From the Worldwide Faith News archives www.wfn.org
LANDESBISCHOF EBERHARDT RENZ: EIN PR�SIDIUMSMITGLIED ZUM ANFASSEN
From
Beno�t Zimmermann <[email protected]>
Date
03 Sep 1999 00:11:15
�kumenischer Rat der Kirchen
Portr�t
Zur Ver�ffentlichung frei
2. September 1999
ZENTRALAUSSCHUSS Nr. 1
LANDESBISCHOF EBERHARDT RENZ:
EIN PR�SIDIUMSMITGLIED ZUM ANFASSEN
"Nein, f�r existentiell halte ich die Kontroverse zwischen den orthodoxen Kirchen und dem �RK nicht", betont Landesbischof Eberhardt Renz, einer der acht Pr�sidenten des �kumenischen Rates der Kirchen (�RK). Seine Ausf�hrungen sind lebhaft und schn�rkellos einfach, sein schw�bischer Dialekt schafft N�he. Renz verk�rpert sein Engagement, nicht Funktion und Status.
So im Gespr�ch in einer Hotelhalle hat man fast M�he, ihn sich als pastoralen W�rdentr�ger vorzustellen. W�hrend den Sitzungen des Zentralausschusses trug er wie ein Delegierter des S�dens ein buntes Hemd �ber der Hose. Doch das ist nicht weiter erstaunlich: Renz war zwischen 1968 und 1971 Lehrer am Theological College der Presbyterianischen Kirche in Kamerun und sp�ter Afrika-Referent der Basler-Mission, und in seiner Evangelisch-Lutherischen Landeskirche in W�rttemberg war er mitverantwortlich f�r den OeME-Bereich (Mission, �kumenische Beziehungen und kirchliche Entwicklung).
In gewisser Weise ist f�r ihn die Auseinandersetzung zwischen Orthodoxen und Protestanten im �RK "selbstverst�ndlich" angesichts der stark unterschiedlichen Entwicklungsgeschichte. Es sei nicht zuletzt auch eine Generationenfrage. Nicht wenige j�ngere Vertreter orthodoxer Kirchen k�nnten erst jetzt, nach 40 Jahren Kommunismus, eigene �kumenische Erfahrungen machen. Dabei w�rden sie mit einer verwirrend neuen Welt und ganz andern Werten konfrontiert. Ein Beispiel sind f�r Renz die Orthodoxen in Georgien, die sich auf Grund innerkirchlicher Schwierigkeiten aus dem �RK zur�ckziehen mussten - unter grossem Bedauern der eigenen Kirchenleitung. Doch das wird sich, vermutet Renz, geben, wenn das Gespr�ch innerhalb der Orthodoxie weitergeht und gleichzeitig die Anfragen der Orthodoxen an die anderen Mitgliedskirchen im �RK intensiv diskutiert werden. (Inzwischen ist bekannt geworden, dass die an der achten Vollversammlung in Harare angeregte orthodox-protestantische Sonderkommission noch dieses Jahr zusammentreten wird.) Renz erinnert im �brigen daran, dass selbst seine w�rttembergische Landeskirche in den 70er Jahren an einen Austritt aus dem �RK dachte. Auch damals seien intensive Gespr�che mit Genf n�tig gewesen.
Deshalb ist es nur logisch, wenn er zum Schluss kommt, dass auch bei einem Austritt einiger orthodoxer Kirchen (wie Georgien und Bulgarien) aus dem �RK der Dialog weitergehen muss. Diese Erkenntnis hat er aus seinen langj�hrigen Kontakten mit vielen orthodoxen Kirchen in Deutschland gewonnen, wo viele Ostkirchen mittlerweile in Arbeitsgemeinschaften mit den andern christlichen Kirchen eingebunden sind. Aber auch die zahlreichen Begegnungen im �RK best�rken seine Haltung. "Erst durch Erzbischof Anastasios von Tirana habe ich verstehen gelernt, wie sehr der Balkan ein Teil Europas ist und dass diese L�nder nicht einfach mit �konomischen Kriterien in einen Stabilit�tspakt eingebunden werden k�nnen, dass wir andere Kriterien f�r die �stlichen Bewohner des Hauses Europa entwickeln m�ssen." (Bischof Anastasios stammt selbst aus Griechenland. Er wurde von seinen Vorgesetzten nach der Wende 1989 nach Albanien geschickt, um dort die albanisch-orthodoxe Kirche neu aufzubauen.)
