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Pressemitteilung 20
From
"Benoit Zimmerman" <[email protected]>
Date
09 Dec 1998 01:44:35
Achte Vollversammlung des �RK
Pressemitteilung Nr. 20
Zur Ver�ffentlichung frei
8. Dezember 1998
*EUROP�ER HABEN AFRIKA NICHT VERSTANDEN*
PROBLEME DES KONTINENTS BESCH�FTIGTEN
�RK-VOLLVERSAMMLUNG
Mit einer *Erneuerung des Bundes mit Gott* und der Selbstverpflichtung, *unerm�dlich f�r die Zukunft eines afrikanischen Lebens in F�lle zu arbeiten*, endete die Afrika-Plenarsitzung der Achten Vollversammlung des �kumenischen Rates der Kirchen (�RK) am Dienstag, 8. Dezember. Die anderthalbst�ndige Veranstaltung, die unter Trommelkl�ngen begann und endete, wurde von einer simbabwischen Theatergruppe eingeleitet, die die koloniale Geschichte, den Kampf um Befreiung und die Probleme des heutigen Afrika darstellte. Vortr�ge von Barney Pityana (S�dafrika) und der Ghanaerin Mercy Amba Oduyoye analysierten die heutige Situation Afrikas.
Pityana, ehemaliger Leiter des �RK-Antirassismusprogramms, bezeichnete Afrika als *Wiege der Menschheit und Geburtsort des heutigen Menschen*, was durch k�rzlich in S�dafrika entdeckte versteinerte Fussspuren belegt sei. Die 117 000 Jahre alten Spuren z�hlten zu den �ltesten Funden des heutigen Menschen. Die Europ�er, die im 15. Jahrhundert nach Afrika kamen, h�tten den Kontinent jedoch nicht verstanden: *Ihre aufregende Entdeckung war, dass diese Menschen keine Religion hatten.* Tats�chlich sei *der Gott Afrikas bei den Menschen Afrikas*, nicht in Tempeln oder heiligen St�tten. Eine Glorifizierung der afrikanischen Geschichte lehne er allerdings ebenso ab wie das Bild eines *Kontinents in ewiger Krise*.
Nach Pityanas Auffassung steht Afrika vor drei Herausforderungen: Der Ausrottung der Armut, der Durchsetzung von Demokratie, Menschenrechten und gerechten Staatswesen, sowie der Entwicklung neuer moralischer Normen. Armut sei ein Ergebnis politischer Entscheidungen und daher *mit Bereitwilligkeit und mit politischem Willen* auszurotten. Voraussetzungen seien die Unterbindung von Korruption, die Steuerung der M�rkte zugunsten der Armen und eine Beendigung der Schuldenlast Afrikas. Ebenso wichtig sei die Herstellung demokratischer und gerechter Staatswesen. Es m�sse ein System gefunden werden, das die V�lker Afrikas *als ihr eigenes anerkennen und daher verteidigen k�nnen*, sagte Pityana. Die *moralische Erneuerung des Kontinents und seiner V�lker* bezeichnete er als wichtigste Aufgabe. *Es muss gemeinsame bleibende Werte geben, die uns auf Dauer miteinander verbinden*, sagte er. Das Ideal der Afrikaner, *das eigene Menschsein in einer engen Verbindung zum Menschsein der anderen* zu sehen, sei das gr�sste Geschenk, das Afrika nachfolgenden Generationen und der Welt hinterlassen k�nnten.
In Form eines *Briefes an meine Ahnen* besch�ftigte sich Mercy Amba Oduyoye mit der Frage, wie es Afrika gelingen k�nne, ein Form des Christentums zu entwickeln, *das unsere afrikanische Identit�t nicht ausl�scht, sondern weltweit zu seiner Bereicherung beitr�gt*. Dabei m�sse kritische Distanz zu denjenigen Teilen des afrikanischen Erbes gewahrt werden, die man entw�rdigend finde, sagte die ehemalige stellvertretende �RK-Generalsekret�rin. Auch sie r�umte eine Mitschuld Afrikas an seiner Ausbeutung ein. Allzuoft h�tten die herrschenden Politiker die eigenen Interessen oder der ihrer Parteien �ber die Interessen der Menschen gestellt.. Afrika m�sse sich von dem *sorgf�ltig gepflegten Unterlegenheitsgef�hl* gegen�ber dem Westen befreien. Man solle die *globale Realit�t* des kulturellen und religi�sen Pluralismus anerkennen. Die afrikanischen Christen sollten lernen, *sowohl authentische Afrikaner als auch authentische Christen zu sein*, meinte Oduyoye. Damit k�nne Afrika die Gestaltung des Weltchristentums beeinflussen und *die universale Bedeutung des Kommens Christi* zeigen.
In einer abschliessenden *Verpflichtung zu einer Reise der Hoffnung* dankten die afrikanischen Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Plenarsitzung *f�r die Segnungen, die wir durch Gott erfahren haben*. Sie verpflichteten sich dazu, an der Umgestaltung ihrer Gesellschaften hin zu mehr Gerechtigkeit mitzuwirken, Frieden und Vers�hnung f�r ihre V�lker zu suchen, *ethische Werte f�r eine gute Haushalterschaft zu schaffen*, alles zum Tun, um die Geissel HIV/ AIDS zu �berwinden und den Kindern Afrikas eine bessere Zukunft zu erm�glichen. *
�kumenischer Rat der Kirchen
Presse- und Informationsb�ro, Harare
Tel.: +263.91.23.23.81
E-Mail: [email protected]
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