From the Worldwide Faith News archives www.wfn.org
�RK - Ohne sie geht nichts - die Stewards beim Zentralausschuss
From
"Sheila MESA" <[email protected]>
Date
31 Aug 1999 02:31:49
�kumenischer Rat der Kirchen
Feature
31. August 1999
ZENTRALAUSSCHUSS Nr. 1
OHNE SIE GEHT NICHTS - DIE STEWARDS BEIM ZENTRALAUSSCHUSS DES �KUMENISCHEN RATES DER KIRCHEN
Sie bezeichnen sich selbst als die "Regenbogenfamilie" - und das sind sie wirklich. 39 junge Menschen aus 37 L�ndern - aus Tonga in der S�dsee und Simbabwe, aus Armenien und Kambodscha, aus Myanmar und Puerto Rico. Ohne sie w�rde nichts laufen bei der Zentralausschuss Sitzung des �kumenischen Rates der Kirchen (�RK), die vom 26. August bis zum 3. September in Genf, Schweiz, stattfindet.
Sie servieren Kaffee und Tee in den Sitzungspausen, versorgen die Delegierten mit Empfangsger�ten f�r die Simultan�bersetzung, machen Fotokopien, helfen bei Ton- und Fernsehaufnahmen oder bei Computerproblemen - tun all die kleinen Dinge, die den reibungslosen Ablauf einer Konferenz mit mehr als 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmern sichern. Arbeiten, die "jeder Jugendliche aus Genf genausogut tun k�nnte", wie es der Katholik Shannon (24) aus Liberia formuliert. Aber auch er weiss: Der Einsatz der Stewards ist Ausdruck des �kumenischen Gedankens, der an die junge Generation in den Kirchen in aller Welt herangetragen werden soll. Ein offener Geist, wenn man bedenkt, dass die r�misch-katholische Kirche nicht Mitglied des �RK ist.
Das Stewardprogramm wurde vom ersten Generalsekret�r, W.A. Visser 't Hooft, ins Leben gerufen mit dem Ziel, den jungen Menschen auf diese Weise �kumenisches Bewusstsein und ein Gef�hl weltweiter Solidarit�t zu vermitteln. "Es gab einige Bedingungen f�r die Bewerbung", erz�hlt die Methodistin Hilda (27) aus der Dominikanischen Republik, "man muss Englisch sprechen, aktiv in der eigenen Kirche sein, und bereit, nach der R�ckkehr seine Erfahrungen in die Arbeit der Kirche einzubringen. Ich war so gl�cklich, dass ich ausgew�hlt wurde!" Die Ausgew�hlten haben ein gut gef�lltes Dreiwochen-Programm, das f�r viele voller �berraschungen steckt - schliesslich sind die meisten von ihnen zum ersten Mal �berhaupt im Ausland. "Ich war f�rmlich geschockt, dass es einen Platz auf der Welt gibt, in dem H�user und Strassen alle in Ordnung sind, so viele Waren in den Gesch�ften liegen, die Busse und alles andere so gut funktionieren...!" beschreibt Shannon, der w�hrend des B�rgerkrieges in Liberia aufgewachsen ist, seine Gef�hle.
�kumenische Fortbildung
Die ersten drei Tage verbrachten die Stewards, die zwischen 20 und 30 Jahre alt sind, in kleinen Gruppen in verschiedenen Schweizer St�dten, untergebracht in Familien oder Gemeindeh�usern. Dann ging es zum Vorbereitungsseminar nach Genf. Informationen �ber die �kumenische Bewegung, Diskussionen und Rollenspiele standen auf dem Programm. "Dabei merkten wir, dass es viel einfacher ist, theoretisch �ber �kumene zu reden, als sie zu praktizieren!" beschreibt die Lutheranerin Viola (25) aus Renningen, Deutschland, ihre Einsch�tzung nach einem Rollenspiel, bei dem es um die Heirat zwischen einem orthodoxen Griechen und einer protestantischen Inderin ging. Abschliessend wurden die Stewards �ber ihre Einsatzbereiche informiert - und dann ging es los.
"Ich finde es toll, im Sitzungssaal zu arbeiten", meint Hilda, "man kommt ganz leicht ins Gespr�ch mit den Delegierten." Die Orthodoxe Samantha (29) aus den USA hat immer sp�t Feierabend. Sie kopiert und verteilt bis in den Abend hinein die Pressemitteilungen des �RK. Daf�r hat sie den Vormittag �ber frei.
