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�RK - Vorbereitung f�r Genf 2000
From
"Sheila Mesa" <[email protected]>
Date
24 Feb 2000 03:09:35
�kumenischer Rat der Kirchen
�RK-Feature
zur Ver�ffentlichung frei
24. Februar 2000
Die Botschaft in die Vorzimmer der Macht tragen
�kumenisches Team bereitet sich auf Genf 2000 vor
Zurzeit h�lt sich ein 16k�pfiges �kumenisches Team in New York auf, um im Vorbereitungsprozess der Vereinten Nationen (UN) f�r "Genf 2000" den kirchlichen Vorstellungen von sozialer Entwicklung Geltung zu verschaffen. Die
Teammitglieder bereiten sich so auf die Tagung "Genf 2000" vor, bei der in diesem Jahr vom 26. bis 30. Juni die Ergebnisse des Kopenhagener Weltgipfels f�r soziale Entwicklung von 1995 ausgewertet werden. Sie haben Debatten der soeben zu Ende gegangenen UN-Kommission f�r soziale Entwicklung verfolgt und sind auf der zwischen zwei Sitzungsperioden einberaumten Tagung vom 21. vom 25. Februar anwesend.
W�hrend dieser Zeit f�hren sie in den G�ngen und B�ros Gespr�che mit Regierungsvertretern und -vertreterinnen, formulieren Empfehlungen zu den entstehenden Dokumenten und tun alles in ihrer Kraft Stehende, um die Diplomaten und die �ffentlichkeit an diejenigen zu erinnern, die auf der Welt am meisten Not leiden und am h�ufigsten ausgegrenzt werden.
Im Rahmen eines Projekts, das vom UN-B�ro des �kumenischen Rates der Kirchen (�RK) und dem Lutherischen Weltbund (LWB) koordiniert wird, sind die Teammitglieder nach New York eingeladen worden, um an einer Reihe von UN-Tagungen in Vorbereitung auf "Genf 2000" - auch als "Kopenhagen + 5" bekannt - teilzunehmen. Die Teammitglieder repr�sentieren weltweite �RK-Netzwerke, Mitgliedskirchen, Glaubensgruppen sowie Partnerorganisationen.
Das Interesse, das der �RK den Bem�hungen um eine L�sung der Probleme der sozialen Entwicklung entgegenbringt, wurde bereits w�hrend des Weltgipfels in Kopenhagen deutlich. Damals versprach �RK-Generalsekret�r, Konrad Raiser, in seiner Plenarrede, dass die Kirchen sich f�r eine F�rderung der Kultur der Solidarit�t und des Lebens einsetzen w�rden.
Esther Camac-Ramirez, eine Quechua aus Peru, Leiterin der Vereinigung IXA CA VA� f�r Entwicklungs- und Ureinwohnerfragen in San Jos�, Costa Rica, geh�rt dem �kumenischen Team an, das sich derzeit in New York aufh�lt. Sie war fr�her Mitglied der methodistischen Kirche und arbeitet heute in der Tradition indigener Spiritualit�t.
Auch Vertreter und Vertreterinnen anderer Nichtregierungsorganisationen (NGOs) haben den Vorbereitungsprozess f�r "Genf 2000" verfolgt. Camac-Ramirez vermerkt allerdings, dass sie zumindest w�hrend dieser Sitzungsperiode in New York bislang keinem anderen Mitglied der Ureinwohnergemeinschaft begegnet ist.
"Der �kumenische Rat der Kirchen hat Menschen aus allen Bereichen der Gesellschaft Gelegenheit gegeben, ihre Vision zum Ausdruck zu bringen, und ohne sie w�ren wir nicht hier", sagt Camac-Ramirez. "Es ist sehr wichtig, unsere Pr�senz in Veranstaltungen wie diesen zu gew�hrleisten. Wenn wir nicht hier sind, bringt vielleicht jemand anderes unsere Anliegen vor, doch kennen diese Leute unsere Probleme nicht wirklich."
Gail Lerner, �RK-Vertreterin bei den Vereinten Nationen in New York, weist darauf hin, dass zur zweiten Vorbereitungstagung im April ein gr�sseres Team nach New York kommen wird. Diese Gruppe werde dann auch die von der UN-Generalversammlung einberufene "Kopenhagen + 5"-Tagung in Genf verfolgen.
Bei der Auswahl der Teammitglieder "haben wir dem S�den, Frauen und Ureinwohnern den Vorrang gegeben", erkl�rt Lerner. Sie betont, dass das Team auf einem soliden Fundament "gemeinsamer ethischer Vorstellungen und Werte" steht.
Wie ein Mitglied aus Kanada erkl�rt, sieht es das Team als seine Aufgabe an, in der UN-Debatte �ber Fragen der sozialen Entwicklung "einer starken ethischen Vision Geltung zu verschaffen".
"Unsere Arbeitsweise unterscheidet sich von der anderer Gruppen", erkl�rt Lerner. "Das �kumenische Team bringt sachkundige lokale Stimmen in die UNO, und h�ufig st�tzt sich ihre Sachkenntnis auf die gelebte Erfahrung."
Afrikanische Teammitglieder benennen spezifische Bed�rfnisse ihres Kontinents
Besonders Teammitglieder aus Afrika haben auf die besonderen Bed�rfnisse ihres Kontinents hingewiesen. "Kopenhagen liegt jetzt f�nf Jahre zur�ck, und wenn ich mich nach Anzeichen einer Umsetzung umschaue, dann sehe ich sehr wenig, fast nichts", sagt Bernardino Mandlate, der methodistische Bischof von Maputo, Mosambik. "Ich erhoffe mir von Genf eine Verpflichtung, die Dinge auch tats�chlich in Gang zu bringen."
