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Pressemitteilung 24


From "Benoit Zimmerman" <[email protected]>
Date 11 Dec 1998 00:30:50

Achte Vollversammlung des �RK
Pressemitteilung Nr. 24
Zur Ver�ffentlichung frei
19. Dezember 1998

JEDE KIRCHE SOLLTE EIN MENSCHENRECHTSZENTRUM SEIN
KOFI ANNAN: "ST�RKE DER MENSCHENRECHTE 
LIEGT IN IHRER UNIVERSALIT�T"

UN-Generalsekret�r Kofi Annan hat gegen�ber den Kirchen die Universalit�t der Menschenrechte betont. Wie der christliche Glaube n�hre sich die Allgemeine Erkl�rung der Menschenrechte aus einer wahren Universalit�t der Werte, sagte Annan in einer am 10. Dezember ausgestrahlten Videobotschaft an die Vollversammlung des �kumenischen Rates der Kirchen. Die Menschenrechte seien Ausdruck der in allen Religionen und Kulturen lebendigen Tradition der Toleranz, die Grundlage von Frieden und Fortschritt sei.

"Alle Menschenrechte sind von Gott gegeben", betonte �RK-Generalsekret�r Konrad Raiser in der Feier zum Tag der Menschenrechte. F�r den Weltkirchenrat sei der Einsatz f�r Menschenrechte ein Eckpfeiler seiner Arbeit. Zu Beginn seiner Gr�ndung vor 50 Jahren habe der Rat sich vor allem der Verteidigung der politischen und b�rgerlichen Rechte gewidmet. Im Laufe der Jahre hob er zunehmend die Bedeutung der wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Menschenrechte hervor. Beide Gruppen von Menschenrechten geh�ren laut Raiser unteilbar zusammen.

Unter den Kirchen g�be es eine auffallende �bereinstimmung, was die Allgemeinen Menschenrechte anbelange, auch solche Rechte die von Regierungen politisiert werden, sagte Thomas Hammarberg, Menschenrechtsberater der schwedischen Regierung. Es sei h�chste Zeit, die "m�den, schalen Diskussionen dar�ber zu beenden". Er kritisierte Regierungen des Westens, darunter die Vereinigten Staaten, die sich weigerten, wirtschaftliche und soziale Rechte als Menschenrechte anzuerkennen.

Hammarberg, fr�here Generalsekret�r von Amnesty International, wandte sich entschieden gegen Regierungen, die Ausnahmen bei Menschenrechten zu rechtfertigen versuchen, indem sie kulturelle und traditionsgebundene Gr�nde nennen. Die Regierungen Malaysiens und Singapurs st�nden in der vordersten Reihe jener, die auf diese Weise versuchten, die Universalit�t der Menschenrechte infrage zu stellen.

Alle Christinnen und Christen m�ssen nach Ansicht Hammarbergs zu Verteidigern der Menschenrechte werden. Dies gelte auch dann, wenn Muslime oder Hindus angegriffen w�rden. "Jede Kirche sollte ein Menschenrechtszentrum sein", sagte er. Die eindrucksvollste Unterst�tzung w�re, wenn christliche Gl�ubige die religi�sen Rechte anderer Glaubensgemeinschaften verteidigen w�rden. In dieser Hinsicht komme der �kumenischen Bewegung grosse Bedeutung zu.

Die Religionsfreiheit d�rfe nicht beeintr�chtigt werden, unterstrich �RK-Mitarbeiter Dwain Epps. Sie sei aber kein uneinbeschr�nktes Recht. Der Gebrauch von Religion als Vorwand f�r wirtschaftliche Interessen sei h�chst destabilisierend f�r die L�nder Osteuropas, die sich seit Anfang dieses Jahrzehnts in einer �bergangsperiode bef�nden. Der Ansturm neuer religi�ser Bewegungen und solcher, die unter dem Deckmantel der Religionsfreiheit andere Ziele verfolgten, biete Anlass zu grosser Sorge.

Eine neue Ethik f�r multinationale Konzerne forderte Priyanka Mendes, eine der �RK-Pr�sidentinnen. Vorab m�sse allerdings gekl�rt werden, welches Forum dazu geeignet w�re. Die amerikanische Theologieprofessorin Janice Love vertrat die Auffassung, dass die Marktwirtschaft nicht sich selbst �berlassen bleiben d�rfe. Die Gesetze des Marktes, zunehmend von multinationalen Konzernen diktiert, seien offensichtlich unf�hig, f�r ein Mindestmass an menschlichem Umgang zu sorgen.   *

�kumenischer Rat der Kirchen
Presse- und Informationsb�ro, Harare
Tel.:  +263.91.23.23.81
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