Einen Teil ihrer Anreisekosten sollten die Stewards nach M�glichkeit selber tragen. Der positive Effekt: Die Suche nach Geld bindet sie verst�rkt in ihre Heimatkirchen ein. Jan (21) aus der Slowakei, der Internet-Freak, hat inzwischen alle Gruppemitglieder mit der Nutzung des Internets vertraut gemacht. Alle sind jetzt begierig, ihre neuen Kenntnisse zuhause zu nutzen - am eigenen Computer, bei Freunden, in Universit�t oder Arbeitsstelle. Und alle sind sicher, dass sie den Kontakt zueinander �ber dieses Medium aufrechterhalten wollen, wenn sie am Ende der Sitzung wieder in alle vier Winde auseinandergehen. "Sicher mit Tr�nen in den Augen!" sagt Shannon, der nie gedacht h�tte, dass sich Menschen so verschiedener Herkunft und Tradition so gut verstehen k�nnen. "Ich w�nsche mir, dass die Menschen in Liberia endlich merken, dass wir als Gottes Kinder friedlich zusammenleben k�nnen und uns nicht gegenseitig qu�len und umbringen!"
Was die Stewards nach Genf tun, ist so unterschiedlich, wie ihre Herkunft es erwarten l�sst. Shannon wird im Don Bosco Heim in Monrovia, Liberia, weiter mit fr�heren Kindersoldaten arbeiten: "Die Zeit hier beim �RK ist eine echte Erholung. Ich kann die Geschichten, die mir die kriegstraumatisierten Jungen und M�dchen zuhause erz�hlen, manchmal kaum verarbeiten."
Shannon holt zur Zeit seine Schulausbildung nach und m�chte eines Tages als Psychologe oder Sozialarbeiter mit Traumatisierten arbeiten. Viola wird ihr Theologiestudium in Rostock fortsetzen. "Meine Heimat ist der w�rttembergische Pietismus, und ich hoffe, mit meinen Berichten in meiner Gemeinde die Vorbehalte vor der weltweiten �kumene mindern zu k�nnen." Hilda kehrt in ihren Job als Chefsekret�rin einer Baufirma in Santo Domingo, Dominikanische Republik, zur�ck. "Mein Chef fand meine Chance, hierherzukommen, so toll, dass er mir Sonderurlaub gegeben hat - unter der Bedingung, dass ich allen in der Firma davon erz�hle."
F�r viele ehemalige Stewards war ihr Einsatz bei einer der grossen Konferenzen ein pr�gendes Erlebnis f�r das ganze Leben - im kleinen oder gr�sseren Rahmen. So betonte auch der Methodist Philip Potter, der von 1972 bis 1984 Generalsekret�r des �RK war, immer wieder, dass seine �kumenische Karriere in den 40er Jahren als Steward begonnen habe. Wer weiss - vielleicht sehen wir in einigen Jahren ja eine oder einen der hier t�tigen Stewards als Pr�sident oder Generalsekret�rin des �RK wieder ...
Fotos zu dem Feature erhalten Sie unter der folgenden Adresse:
Tel: (+41.22) 791.62.95; e-mail: [email protected]; website: www.wcc-coe.org/photo
Kontaktperson: Karin Achtelstetter, Medienbeauftragte
Tel: (++41.22) 791.61.53 Handy: (+41) 79.284.52.12
**********
Der �kumenische Rat der Kirchen ist eine Gemeinschaft von 336 Kirchen in �ber 100 L�ndern auf allen Kontinenten und aus praktisch allen christlichen Traditionen. Die r�misch-katholische Kirche ist keine Mitgliedskirche, arbeitet aber mit dem �RK zusammen. Oberstes Leitungsorgan ist die Vollversammlung, die ungef�hr alle sieben Jahre zusammentritt. Der �RK wurde 1948 in Amsterdam (Niederlande) offiziell gegr�ndet. An der Spitze der Mitarbeiterschaft steht Generalsekret�r Konrad Raiser von der Evangelischen Kirche in Deutschland.
�kumenischer Rat der Kirchen
B�ro der Medienbeauftragten
Tel: (41.22) 791.61.53 / 791.64.21
Fax: (41.22) 798.13.46
E-Mail: [email protected]
http://www.wcc-coe.org
Postfach 2100
CH-1211 Genf 2
Browse month . . .
Browse month (sort by Source) . . .
Advanced Search & Browse . . .
WFN Home