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KIRCHEN EUROPAS M�SSEN SICH IN DEN POLITISCHEN PROZESS DER EINIGUNG EINBRINGEN
From
Beno�t Zimmermann <[email protected]>
Date
01 Sep 1999 00:20:42
�kumenischer Rat der Kirchen
Pressemitteilung
Zur Ver�ffentlichung frei
31. August 1999
ZENTRALAUSSCHUSS Nr. 10
KIRCHEN EUROPAS M�SSEN SICH IN DEN POLITISCHEN PROZESS DER EINIGUNG EINBRINGEN
"Noch immer ist in Europa heute, zehn Jahre nach dem Fall des Eisernen Vorhangs, als schwerstes Erbe des Kalten Krieges die �konomische Trennung zu sp�ren, mehr noch als die religi�se Trennung." Keith Clements, Generalsekret�r der Konferenz Europ�ischer Kirchen (KEK) in Genf, Schweiz, betonte am heutigen Dienstag bei einem Pressegespr�ch anl�sslich der Zentralausschuss Sitzung des �kumenischen Rates der Kirchen (�RK) die Notwendigkeit, dass die Kirchen Europas sich in den politischen Prozess der europ�ischen Einigung einbr�chten. Dabei d�rfe nicht vergessen werden, dass Europa mehr sei als die Europ�ische Union (EU) und sich nicht im Ost-West-Gegensatz ersch�pfe. "Europa besteht auch aus Nord und S�d und einer Vielzahl von Regionen!" betonte Clements.
Eine Hauptaufgabe des �RK und der KEK bestehe seit ihrer Gr�ndung nach dem Zweiten Weltkrieg in der Br�ckenfunktion zwischen den Kirchen in Ost und West. Heute seien aber auch die Kontakte zu den Institutionen der EU wichtig, so Clements. Da die osteurop�ischen Kirchen und ihre Mitglieder die Folgen der "explosiven Verarmung" besonders zu sp�ren bek�men, sei ihre Unterst�tzung durch die �kumenische Gemeinschaft weiterhin unabdingbar. Das betr�fe den Aufbau von diakonischen Einrichtungen ebenso wie die Ausbildung nicht zuletzt von Frauen f�r Leitungspositionen und die Sicherung der Menschenrechte zum Beispiel durch Seminare f�r Mitglieder verschiedener Kirchen. Dabei d�rfe aber nicht vergessen werden, die jeweils eigene Identit�t der Kirchen zu respektieren, sagte Clements. Er wies auf die Bestrebungen der KEK hin, auf Wunsch der Mitgliedskirchen zum Osterfest im Jahre 2001, das bei allen christlichen Kirchen in diesem Jahr am selben Termin gefeiert wird, Richtlinien vorzulegen f�r die Beziehungen untereinander und die Priorit�ten der Kirchen.
Alexander Belopopsky, �RK-Europasekret�r, beschrieb die Ver�nderungen in Europa als Folge des Zusammenbruchs im Ostblock. Europa stellt heute beinahe ein Drittel aller �RK-Mitgliedskirchen. Wichtig sei es, diese miteinander ins Gespr�ch zu bringen und vor allem den osteurop�ischen Kirchen praktische Hilfestellung bei der Bew�ltigung der Folgen wirtschaftlicher und sozialer Umw�lzungen in ihren L�ndern zu leisten. Erfolgreiche Anstrengungen seien vom �RK in Russland und dem fr�heren Jugoslawien unternommen worden. "Man kann Konflikte dazu benutzen, Trennung zu betonen, oder als Anlass nehmen, diese zu �berwinden. Die europ�ischen Kirchen haben bisher das Letztere getan und sollten darin nicht nachlassen", forderte Belopopsky.
Bischof Christoph Klein von der Evangelischen Kirche A.B. in Rum�nien schilderte die Situation in seinem Land. Der Grundstock f�r den Geist von Toleranz und Vers�hnung in Rum�nien sei im 16. Jahrhundert durch ein seinerzeit einzigartiges Gesetz �ber Religionsfreiheit gelegt worden. Nach der Verfolgung der Religionen w�hrend der kommunistischen �ra habe die politische Freiheit seit 1989 auch eine breite Aufbruchstimmung in den 15 offiziellen Kirchen bewirkt. "Aber es wurde pl�tzlich ein spirituelles Vakuum deutlich. Jeder k�mmerte sich nur noch um seine eigenen Angelegenheiten; Konkurrenzen und Konflikte traten auf", beschrieb Klein. Der �RK unterst�tzte die Einrichtung von AIDROM - einer �kumenischen Hilfs- und Entwicklungsorganisation und Gespr�chsplattform, auf der inzwischen substanzielle Arbeit der Kirchen miteinander geleistet wird. "Die ethnischen und konfessionellen Unterschiede werden dabei nicht verleugnet, die eigene Identit�t nicht aufgegeben."
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Der �kumenische Rat der Kirchen ist eine Gemeinschaft von 336 Kirchen in �ber 100 L�ndern auf allen Kontinenten und aus praktisch allen christlichen Traditionen. Die r�misch-katholische Kirche ist keine Mitgliedskirche, arbeitet aber mit dem �RK zusammen. Oberstes Leitungsorgan ist die Vollversammlung, die ungef�hr alle sieben Jahre zusammentritt. Der �RK wurde 1948 in Amsterdam (Niederlande) offiziell gegr�ndet. An der Spitze der Mitarbeiterschaft steht Generalsekret�r Konrad Raiser von der Evangelischen Kirche in Deutschland.
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