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WCC General Secretary's report


From Sheila MESA <[email protected]>
Date 11 Sep 1997 04:32:35

�kumenischer Rat der Kirchen
Pressemitteilung
Zur Ver�ffentlichung frei
11. September 1997

ZENTRALAUSSCHUSS     Nr.   1

DER GLOBALISIERUNG MIT EINER ALTERNATIVEN VISION
BEGEGNEN - �RK-GENERALSEKRET�R KONRAD RAISER
ZUM AUFTAKT DES ZENTRALAUSSCHUSSES

Angesichts der bedrohlichen Auswirkungen der Globalisierung hat der
Generalsekret�r des �kumenischen Rats der Kirchen (�RK), Konrad
Raiser, die Kirchen weltweit dazu aufgerufen, ein alternatives
Verst�ndnis und eine eigene Vision von Globalisierung zu formulieren
und zu verk�rpern. Die Globalisierung der M�rkte gef�hrde ernsthaft die
�kologische Bestandf�higkeit, die Schaffung demokratischer Strukturen
und Normen sowie das Gemeinwohl, sagte Raiser zum Auftakt des
�RK-Zentralaussschusses, der vom 11. bis 19. September in Genf tagt.
Allerdings k�nnten sich der �RK und die �kumenische Bewegung auch
nicht "leichtfertig einer pauschalen Ablehnung der Globalisierung
anschliessen", zumal sie sich nachdr�cklich �ber Jahrzehnte f�r die
Schaffung funktionsf�higer Strukturen und Normen der Weltordnung
eingesetzt h�tten.
Der �RK und die �kumenische Bewegung m�ssten sich aber "ohne
Zweifel der Globalisierung als ideologischem und politischem Projekt
widersetzen", forderte er. Als Gegengewicht dazu, unterstrich der
�RK-Generalsekret�r, die "Tradition des christozentrischen
Universalismus und die Verpflichtung auf die Einheit der Menschheit".

Den zum letzten Mal in dieser Zusammensetzung tagenden, 156
Mitglieder z�hlenden Zentralausschuss, lud Raiser zudem zu einer
Bestandsaufnahme der vergangenen sieben Jahre ein und wies auf drei
"wichtige Programme des �RKs" hin, die seit der letzten Sitzung des
Ausschusses abgeschlossen wurden: die �kumenische Dekade
"Solidarit�t der Kirchen mit den Frauen", das Programm "Theologie des
Lebens" sowie die Weltmissionskonferenz in Salvador, Bahia.

Die Dekade, so der �RK-Generalsekret�r habe gezeigt, "wie weit die
meisten unserer Kirchen noch gehen m�ssen, bis sie die neue, inklusive
Gemeinschaft verk�rpern, zu der sie in Christus berufen sind". Die
�kumenische Dekade, die formell erst mit der �RK-Vollversammlung in
Harare im kommenden Jahr endet, wurde von einem dreij�hrigen
Besuchsprogramm begleitet, in dessen Verlauf 75 Teams nahezu alle
330 �RK-Mitgliedskirchen besuchten. Raiser: "Insbesondere war es f�r
viele schockierend zu sehen, wie gross das Ausmass der Gewalt gegen
Frauen sogar in christlichen Gemeinschaften ist." An den �RK werde
auch weiterhin die Erwartung gerichtet werden, sich dieser Problematik
zu stellen und eine f�hrende Rolle zu �bernehmen, betonte er.

Als laufende wichtige T�tigkeitsbereiche nannte Raiser in seinem Bericht
unter anderem die Bem�hungen um ein gemeinsames Osterdatum, die
Arbeit an einer Erkl�rung zu "Mission und Evangelisation als Ausdruck
der Einheit heute", ein Programm zum Wiederaufbau Afrikas, den Einsatz
f�r entwurzelte Menschen sowie das Programm zur �berwindung von
Gewalt und die in diesem Zusammenhang k�rzlich ins Leben gerufene,
weltweite Initiative "Friede f�r die Stadt". Zudem erinnerte er an das
50j�hrige Jubil�um des �kumenischen Darlehensfonds.

Raiser ging in seinem Bericht auch auf die Situation im Stab und auf die
finanzielle Lage des �RK ein. In den vergangenen zw�lf Monaten seien
53 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen aus dem Weltkirchenrat
ausgeschieden, die meisten der frei gewordenen Stellen seien nicht
wiederbesetzt worden. Bis Januar 1998 rechne man mit einem weiteren
R�ckgang auf 233 Stabsmitglieder. (Anmerkung: Diese Zahl umfasst rund
200 Mitarbeiter und  Mitarbeiterinnen, die dem festen Stab angeh�ren
sowie Praktikanten, Berater und Personen mit kurzen Zeitvertr�gen.)
  
Mit Blick auf die angespannte Finanzsituation versicherte der
Generalsekret�r, dass die Konsolidierung weiterhin erfolge, "jedoch auf
einem betr�chtlich niedrigeren Niveau". So n�hmen "externe Einnahmen"
immer noch ab. Raiser: "Die R�cklagen sind mehr oder weniger
ersch�pft, und die Investitionsgewinne von 1996 werden sich aller
Wahrscheinlichkeit nach nicht wiederholen. Wir werden unsere Arbeit
nach der Vollversammlung daher in sehr stark reduzierter Form
fortf�hren." 

Hoffnungen setzt Raiser auf einen neuen einheitlichen Haushaltsplan,
der 1998 eingef�hrt werden und der die "Unausgewogenheit in den
internen Haushaltsstrukturen" beseitigen soll. 
Angesichts der finanziellen Situation des �RK k�nne "die Zahlung von
Mitgliedsbeitr�gen nicht l�nger als Option mit Freiwilligkeitscharakter
verstanden werden; sie muss in Zukunft zu den Pflichten geh�ren, die
mit einer Mitgliedschaft im Rat einhergehen", mahnte er und wies auf die
Tatsache hin, dass noch immer 50 Prozent der Mitgliedskirchen des �RK
keine Beitr�ge leisten.  

**********
Der �kumenische Rat der Kirchen ist eine Gemeinschaft von inzwischen
330 Kirchen in �ber 100 L�ndern auf allen Kontinenten und aus praktisch
allen christlichen Traditionen. Die r�misch-katholische Kirche ist keine
Mitgliedskirche, arbeitet aber mit dem �RK zusammen. Oberstes
Leitungsorgan ist die Vollversammlung, die ungef�hr alle sieben Jahre
zusammentritt. Der �RK wurde 1948 in Amsterdam (Niederlande) offiziell
gegr�ndet. An der Spitze der Mitarbeiterschaft steht Generalsekret�r
Konrad Raiser von der Evangelischen Kirche in Deutschland.

�kumenischer Rat der Kirchen
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Fax:  (41.22) 798.13.46
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