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Pressemitteilung 23
From
"Benoit Zimmerman" <[email protected]>
Date
10 Dec 1998 16:35:22
Achte Vollversammlung des �RK
Pressemitteilung Nr. 23
Zur Ver�ffentlichung frei
10. Dezember 1998
HOHER PREIS F�R FRIEDENSBEM�HUNGEN
MASSAKER AN KIRCHENDELEGATION IN KONGO-BRAZZAVILLE
Bei der Schlichtung kriegerischer Auseinandersetzungen kommt den Kirchen eine entscheidende Rolle zu. Dies wurde bei einer Padare-Veranstaltung der �RK-Vollversammlung in Harare deutlich. Dass �rtliche Kirchen bei ihren Vermittlungsbem�hungen mitunter einen hohen Preis bezahlen m�ssen, zeigte die Schilderung eines kongolesischen Kirchenf�hrers �ber ein Blutbad, bei dem am 14. November in Mindouli, 150 Kilometer s�d�stlich von Brazzaville (Republik Kongo) sechs Mitglieder einer Friedensdelegation ermordet wurden. Sie hatten versucht, zwischen verfeindeten Milizen zu vermitteln.
Wie der bei der Vollversammlung anwesende Delegationsleiter, der orthodoxe Priester Bernard Diafouka, berichtete, wurde das neunk�pfige Team Opfer eines gezielten Anschlages. Nach ersten erfolgversprechenden Kontakten mit einer der Konfliktparteien seien am zweiten Tag ihres Aufenthaltes Bewaffnete in die morgendliche Gebetsrunde im katholischen Pfarrhaus eingedrungen. Sie h�tten die Einheimischen zum Verlassen des Raumes aufgefordert und dann das Feuer auf die Friedensdelegation er�ffnet. Dabei starben sechs der neun Delegationsmitglieder. Am gleichen Tag wurden in der Region weitere 39 Menschen get�tet. Diafouka �berlebte das Massaker, weil er sich totstellte. *Trotz dieses Blutbades sind wir uns einig dar�ber, dass wir unsere Bem�hungen um Frieden im Kongo fortsetzen m�ssen*, erkl�rten kongolesische Kirchenf�hrer auf dem Padare.
Zuvor hatte Klaus Wilkens, Vorsitzender der Aktionsgemeinschaft Dienst f�r den Frieden (AGDF), �ber die Begleitung von Friedensprozessen in El Salvador und Guatemala durch die katholische und die evangelische Kirche in Deutschland berichtet. In enger Zusammenarbeit mit den lokalen Kirchen sei es m�glich gewesen, die Konfliktparteien zu ersten vertraulichen Gespr�chen in Deutschland zusammenzuf�hren. *Dabei konnten eine Reihe vertrauensbildender Massnahmen vereinbart werden*, so Wilkens. Sie h�tten die Voraussetzung daf�r geschaffen, dass sp�ter offizielle Friedensverhandlungen unter Schirmherrschaft der Vereinten Nationen aufgenommen werden konnten.
Bethuel Kiplagat, ehemaliger Botschafter Kenias in Paris und London, schilderte Friedensbem�hungen der Kirchen in Mosambik und am Horn von Afrika, an denen er selbst beteiligt war. *In Afrika muss die Friedensfrage Priorit�t haben*, betonte er. Dies bedeute vor allem, die verschiedenen *Peace-Agents* lokaler Kirchen miteinander zu vernetzen und f�r eine wirksamere Kooperation zu sorgen.
Pfarrer Jos� Chipenda, fr�herer Generalsekretar der Allafrikanischen Kirchenkonferenz (AACC) aus Angola, hob hervor, dass in Afrika �rtliche *Friedenskr�fte* f�r den Erfolg entscheidend seien. Interventionen von aussen, auch wenn sie noch so gut gemeint seien, w�rden in der Regel kontraproduktiv wirken. Er empfahl bei Friedensverhandlungen, nicht den Anspruch zu erheben, die Wahrheit zu kennen und zun�chst nicht �ber den Konflikt, sondern �ber dessen Ursachen zu sprechen. Dabei sollte man den anderen als m�glichen Freund behandeln, und im Lauf des Gespr�chs eine gemeinsame Vision entwickeln.
Der Direktor des Life and Peace-Instituts in Uppsala, Bernd Jonsson, machte deutlich, dass die Kirchen bei ethnischen Konflikten h�ufig selbst Teil des Problems seien, wie die B�rgerkriege im ehemaligen Jugoslawien, in Ruanda und in Irland gezeigt h�tten. Die L�sung von Konflikten sei in der Regel ausserordentlich kompliziert und vorrangig Aufgabe der Politik. Da auf innerstaatliche Konflikte von aussen kaum eingewirkt werden k�nne, komme den �rtlichen Kirchen eine entscheidende Bedeutung zu. Ihre Aufgabe sei es weniger, als Vermittler aufzutreten, sondern vielmehr die Voraussetzungen f�r Verhandlungen zu schaffen. Jonnson forderte die Kirchen auf, verst�rkt Kurse f�r zivile Konfliktbearbeitung anzubieten. *
�kumenischer Rat der Kirchen
Presse- und Informationsb�ro, Harare
Tel.: +263.91.23.23.81
E-Mail: [email protected]
http://www.wcc-coe.org
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