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Adventisten reagieren auf Papst-Schreiben zum Sonntag


From "Christian B. Sch�ffler" <[email protected]>
Date 30 Aug 1998 03:47:48

August 29, 1998
Adventistischer Pressedienst (APD)
Christian B. Schaeffler, Chefredakteur
Fax +41-61-261 61 18
[email protected]
CH-4003 Basel, Schweiz

ADVENTISTEN REAGIEREN AUF PAPST-SCHREIBEN ZUM SONNTAG
98/06/07/01

Silver Spring, Maryland/USA, (APD) Kirchenleiter der Siebenten-
Tags-Adventisten nahmen zu dem am 7. Juli ver�ffentlichten 
"Apostolischen Schreiben" des Papstes "Dies Domini" ("Tag des 
Herrn") an die Bisch�fe, den Klerus, die Ordensleute und die 
Gl�ubigen der r�misch-katholischen Kirche Stellung. In dem 
Dokument werden die Katholiken zu mehr Hingabe bei der 
Beachtung des Sonntags und zum Kirchenbesuch aufgefordert. Die 
Leiter der protestantischen Freikirche begr�ssten den Appell
nach mehr Spiritualit�t angesichts des s�kularen Einflusses auf 
religi�se Praktiken, kritisierten aber bestimmte Aussagen in 
dem Schreiben. Die Adventisten feiern am Sabbat (Samstag), dem 
siebten Tag der Woche, ihren Gottesdienst und nicht am Sonntag, 
dem ersten Tag nach biblischer Zeitrechnung.

"Die Ansicht, dass der Sonntag der 'gebotene' Tag der Ruhe und d
es Gottesdienstes sei, kann nicht unterst�tzt werden", sagte 
Robert S. Folkenberg (Silver Spring, Maryland/USA), Pr�sident 
der Generalkonferenz (Weltkirchenleitung) der Freikirche. "Der 
Gedanke im Schreiben, 'dass sich die Christen daf�r einsetzen, 
dass auch unter den besonderen Gegebenheiten unserer Zeit die 
Zivilgesetzgebung ihrer Pflicht zur Heiligung des Sonntags
tr�gt', veranschaulicht das Verlangen, sich auf die Macht des 
Staates zu berufen, statt besser auf die Autorit�t der Heiligen 
Schrift. Jemand, der nur unter Druck gehorcht, gehorcht nicht 
wirklich. Der sittliche Verfall in der Gesellschaft beruht 
nicht auf dem Versagen der Gesetzgebung, sondern ist vielmehr 
das Versagen bekennender Christen, die Liebe Gottes und seine
Autorit�t richtig zu bezeugen."

John Graz, Direktor der Abteilung f�r �ffentliche 
Angelegenheiten und Religionsfreiheit der Generalkonferenz, 
�usserte: "Das Schreiben des Papstes ist eine Gelegenheit, die 
biblischen Aussagen zum Gottesdienst und zu religi�sen Geboten 
erneut zu untersuchen. Auch wenn der Aufruf des Papstes zum 
Kirchenbesuch angesichts wachsender S�kularisierung 
verst�ndlich ist, k�nnen wir doch nicht darin �bereinstimmen,
dass der Sonntag als der Tag des christlichen Gottesdienstes
betrachtet wird."

"Es verbl�fft, dass, obwohl das Dokument im zweiten Abschnitt 
des ersten Kapitels mit dem biblischen Sch�pfungsbericht 
beginnt und auch danach ausf�hrliche Zitate aus dem 1. Buch 
Mose folgen, - selbst der Text 'Gott segnete den siebten Tag 
und erkl�rte ihn f�r heilig' fehlt nicht -, zum 
Sonntagsgottesdienst aufgerufen wird", betonte Angel M. 
Rodriguez, stellvertretender Direktor des "Biblischen 
Forschungsinstituts" der Weltkirchenleitung. "Wir wollen der 
Bibel als Autorit�t treu bleiben und des Sabbats am siebten Tag
der Woche als Tag der Ruhe und des Gottesdienstes gedenken." In 
seinem Schreiben stelle der Papst fest, dass der Tag des 
Gottesdienstes "vom siebten Tag auf den ersten Tag" verschoben 
wurde, wobei der Sonntag die Bezeichnung "das w�chentliche
Ostern" erhielt. "Diese Auffassung findet in der Heiligen 
Schrift keine Unterst�tzung", erl�uterte Rodriguez. "Sie 
schneidet die Verbindung zwischen Sch�pfung und Erl�sung 
entzwei. Als Freikirche wollen wir dem Beispiel Jesu folgen, 
der w�hrend seines ganzen Erdenlebens den Sabbat am siebten Tag 
der Woche beachtete und nach seinem Tod am Sabbat im Grab 
ruhte. Ausserdem wurde die Feier des Sabbats von allen Aposteln 
befolgt."

Wegen des Interesses, das durch das "Apostolische Schreiben" 
hervorgerufen wurde, hofft Graz, dass dies zu einem erneuten 
Studium nicht nur des Tages, sondern auch seiner Bedeutung 
f�hrt. "Als Freikirche rufen wir dazu auf, den christlichen 
Grunds�tzen und dem Herrn des Sabbats zu folgen sowie zu einem 
tieferen Verst�ndnis der biblischen Wahrheit zu gelangen." 


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