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�RK Weihnachtsbotschaft 1999
From
"WCC Media Office (Sheila MESA)" <[email protected]>
Date
19 Nov 1999 08:41:55
�kumenischer Rat der Kirchen
Pressemitteilung
Zur Ver�ffentlichung frei
19. November 1999
WEIHNACHTSBOTSCHAFT 1999
Dr Konrad Raiser
Generalsekret�r des �kumenischen Rates der Kirchen
Die Feiern der Geburt Jesu von Nazareth, welche die christlichen Kirchen in der ganzen Welt in diesem Jahr vorbereiten, stehen unvermeidlich im Zeichen des zu Ende gehenden Jahrhunderts und des Anbruchs eines neuen Jahrtausends. Eine grosse festliche Veranstaltung in Bethlehem aus Anlass der 2000 Jahre seit der Geburt Jesu wird vom Fernsehen in die ganze Welt �bertragen. Ungez�hlte christliche Pilger werden in Nazareth, Jerusalem und vielen anderen, mit dem Leben Jesu verbundenen Orten erwartet. Und nicht nur hier, sondern �berall wird es ein besonderes Weihnachtsfest sein. Auch Menschen, die keiner Kirche angeh�ren, werden von dem Licht angezogen werden, das ausgeht von dem, den Christen als den Mensch gewordenen Sohn Gottes bekennen.
Wegen der starken symbolischen Ausstrahlungskraft des �bergangs in ein neues Jahrhundert und ein neues Jahrtausend werden die aus diesem Anlass organisierten lautstarken und glitzernden �ffentlichen Festlichkeiten an vielen Orten das Gedenken an die Geburt Jesu Christi �berschatten. Aber ungeachtet der Feiern werden viele dem neuen Jahrtausend mit Angst und Furcht vor dem Unbekannten begegnen. �hnliche Vorahnungen erf�llten viele Menschen zu der Zeit, als Jesus geboren wurde. Es ist um so bemerkenswerter, dass auch nach 2000 Jahren das Leben und die Botschaft dieses aus dem j�dischen Volk stammenden Menschen weiterhin M�nner und Frauen anzieht, die in ihm die Quelle von Hoffnung und Gewissheit f�r ihr Leben finden. W�hrend seither die menschliche Geschichte mit all ihren H�hen und Tiefen weitergegangen ist, hat seine Ank�ndigung der kommenden Gottesherrschaft Menschen in Stand gesetzt, der Zukunft mit Vertrauen entgegenzusehen, und zugleich allen Formen menschlicher Macht einen kritischen Massstab vor Augen gehalten.
Aber jede glaubw�rdige und ehrliche Feier der Geburt Jesu in den christlichen Kirchen - den Gemeinschaften derer, die sich darauf eingelassen haben, dem Weg Jesu zu folgen - muss von einer Haltung der Bussfertigkeit begleitet werden. Auch wenn Christen seine Botschaft, das Evangelium, bis zu den Enden der Erde getragen haben, so haben sie sich in ihrem eigenen Leben doch oft dazu verleiten lassen, anderen Wegen zu folgen. Das zu Ende gehende Jahrtausend war eine Periode christlicher Spaltungen, K�mpfe und wechselseitiger Verurteilungen. Das Bestreben, eine christliche Kultur und Zivilisation auszubreiten oder zu verteidigen, hat Gewalt und Krieg, Ungerechtigkeit und Unterdr�ckung hervorgebracht. Und auch das jetzt endende Jahrhundert, in dem die �kumenische Bewegung entstanden und das Gesp�r f�r die Zusammengeh�rigkeit der Nachfolger Jesu Christ gewachsen ist, war dennoch die gewaltt�tigste Periode in der menschlichen Geschichte. Wir k�nnen seine Geburt in Bethlehem nicht feiern, ohne der Shoah zu gedenken, die f�r immer eingegraben bleiben wird in der Erinnerung des Volkes, aus dem Jesus kam.
Im Geist Jesu von Nazareth sollte unsere Botschaft zu Weihnachten in diesem Jahr ein Aufruf zur Vers�hnung sein: Vers�hnung zwischen Christen, Juden und Muslimen in Israel und Pal�stina zu einer Zeit, da der Friedensprozess in seine entscheidende Phase eintritt; Vers�hnung zwischen Christen und Muslimen in Indonesien, Nigeria, Pakistan, Bosnien und Kosovo; Vers�hnung zwischen Christen, Muslimen und Hindus in Indien; und Vers�hnung zwischen der Gliedern der christlichen Familie in der ganzen Welt.
W�hrend der letzten Jahre dieses Jahrhunderts sind wichtige Schritte vollzogen worden, um die Urspr�nge christlicher Spaltung zu �berwinden. Diese Bem�hungen m�ssen weitergehen. Die Kirchen, die zum Dienst der Vers�hnung berufen sind, m�ssen im eigenen Haus beginnen. Nur dann werden sie in der Lage sein, das Licht weiterzugeben, das sie in Jesus Christus empfangen haben. Denn "in ihm war Leben, und das Leben war das Licht der Menschen. Und das Licht scheint in der Finsternis, und die Finsternis hat es nicht ergriffen" (Joh. 1,4-5). M�ge dieses Licht aufleuchten, wenn wir in diesem Jahr Weihnachten feiern.
Die Weihnachtsbotschaft ist auch auf Kassette erh�ltlich.
Radioredaktionen und Medienstellen k�nnen die von �RK-Generalsekret�r Konrad Raiser gesprochene Weihnachtsbotschaft auf Englisch, Deutsch, Franz�sisch und Spanisch
bis zum 1. Dezember kostenlos bestellen.
Bitte wenden Sie sich an das B�ro der �RK-Medienbeauftragten:
E-mail: [email protected] oder [email protected]
Telefon: ++41-22-791 61 53 oder ++41-22-791 6421
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Der �kumenische Rat der Kirchen ist eine Gemeinschaft von 337 Kirchen in �ber 100 L�ndern auf allen Kontinenten und aus praktisch allen christlichen Traditionen. Die r�misch-katholische Kirche ist keine Mitgliedskirche, arbeitet aber mit dem �RK zusammen. Oberstes Leitungsorgan ist die Vollversammlung, die ungef�hr alle sieben Jahre zusammentritt. Der �RK wurde 1948 in Amsterdam (Niederlande) offiziell gegr�ndet. An der Spitze der Mitarbeiterschaft steht Generalsekret�r Konrad Raiser von der Evangelischen Kirche in Deutschland.
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