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ORK Pressemitteilung Nr. 42 (G)


From "Cynthia Smith" <[email protected]>
Date 14 Dec 1998 10:23:43

Achte Vollversammlung des �RK
Pressemitteilung Nr. 42
Zur Ver�ffentlichung frei
14. Dezember 1998

�RK BESCHLIESST "DEKADE ZUR �BERWINDUNG DER GEWALT"
VORSCHLAG AUS DEUTSCHER DELEGATION AUFGEGRIFFEN

Der �kumenische Rat der Kirchen (�RK) wird ab dem Jahr 2000 "eine Dekade zur �berwindung der Gewalt" ausrufen. Die �RK-Vollversammlung in Harare stimmte am 14. Dezember einem Antrag deutscher Delegierter zu, den neuen Zentralausschuss mit Einzelheiten der Ausarbeitung zu beauftragen. Die Dekade schliesst sich an die Dekade "Kirche in Solidarit�t mit den Frauen" an. Aus Kreisen der deutschen Delegierten wurde der Vorstoss damit begr�ndet, dass Gewalt ein weltweites Problem sei, zu dem die Kirchen nicht schweigen d�rften. Ein solches Programm f�hre konsequent die Ziele des vor 30 Jahren beschlossenen "Programms zur Bek�mpfung des Rassismus" und der Frauendekade fort. Ausserdem gebe es zu diesem Thema im �RK bereits ausgezeichnete Vorarbeiten, an die man ankn�pfen k�nne. Die jetzt beschlossene Dekade sei auch geeignet, den �RK mit neuen B�ndnispartnern zusammenzubringen.

Am Schlusstag der Vollversammlung warf der russisch-orthodoxe Delegierte Vladimir Shmaliy der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) vor, den Prosyletismus - das Abwerben von Mitgliedern anderer Glaubensgemeinschaften - zu unterst�tzen und forderte sie auf, dazu eine Erkl�rung abzugeben. Vorausgegangen war war ein erfolgreicher Antrag der deutschen Delegierten Margot K�ssmann, aus einer Erkl�rung des �RK zu den Menschenrechten einen Halbsatz in einem Abschnitt �ber Religionsfreiheit und Proselytismus zu streichen. Shmaliy warnte den �RK ferner davor, sich �berhaupt mit Fragen der menschlichen Sexualit�t zu besch�ftigen. Eine solche Diskussion sei "gef�hrlich" und w�rde das weitere Verbleiben der Russisch-Orthodoxen Kirche im Rat in Frage stellen. 

In einer Erkl�rung der Vollversammlung zum k�nftigen Status von Jerusalem wird betont, dass der Zugang zu den Heiligen St�tten, religi�sen Gebauden und Pl�tzen der "heiligen Stadt" dreier Weltreligionen frei bleiben und Menschen dort freie Religionsaus�bung erm�glicht werden m�sse. Der Zugang der pal�stinensischen Bev�lkerung m�sse sichergestellt und gesch�tzt werden.

Scharf verurteilt der Weltkirchenrat den Einsatz von mehr als 300 000 "Kindersoldaten" in bewaffneten Konflikten der Dritten Welt. Der Rat fordert seine Mitgliedskirchen auf, sich f�r ein sofortiges Ende der Rekrutierung und des Einsatzes von Kindern sowie die sofortige Entlassung aller aktiven Kindersoldaten aus dem Kriegsdienst einzusetzen. An die Mitgliedskirchen in Afrika wird appelliert, sich bei ihren Regierungen f�r die unverz�gliche Ratifizierung der Afrikanischen Charta f�r die Rechte und das Wohl des Kindes einzusetzen, die die Rekrutierung von Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren verbietet. 

Unverbindlichkeit wurde von mehreren Delegierten einer Erkl�rung der Vollversammlung zu den Menschenrechten vorgeworfen. "Wir sind konkrete Menschen mit konkreten Problemen", rief ein Delegierte aus dem Kongo unter Beifall. Eine Vertreterin der etwa 150 Millionen Dalits  ("Unber�hrbare") in Indien wies auf die brutale Unterdr�ckung vieler Dalit-Frauen hin. Erneut angesprochen wurde in der Diskussion auch die AIDS-Problematik. "Die Frauen in Afrika sterben wie die Fliegen", berichtete eine Delegierte aus Simbabwe. "Kaum einer von uns kann noch mehr als 24 Stunden schlafen, ohne zu einer Beerdigung zu m�ssen." 

In seiner umfangreichen Menschenrechtserkl�rung, die sich an eine Reihe fr�herer Erkl�rungen anschliesst, fordert der �RK erneut die Abschaffung der Todesstrafe. Die Mitgliedskirchen werden zur konsequenten �bernahme dieses Standpunkts aufgefordert. Erstmals ausf�hrlicher dargestellt werden in dem Dokument die Herausforderungen der Globalisierung von Wirtschaft, Kultur und Kommunikationsmittel f�r die Menschenrechte. Die Globalisierung bedrohe die menschliche Gemeinschaft durch wirtschaftliche und rassistische Formen der Ausbeutung, wird betont.*

�kumenischer Rat der Kirchen
Presse- und Informationsb�ro, Harare
Tel.:  +263.91.23.23.81
E-Mail:  [email protected]
http://www.wcc-coe.org


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