From the Worldwide Faith News archives www.wfn.org


�RK fordert G-8-Staaten...


From "Sheila MESA" <[email protected]>
Date 09 Jun 1999 10:00:57

�kumenischer Rat der Kirchen
Pressemitteilung
Zur Ver�ffentlichung frei
9. Juni 1999

�RK FORDERT G-8-STAATEN ZU RADIKALEREN L�SUNGSANS�TZEN IN DER SCHULDENKRISE AUF

Der �kumenische Rat der Kirchen (�RK) hat am Mittwoch, 9. Juni, in einer im Rahmen einer Pressekonferenz im �kumenischen Zentrum herausgegebenen Erkl�rung die G-8-Vorschl�ge zur L�sung der Schuldenkrise stark kritisiert. In der Erkl�rung rufen �RK-Generalsekret�r Konrad Raiser und der �RK-Direktor f�r "Problembereiche und Themen" Sam Kobia die Regierungschefs der G-8-Staaten dazu auf, sich auf ihrer am 18. Juni in K�ln, Deutschland, beginnenden Tagung um einen radikaleren L�sungsansatz zu bem�hen.

"Nicht so sehr finanzielle Fragen, sondern der fehlende politische Wille steht einer dauerhaften L�sung des Schuldenproblems im Wege," heisst es in der Erkl�rung. Darin werden die G-8-Regierungen aufgerufen, Initiativen f�r einen Schuldenerlass Reformen des Finanz- und Handelssystems zur Seite zu stellen. Ausserdem sollen sie sich positiv zu der Forderung nach einer gr�sseren Kontrolle des transnationalen Kapitalflusses durch die Regierungen und die Zivilgesellschaft �ussern.

Unter Hinweis auf die Achte �RK-Vollversammlung - die im Dezember 1998 in Harare, Simbabwe, stattfand - und deren Unterst�tzung der Zielsetzungen der "Erlassjahr 2000"-Koalitionen ruft die Erkl�rung die Regierungschefs der G-8-Staaten dazu auf, anzuerkennen, dass es dringend notwendig ist,

"a. den �rmsten L�ndern die Schulden zu erlassen, um ihnen einen Neuanfang im neuen Jahrtausend zu erm�glichen;

b. den L�ndern mit mittlerem Einkommen innerhalb desselben zeitlichen Rahmens die Schulden erheblich herabzusetzen; 

c. zu akzeptieren, dass der Erlass der Schulden nicht so lange hinausgeschoben werden kann, bis die von den Gl�ubigern auferlegten Bedingungen erf�llt sind;

d. ein neues, unabh�ngiges und transparentes Schlichtungsverfahren f�r die Verhandlungen und Vereinbarungen zu einer internationalen Schuldenstreichung einzuf�hren;

e. Massnahmen zu treffen, die den Schuldnerl�ndern eine Rechenschaftspflicht auferlegen, wenn die Schulden erlassen worden sind; diese Bedingungen sind von �rtlichen Gemeinwesenorganisationen, einschliesslich der Kirchen, und anderen repr�sentativen Organisationen der Zivilgesellschaft, festzulegen und sollen gew�hrleisten, dass der Erlass der Schulden zu einer gerechten Verteilung des Reichtums f�hrt;

f. ihre Macht daf�r einzusetzen, dass illegal auf Nummernkonten ins Ausland transferiertes Kapital in die Schuldnerstaaten zur�ckgef�hrt wird;

g. sich im Zusammenwirken mit der Zivilgesellschaft an einer globalen Wirtschaftsreform zu beteiligen, um die Bedingungen f�r eine gerechte Verteilung des Reichtums zu schaffen und neue Schuldenkrisen zu verhindern."

[Die Erkl�rung finden Sie ab heute (9. Juni 1999) auf der Webseite des �RK unter 
<http://www.wcc-coe.org/wcc/what/jpc/g8-g.html>]

"Schuldenerlass - und was dann?"

In einem �ffentlichen Rund-Tisch-Gespr�ch nach der Pressekonferenz �ber die Frage "Schuldenerlass - und was dann?" stellte Susan George, beigeordnete Direktorin des Transnationalen Instituts (TNI) und Pr�sidentin des Observatoire de la Mondialisation, neue Probleme heraus, die �ber die "Erlassjahr 2000"-Kampagne hinausreichen.

George warnte vor jeder Erweiterung der Befugnisse der Welthandelsorganisation (WTO) und schlug eine gr�ndliche Untersuchung der Auswirkungen vor, die die WTO bisher auf Besch�ftigungslage, Konsumenten, Umwelt, Entwicklung, Menschenrechte und Demokratie gehabt hat. Mit Bezug auf den j�ngsten Entscheidungsprozess im Zusammenhang mit dem internationalen Bananenhandel bezeichnete George das Streitbeilegungsverfahren der WTO als Vorstufe zur Einrichtung einer total antidemokratischen Gesetzgebung.

Eine Delegation der Interkontinentalen Karawane besucht den �RK

Am fr�hen Nachmittag begr�sste der �RK eine Abordnung der Internationalen Karawane, zu der �ber hundert Bauern aus Indien geh�ren, die nach Genf kamen, um vor der WTO gegen die Mechanismen der freien Marktwirtschaft zu protestieren. In seiner Begr�ssungsansprache wies der �RK-Generalsekret�r auf  "die lange Tradition des �RK hin, mit Menschen zu zusammenzuarbeiten, die die Priorit�ten f�r ihre Entwicklung selber setzen".

"In unserer eigenen Auseinandersetzung mit der Dynamik der Globalisierung sind wir zu dem Schluss gelangt, dass es nicht ausreicht, sich allein an die Hauptakteure zu wenden, vielmehr m�ssen wir uns zus�tzlich um gerechte und tragf�hige Alternativen bem�hen," erkl�rte Raiser. "Dadurch, dass Sie Beziehungen zu Partnern in Europa gekn�pft haben, einschliesslich zu internationalen Organisationen wie dem �RK, und dass Sie vor den Sitz der K�rperschaften ziehen, die die Grundlagen Ihres Lebensunterhalts beeintr�chtigen, haben Sie zur Entwicklung einer neuen Dynamik beigetragen," f�gte er hinzu, "der Globalisierung von der Basis."

Kontaktperson:  Karin Achtelstetter, Medienbeauftragte     

**********
Der �kumenische Rat der Kirchen ist eine Gemeinschaft von 336 Kirchen in �ber 100 L�ndern auf allen Kontinenten und aus praktisch allen christlichen Traditionen. Die r�misch-katholische Kirche ist keine Mitgliedskirche, arbeitet aber mit dem �RK zusammen. Oberstes Leitungsorgan ist die Vollversammlung, die ungef�hr alle sieben Jahre zusammentritt. Der �RK wurde 1948 in Amsterdam (Niederlande) offiziell gegr�ndet. An der Spitze der Mitarbeiterschaft steht Generalsekret�r Konrad Raiser von der Evangelischen Kirche in Deutschland.

�kumenischer Rat der Kirchen
B�ro der Medienbeauftragten 
Tel:  (41.22) 791.61.53 / 791.64.21
Fax:  (41.22) 798.13.46
E-Mail: [email protected]
http://www.wcc-coe.org

Postfach 2100
CH-1211 Genf 2


Browse month . . . Browse month (sort by Source) . . . Advanced Search & Browse . . . WFN Home