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Pressemitteilung 6


From "Benoit Zimmerman" <[email protected]>
Date 06 Dec 1998 04:56:42

Achte Vollversammlung des �RK
Pressemitteilung Nr. 6
Zur Ver�ffentlichung frei
5. Dezember 1998

KONSENSMODELL KONTRA SYNODALPRINZIP ?
�RK-GENERALSEKRET�R F�R NEUES �KUMENE-FORUM

F�r neue Formen �kumenischer Zusammenarbeit pl�diert der Generalsekret�r des Weltkirchenrates, Konrad Raiser. Vor der Vollversammlung in Harare stellte der deutsche Theologe das vom Rat praktizierte Synodalprinzip protestantischer Kirchen in Frage und gab erste Einzelheiten zur Gr�ndung eines weltweit vernetzten �kumenischen Forums bekannt. Verst�ndnis zeigte der �RK-Generalsekret�r f�r einige der Forderungen orthodoxer Kirchen an die Genfer Kirchenorganisation.

In seinem Rechenschaftsbericht wies Raiser darauf hin, dass es sich bei den Kirchenversammlungen und Synoden protestantischer Kirchen um ein Modell aus parlamentarischen Demokratien handele. Die seit Gr�ndung des �RK praktizierte *Leitung durch Mehrheitsentscheidung* sei f�r das n�chste Jahrtausend nicht unbedingt geeignet. Dies gelte insbesondere dann, wenn sich die �kumenische Bewegung f�r neue Kirchen und Gemeinschaften �ffnen wolle. Nicht nur die orthodoxen Kirchen, sondern auch viele afrikanische Kirchen folgten Modellen, in denen *Dialog, Konsens und der Respekt f�r Hierarchie und Autorit�t* betont werde. Entscheidungsfindung durch Konsens sei inzwischen sogar auf internationaler politischer Ebene als Formel aufgegriffen worden. Vor Medienvertretern betonte Raiser, dass der Weltkirchenrat *eine Gemeinschaft von Kirchen und keine politische Versammlung ist, selbst wenn er sich politisch �ussert*. Auf die Frage, f�r welche Bereiche seiner Arbeit der Rat k�nftig das Konsensmodell anwenden sollte und f�r welche Synodenmodell, meinte Raiser, dass dar�ber noch nachgedacht werden m�sse.

Das von Raiser bereits seit l�ngerem ins Gespr�ch gebrachte *Forum christlicher Kirchen und Organisationen* soll als lose Verbindung von Kirchen und Konfessionsfamilien von den Pfingstkirchen bis zu den Evangelikalen entstehen, denen *aktive Beteiligung in der �kumenischen Bewegung wichtiger ist als formelle Mitgliedschaft im �kumenischen Rat*. Das Forum solle keine weitere Institution mit administrativen und b�rokratischen Strukturen werden. Nach den Vorstellungen des �RK-Generalsekret�rs soll es weder Entscheidungen treffen noch Resolutionen annehmen, sondern ein *Netzwerk von Beziehungen schaffen, das �ber die Begrenzung der bestehenden Strukturen hinausreicht*. Der �RK beanspruche darin auch keine F�hrungsrolle. Bei einer ersten sondierenden Konsultation im August dieses Jahres waren nach Angaben Raisers die Pfingstkirchen und die r�misch-katholische Kirche vertreten. Die Weltgemeinschaft der Evangelikalen und mehrere andere Gruppierungen h�tten Interesse signalisiert.

In seinem Bericht zeigte Raiser Verst�ndnis f�r Forderungen der Orthodoxen an den �RK. Die seit �ber 20 Jahren angewandte Regelung, ihnen 25 Prozent der Sitze in den Leitungsgremien einzur�umen, habe sie angesichts zahlreicher neuer Mitgliedskirchen mit meist protestantischem Hintergrund in eine *strukturelle Minderheitssituation* gedr�ngt. Die Gesamtzahl der orthodoxen Gl�ubigen hingegen entspreche wenigstens einem Drittel der Mitgliederzahl aller �RK-Kirchen. Dadurch seien sie in den Leitungsgremien unterrepr�sentiert und k�nnten nur begrenzt Einfluss auf die Programm-Arbeit des Rates nehmen. 

F�nfzig Jahre nach seiner Gr�ndung sieht Raiser die �kumene an einem Scheideweg. F�r das 21. Jahrhundert m�sse die �kumenische Bewegung eine neue *Vision und Verpflichtung* entwickeln - eine Best�tigung der bei �RK-Gr�ndung formulierten Ziele gen�ge nicht. Leider z�gen sich viele Kirchen *unter dem Druck innerer und �usserer Herausforderungen hinter konfessionelle und institutionelle Verteidigungslinien zur�ck*. Der �RK, selbst in der Gefahr *institutioneller Gefangenschaft*, m�sse der �kumene einen *neuen Raum* wechselseitiger Annahme, aber auch gegenseitiger Herausforderung und Korrektur verschaffen. Die Entwicklung einer neuen Vision k�nne nur gelingen, wenn f�r die Vermittlung des Glaubens eine Sprache gefunden werde, die jetzige und k�nftige Generationen verstehen k�nnten, sagte Raiser. Nur so k�nnten diese *auf die �kumenische Berufung mit der gleichen �berzeugung antworten, wie es die Generationen taten, die den Weg bereitet haben*.   *

�kumenischer Rat der Kirchen
Presse- und Informationsb�ro, Harare
Tel.:  +263.91.23.23.81
E-Mail:  [email protected]
http://www.wcc-coe.org


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