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Afrika: Herausforderung f�r die �kumenische Bewegung
From
"Sheila MESA" <[email protected]>
Date
28 Aug 1999 12:05:38
�kumenischer Rat der Kirchen
Pressemitteilung
Zur Ver�ffentlichung frei
28. August 1999
ZENTRALAUSSCHUSS Nr. 6
AFRIKA: HERAUSFORDERUNG F�R DIE �KUMENISCHE BEWEGUNG
"Ich hoffe, dass Sie Ihre Stimme als �kumenischer Rat der Kirchen (�RK) mit Nachdruck dem hinzuf�gen werden, was der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen vor zwei Tagen in New York beschlossen hat." Der Sonderbeauftragte der Vereinten Nationen, Olara A. Otunnu, forderte die Delegierten des Zentralausschusses des �RK am heutigen Samstag in Genf, Schweiz, auf, die Resolution 1261, die sich gegen die Auswirkungen bewaffneter Konflikte auf Kinder wendet, zu unterst�tzen. Das moralische Gewicht der Kirchen der Welt sei wichtig, um die Situation von Kindern und Jugendlichen, die am meisten unter Kriegen und bewaffneten Auseinandersetzungen leiden w�rden, zu verbessern. Mehr als zwei Millionen Kinder seien in den vergangenen zehn Jahren in Kriegen get�tet worden, 20 Millionen aus ihrer Heimat vertrieben. Das gr�sste Verbrechen an den Kindern, die die Zukunft der Menschheit bedeuteten, sei jedoch der Missbrauch von mehr als 200 000 unter 18-j�hrigen als Soldaten. "Sie sollten Ihre Autorit�t als Kirchen nutzen, um in Ihren L�ndern darauf einzuwirken, dass die Konvention angewendet bzw. auf internationaler Ebene unterst�tzt wird!" sagte Otunnu, dessen Rede von den Delegierten mit grosser Zustimmung aufgenommen wurde. Sie war der H�hepunkt des Tages, an dem sich der ZA des �RK ausschliesslich mit Afrika besch�ftigte.
Levi Okang'a Akhura aus Kenia hatte am Morgen den Rhythmus auf seiner Tumba-Ngoma-Trommel geschlagen und damit die Br�cke zwischen dem Afrika-Plenum in Harare und dem Afrika-Plenum in Genf, dem Sitz des �kumenischen Rates der Kirchen �RK. In Harare hatte letztes Jahr die achte �RK-Vollversammlung stattgefunden, in Genf arbeitet gegenw�rtig der �RK-Zentralausschuss an der k�nftigen Ausrichtung des �RK.
Dem Zentralausschuss lag eine umfassende Analyse der Probleme des afrikanischen Kontinents vor, die durch ersch�tternde Zeugnisse afrikanischer Delegierter erg�nzt wurde. Die in Harare geforderte Dekade zur �berwindung von Gewalt ist mit Blick auf Afrika eine besondere Herausforderung f�r die �kumenische Bewegung. "Wie k�nnen", so fragte der ruandische Delegierte Andr� Karamanga, "die Kirchen aus L�ndern des Wohlstand�berflusses die Situation in den L�ndern mit einem �berfluss an Elend verstehen?" Zahlreiche Mitglieder des Zentralausschusses wiesen auf die zerst�rende Wirkung der Verschuldung Afrikas hin, die der Jugend jede Zukunftshoffnung raube und den Aufbau von zivilgesellschaftlicher Strukturen unm�glich mache.
Am Afrika-Plenum wurde deutlich, wie stark der Kontinent noch unter den kolonialen Strukturen leidet. Trotz Unabh�ngigkeit und Reichtum an Rohstoffen k�nnen nur wenige afrikanische L�nder auf funktionierende Volkswirtschaften bauen. Und das nationalstaatliche Modell, das Afrika von den Kolonalm�chten aufgezwungen wurde, erweist sich in vielen F�llen als verheerend. Das heutige Afrika sei mit Europa im 15. und 16. Jahrhundert zu vergleichen, als auf eine lange Periode der kulturellen Stagnation ein Prozess des Wiederaufbaus, der Renaissance folgte. Zahlreiche Delegierte betonten denn auch die Notwendigkeit einer Renaissance der afrikanischen Gesellschaft und wiesen auf die spirituelle Kraft der afrikanischen V�lker hin, die Anlass zu Hoffnung gebe.
In vielen L�ndern Afrikas haben die Kirchen in Zusammenarbeit mit der Bev�lkerung ein �RK-Programm zum Wiederaufbau eingeleitet und unterst�tzen Regionalisierungsinitiativen. Ausserdem hat der �RK zusammen mit nationalen Kirchenr�ten und dem allafrikanischen Kirchenrat begonnen, neue Formen regionaler, nationaler und internationaler Solidarit�t zu entwickeln, sowie Ideen und Bewegungen zum Aufbau lebensf�higer Gemeinschaften zu f�rdern. Grosses Gewicht legt der �RK zudem auf einen Dialog zwischen den afrikanischen Religionen und dem Christentum.
Angesichts des "ungeheuren, sinnlosen und unn�tigen Verlustes von Menschenleben" infolge von Krieg und Verschuldung m�sse sich die �kumenische Gemeinschaft in einem besonderen Mass der Frage nach der Heiligkeit des Lebens stellen. Verschiedene Delegierte wiesen darauf hin, dass die L�nder des Nordens humanit�re Katastrophen in Afrika in den meisten F�llen kaum zur Kenntnis n�hmen.
Kontaktperson: Karin Achtelstetter, Medienbeauftragte
Tel: (++41. 22) 791. 61. 53 Handy: (+41) 79. 284. 52. 12
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Der �kumenische Rat der Kirchen ist eine Gemeinschaft von 336 Kirchen in �ber 100 L�ndern auf allen Kontinenten und aus praktisch allen christlichen Traditionen. Die r�misch-katholische Kirche ist keine Mitgliedskirche, arbeitet aber mit dem �RK zusammen. Oberstes Leitungsorgan ist die Vollversammlung, die ungef�hr alle sieben Jahre zusammentritt. Der �RK wurde 1948 in Amsterdam (Niederlande) offiziell gegr�ndet. An der Spitze der Mitarbeiterschaft steht Generalsekret�r Konrad Raiser von der Evangelischen Kirche in Deutschland.
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