From the Worldwide Faith News archives www.wfn.org
Pressemitteilung 32
From
"Benoit Zimmerman" <[email protected]>
Date
12 Dec 1998 01:42:32
Achte Vollversammlung des �RK
Pressemitteilung Nr. 32
Zur Ver�ffentlichung frei
11.Dezember 1998
IM S�DEN DES TSCHAD: EIN NEUES OGONI-DRAMA?
�LF�RDERUNG VERURSACHT
�KOLOGISCHE UND SOZIALE PROBLEME
Die in drei Jahren im Tschad beginnende �lf�rderung wird f�r die Bev�lkerung im S�den des Landes *enorme �kologische und soziale Probleme* mit sich bringen. Diese Bef�rchtung �usserte Julien Beassemda Djebaret, Pr�sident der Tschadischen Vereinigung f�r Gewaltfreiheit (ATNV), auf einer *Padare*-Veranstaltung im Rahmen der Vollversammlung des �kumenischen Rates der Kirchen (�RK) in Harare. Das Beispiel Nigeria habe gezeigt, wie wichtig internationaler Druck sei, um eine Verschlechterung der Lebensbedingungen in �lf�rderregionen zu verhindern, unterstrich Beassemda.
Ab 2001 will ein Konsortium der Firmen Esso, Shell und Elf j�hrlich 900.000 Tonnen �l f�rdern und durch eine �ber tausend Kilometer lange Pipeline an die K�ste Kameruns pumpen. Viele Menschen seines Landes glaubten noch, dass das �l auch ihnen Wohlstand bringen werde, berichtete Beassemda. Die bisherigen Erfahrungen seien jedoch anders: Zu Beginn der Prospektion im Tschad seien betroffenen Bauern nur geringe Entsch�digungen f�r Ernteausf�lle gezahlt worden. Erst Druck von Umwelt- und Dritte-Welt-Gruppen in Europa und den USA habe Esso zum Einlenken bewegt. Die Firma zahlt nun umgerechnet 1600 Mark statt urspr�nglich 10 Mark pro gef�lltem Mangobaum.
Im tschadischen �lf�rdergebiet sei es im November 1997 und M�rz 1998 zu K�mpfen zwischen Milit�reinheiten und bewaffneten Oppositionsgruppen gekommen, bei denen bis zu 300 Zivilisten get�tet wurden, berichtete Beassemda. Seitdem sei es in der F�rderregion aber ruhig geblieben, sagte der tschadische Menschenrechtler.
In Kamerun habe der Bau der �lleitung bereits begonnen, berichtete Pfarrer Norbert Kenne vom �kumenischen Dienst f�r den Frieden (Yaound�). Die �kologischen und sozialen Sch�den im Siedlungsgebiet der dort lebenden Pygm�en bezeichnete er als verheerend.
Nach Angaben von Amnesty International m�ssen Gegner des Projektes mit Verfolgung rechnen. So wurde der Parlamentsabgeordnete der F�rderregion, Yorongar Ngarlejy, ein profilierter Kritiker des Projektes, im Juli 1998 unter dem Vorwurf der *Pr�sidentenbeleidigung* zu drei Jahren Haft verurteilt. In Kamerun sei der Herausgeber der Zeitung *Le Messager*, Pius Niawe, wegen *Verbereitung falscher Nachrichten* seit Weihnachten letzten Jahres inhaftiert. Amnesty betrachtet beide als gewaltlose politische Gefangene und setzt sich f�r deren Freilassung ein.
Die Teilnehmer der *Padare*-Veranstaltung aus Kamerun, Tschad, der Schweiz und Deutschland vereinbarten, ihre Zusammenarbeit zu vertiefen, um gemeinsam Druck auf das Konsortium und die Weltbank auszu�ben, die das Projekt mitfinanziert. Die Kooperation soll es auch erm�glichen, in Krisenf�llen schneller und besser intervenieren zu k�nnen. *
�kumenischer Rat der Kirchen
Presse- und Informationsb�ro, Harare
Tel.: +263.91.23.23.81
E-Mail: [email protected]
http://www.wcc-coe.org
Browse month . . .
Browse month (sort by Source) . . .
Advanced Search & Browse . . .
WFN Home