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CMI - INDONESIEN: PROZESS DER HEILUNG UND VERS�HUNG IST DRINGEND NOTWENDIG


From "Sheila MESA" <[email protected]>
Date 01 Sep 1999 08:30:27

Title:
�kumenischer Rat der Kirchen
Pressemitteilung
Zur Ver�ffentlichung frei
1. September 1999

ZENTRALAUSSCHUSS  Nr. 11

INDONESIEN: PROZESS DER HEILUNG UND VERS�HUNG IST DRINGEND NOTWENDIG

Clement John vom Team "Internationale Beziehungen" im �kumenischen Rat der Kirchen (�RK) hat eine Ausweitung des UNO-Mandats auf Ost-Timor gefordert. An einem Pressegespr�ch zu Indonesien und Ost-Timor wies John auf die wichtige Rolle der UNO beim Referendum �ber die Unabh�ngigkeit des fr�heren portugiesischen Kolonialgebiets hin. Die Lage auf Ost-Timor sei aber noch alles andere als stabil. Auch wenn sich eine deutliche Mehrheit der Bev�lkerung f�r die Unabh�ngigkeit ausspreche, k�nne nicht mit einem Ende der Spannungen gerechnet werden. Deshalb m�sse das UNO-Mandat weitergehen, bis Friede und Sicherheit gew�hrleistet seien.   

Auch f�r Indonesien und Ost-Timor sei nun ein Prozess der Heilung und Vers�hnung dringend notwendig, betonte die Indonesierin Septemmy Lakawa, Mitglied des �RK-Zentralausschusses beim Pressegespr�ch. Die Entwicklung seit dem Sturz von Pr�sident Suharto 1998 habe zu einer Intensivierung der Zusammenarbeit zwischen den christlichen Kirchen, aber auch zwischen Christen und Muslimen beigetragen.   

Zu Beginn dieses Jahres hatte eine Delegation des �RK und der Asiatischen Christlichen Konferenz (ACC) Indonesien insbesondere wegen der Gewaltexzesse, der Zerst�rung zahlreicher Kirchen sowie der Unabh�ngigkeitsbewegungen auf Irian Jaya und Ost-Timor besucht. Die Delegation war zum Schluss gekommen, dass die Gewalt in Indonesien nicht in erster Linie religi�se, sondern vielmehr wirtschaftliche und soziale Ursachen hat. �RK und ACC riefen die indonesische Regierung auf, den von Pr�sident Bacharuddin Jusuf Habibie versprochenen nationalen Dialog zur Gestaltung der Zukunft Indonesiens endlich in Gang zu setzen.   

An dem Dialog sollen unter anderem auch f�hrende Vertreter ethnischer Minderheiten, von Kirchen, NGO's und der Studentenbewegung teilnehmen. Der �RK hatte unter anderem gefordert, dass dabei auch das Selbstbestimmungsrecht der Bev�lkerung von Iran Jaya zur Sprache kommen m�sse.  

Der �RK hat sich unter anderem im Mai 1998 �ffentlich in die Vorg�nge in Indonesien eingeschaltet, nachdem es im Schatten der asiatischen Wirtschaftskrise zu schweren Ausschreitungen insbesondere gegen die chinesische Minderheit gekommen war. Die Rolle der christlichen Kirchen in Indonesien ist in den letzten Jahren schwieriger geworden. Von den 213 Millionen Einwohnern sind lediglich 13 Millionen Christen (davon 3,5 Millionen Katholiken). Unter der �ra von Pr�sident Sukarno (1945-1967) kam es nur selten zu Angriffen auf Kirchen. Doch in den 31 Jahren der Pr�sidentschaft Thojib Suhartos wurden rund 600 Kirchen zerst�rt. Nach dem Machtwechsel im vergangenen Jahr sind zwischen Mai 1998 und Januar 1999 insgesamt 87 Kirchen angez�ndet worden. Dazu kommt, dass wegen des steigenden Einflusses muslimischer Fundamentalisten in den islamischen Kerngebieten die Sharia faktisch die staatlichen Gesetze abgel�st hat.   

Beim Pressegespr�ch zu Indonesien und Ost-Timor regte Aruna Gnanadason vom �RK-Team "Gerechtigkeit, Frieden und Sch�pfung" eine internationale Konferenz gegen Gewalt an Frauen an. Nicht nur auf dem Balkan, sondern auch in Indonesien habe das Milit�r zum Mittel der systematischen Vergewaltigung von Frauen verschiedener Minderheiten gegriffen. Wegen der lange Zeit unterdr�ckten Presse sei das Ausmass der Gewalt gegen Frauen jedoch erst nach dem Sturz von Pr�sident Suharto und auch dann erst allm�hlich deutlich geworden.   

Kontaktperson:  Karin Achtelstetter, Medienbeauftragte      
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Der �kumenische Rat der Kirchen ist eine Gemeinschaft von 336 Kirchen in �ber 100 L�ndern auf allen Kontinenten und aus praktisch allen christlichen Traditionen. Die r�misch-katholische Kirche ist keine Mitgliedskirche, arbeitet aber mit dem �RK zusammen. Oberstes Leitungsorgan ist die Vollversammlung, die ungef�hr alle sieben Jahre zusammentritt. Der �RK wurde 1948 in Amsterdam (Niederlande) offiziell gegr�ndet. An der Spitze der Mitarbeiterschaft steht Generalsekret�r Konrad Raiser von der Evangelischen Kirche in Deutschland.

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