Diese "zus�tzliche Dimension", dieser Austausch von Erfahrungen und Kenntnissen, die die Auseinandersetzungen im �RK bringen, ist f�r den Bischof von entscheidender Bedeutung f�r die Entwicklung der Kirchen auch in Deutschland. "In einer Mischehe �ndern sich meistens die Ansichten �ber die Konfession, die der Partner einbringt".
Vor allem aber ist Bischof Renz die "Christuszentriertheit" der Kirchen wichtig und nicht die Form. Wenn sich alle Kirchen darum bem�hten, Christus nachzufolgen, das Evangelium unter die Leute zu bringen, und nicht Form und Strukturen zu betonen, dann w�rden viele Fragen, selbst solche wie die Frauenordination oder die Homosexualit�t ihre Sprengkraft verlieren. Damit h�tte auch unterschiedliches Kirche-Sein nebeneinander Platz, davon ist Bischof Renz �berzeugt. Auch darum braucht es f�r ihn den �RK, damit die Kirchen immer wieder an ihre eigentliche Aufgabe erinnert werden, gemeinsam Zeugnis abzulegen.
Mit dem Stein mit dem aufgemalten Schiff der �kumene, den alle Mitglieder des Zentralausschusses zu Beginn auf ihrem Platz vorfanden, verbindet Eberhardt Renz den Wunsch, dem �RK auch in Zukunft das n�tige Gewicht zu geben.
Kasten
Lange Jahre hatte der �kumenische Rat der Kirchen (�RK) ein Pr�sidium, in dem die f�nf wichtigsten Konfessionen (mit Ausnahme r�misch-katholischen Kirche) vertreten waren. Da jedoch immer mehr Kirchen des S�dens Aufnahme im �RK fanden und die Kirchen des Nordens in Minderzahl gerieten, verschoben sich Ende der 60er Jahre die Gewichte im Pr�sidium zunehmend zugunsten geografischer Gesichtspunkte. Heute repr�sentiert es mit Afrika, Asien, Lateinamerika/Karibik, dem Nahen Osten, Nordamerika, Pazifik und Europa sieben Weltgegenden. Doch das kleine Europa stellt gleich zwei Vertreter, den Metropoliten Chrysostomos von Ephesos (T�rkei) vom �kumenischen Patriarchat von Konstantinopel, und eben Eberhard Renz, Bischof der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche W�rttemberg (Deutschland). Renz ist seit 1994 Bischof und Mitglied des Zentralausschusses des �kumenischen Rates. Letztes Jahr wurde er auf der 8. Vollversammlung in Harare ins Pr�sidium gew�hlt.
Fotos zu dem Feature erhalten Sie unter der folgenden Adresse:
Tel: (+41.22) 791.62.95; e-mail: [email protected]; website: www.wcc-coe.org/photo
Kontaktperson: Karin Achtelstetter, Medienbeauftragte
Tel: (++41.22) 791.61.53 Handy: (+41) 79.284.52.12
**********
Der �kumenische Rat der Kirchen ist eine Gemeinschaft von 336 Kirchen in �ber 100 L�ndern auf allen Kontinenten und aus praktisch allen christlichen Traditionen. Die r�misch-katholische Kirche ist keine Mitgliedskirche, arbeitet aber mit dem �RK zusammen. Oberstes Leitungsorgan ist die Vollversammlung, die ungef�hr alle sieben Jahre zusammentritt. Der �RK wurde 1948 in Amsterdam (Niederlande) offiziell gegr�ndet. An der Spitze der Mitarbeiterschaft steht Generalsekret�r Konrad Raiser von der Evangelischen Kirche in Deutschland.
�kumenischer Rat der Kirchen
B�ro der Medienbeauftragten
Tel: (41.22) 791.61.53 / 791.64.21
Fax: (41.22) 798.13.46
E-Mail: [email protected]
http://www.wcc-coe.org
Postfach 2100
CH-1211 Genf 2
Browse month . . .
Browse month (sort by Source) . . .
Advanced Search & Browse . . .
WFN Home