erwiderte: "Wir messen dem, was der OeRK in Afrika
unternimmt, grosse Bedeutung bei. Wir begruessen Ihr wiederholtes
Beharren darauf, dass die wirksamste Reaktion auf Konflikte in
dieser Region eine afrikanische Reaktion ist. Versuche einer
militaerischen Loesung haben sich in den meisten Faellen als
fruchtlos erwieden. Nur durch Verhandlungen unter afrikanischer
Fuehrung kann dieser Kontinent zu einem dauerhaften Frieden
finden. Natuerlich begruessen und brauchen wir die Unterstuetzung
durch die internationale Gemeinschaft, doch angesichts der
Haeufung von Friedensinitiativen heutzutage ist die Koordinierung
solcher Bemuehungen von groesster Wichtigkeit, und ich moechte
Sie unserer vollen Unterstuetzung Ihrer eigenen Bemuehungen in
diesem Zusammenhang versichern."

Am Morgen hatte Raiser vor der 15. Generalversammlung der
Aethiopischen Evangelischen Mekane-Yesus-Kirche gesprochen. "Wir
danken Gott fuer das Wirken des heiligen Geistes in Ihrer Mitte,"
sagte er zu den mehr als 500 Delegierten aus verschiedenen Teilen
des Landes. "Ihre Dynamik spiegelt sich in Ihrem zahlenmaessigen
Wachstum wider," fuhr Raiser fort, "und es ist wichtig, dass sich
diese Dynamik der weltweiten Gemeinschaft des OeRK mitteilt in
einer Zeit, da sich die Kirchen mit ihrem gemeinsamen
Verstaendnis und ihrer gemeinsamen Vision der oekumenischen
Bewegung auf ihrem Weg ins dritte Jahrtausend beschaeftigen."        

**********
Der Oekumenische Rat der Kirchen ist eine Gemeinschaft von
inzwischen 330 Kirchen in ueber 100 Laendern auf allen
Kontinenten und aus praktisch allen christlichen Traditionen. Die
roemisch-katholische Kirche ist keine Mitgliedskirche, arbeitet
aber mit dem OeRK zusammen. Oberstes Leitungsorgan ist die
Vollversammlung, die ungefaehr alle sieben Jahre zusammentritt.
Der OeRK wurde 1948 in Amsterdam (Niederlande) offiziell
gegruendet. An der Spitze der Mitarbeiterschaft steht
Generalsekretaer Konrad Raiser von der Evangelischen Kirche in
Deutschland.

Oekumenischer Rat der Kirchen
Presse- und Informationsreferat
Tel:  (41.22) 791.61.52/51
Fax:  (41.22) 798.13.46
E-Mail:  jwn@wcc-coe.org

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