In Genf, so Mandlate, werde das �kumenische Team den
Regierungsvertretern und -vertreterinnen "das menschliche Anlitz" derer vor Augen f�hren, die trotz der wirtschaftlichen Fortschritte f�r andere Teile der Weltbev�lkerung weiterhin in Armut leben.
Er w�rde es "begr�ssen, wenn die Erkl�rungen von Genf statt lediglich zu staatlichem Handeln zu ermutigen zu einer verbindlicheren Sprache �bergehen w�rden": "Ich m�chte deutliche Zielvorgaben, einen �berwachungsprozess und eine gr�ssere Beteiligung der Zivilbev�lkerung sehen."
Die afrikanischen Teammitglieder stellen mitunter eine Pr�senz dar, die ihre eigenen Regierungen nicht aufrechterhalten k�nnen. Beauty Maenzanise, eine evangelisch-methodistische Pfarrerin aus Simbabwe, suchte auf den UN-Vorbereitungstagungen die Vertreter und Vertreterinnen ihrer Regierung, "aber die waren nicht anwesend".
"Ich habe mich bem�ht, mit Repr�sentanten aller afrikanischen Regierungen zu sprechen", erz�hlt sie. Die meisten waren froh, dass ich dabei bin. "Sie sagten mir, so k�nne ich stellvertretend f�r sie zuh�ren." Die meisten afrikanischen Vertretungen, so Maenzanise, haben nur einen kleinen Mitarbeiterstab und k�nnen die zahlreichen Tagungen nicht st�ndig verfolgen.
Doch auch wenn die afrikanischen Mitglieder im �kumenischen Team einen Beitrag leisten k�nnen, h�lt es Maenzanise f�r h�chst bedauerlich, dass es den afrikanischen Staaten unm�glich ist, sich effektiv an diesem Vorbereitungsprozesses zu beteiligen. Wenn es darum geht, offiziell �ber die afrikanischen Bed�rfnisse zu sprechen und �ber Entscheidungen abzustimmen, dann reiche die Anwesenheit eines �kumenischen Teams als "Ohren" nicht aus, meint Maenzanise.
HIV/AIDS - ein Problem von besonderer Dringlichkeit
F�r Maenzanise ist die hohe Zahl der HIV/AIDS-Kranken in einigen L�ndern Afrikas eine besonders dringliche Frage. Um ein Gesamtbild von der Lage Afrikas zu bekommen, m�ssten die Regierungen dieses Problem im Zusammenhang mit den Fragen der wirtschaftlichen Entwicklung sehen, fordert sie.
Hellen Wangusa, eine Anglikanerin, die in Kampala, Uganda, ein Netzwerk koordiniert, das sich auf Fragen von spezieller Bedeutung f�r afrikanische Frauen konzentriert, hofft, dass die Genfer Tagung Gelegenheit bieten wird, auf die Bed�rfnisse der Basis einzugehen.
Sie �ussert ferner die Hoffnung, dass sich die Teilnehmenden konstruktiv mit der Frage der internationalen Schuldenlast auseinandersetzen werden. "Diese Debatte kann die Diskussion �ber andere Probleme wie Strukturanpassung bef�rdern", meint sie.
Ein katholisches Teammitglied, Albert Gyan aus Ghana, arbeitet derzeit in Br�ssel bei "Kairos Europa", einem Netz kirchlicher Einrichtungen, die sich der Probleme der Ausgegrenzten angenommen haben. Albert Gyan ist Volkswirtschaftler. Er hofft, dass "Kopenhagen + 5" auch die Leidtragenden des "neoliberalen Wirtschaftsmodells" anh�ren werde. Dieses Wirtschaftsmodell, das die Fragen der Entwicklung und der Befriedigung der Bed�rfnisse der Armen den Kr�ften des Marktes �berl�sst, hat seiner Meinung nach versagt. "Entweder wir gehen mit einem neuen Konzept voran oder wir werden �berhaupt nicht weiterkommen", sagt er.
Er hofft, dass zahlreiche Vertreter und Vertreterinnen marginalisierter Menschen in Genf dabei sein werden, damit Demonstrationen �hnlich denen im vergangenen Herbst w�hrend der Tagung der Welthandelsorganisation in Seattle stattfinden k�nnen - "allerdings ohne Gewalt", betont er. "Wir m�ssen die Botschaft auf die Strasse tragen und dann in die Vorzimmer der Macht", sagte Gyan. "Ich hoffe, unsere Bem�hen f�hren zu einem �ffentlichen Aufschrei."
Nicoleta Druta von der Rum�nischen Orthodoxen Kirche, Architektin und ehrenamtliche Koordinatorin der �kumenischen Organisation "Partner f�r den Wandel" in Bukarest, ist eines der europ�ischen Teammitglieder. Auch ihr bereitet die "Strukturanpassung" Sorge, allerdings weist sie darauf hin, dass dieser Begriff in Osteuropa eine andere Bedeutung hat als im S�den. Die osteurop�ischen L�nder m�ssen ihre gesamte Gesellschaft umstrukturieren, und dies erfordere eine besondere Ber�cksichtigung der menschlichen Dimension, f�gt sie hinzu: "Der Mensch ist kein Computer, in dem man nur die Programme auszuwechseln braucht. Deshalb erfordern die wirtschaftlichen Anpassungen einen komplexeren Ansatz, anstatt alles nur der Marktwirtschaft zu �berlassen."
John Langmore, Direktor der UN-Abteilung f�r soziale Entwicklung erkl�rt, das �kumenische Team zeige allein dadurch Wirkung, dass den Regierungen bewusst werde, dass noch jemand im Saal sei und zuh�re. Eine Regierung h�tte am liebsten NGO-Beobachter ausgeschlossen, wenn sie gekonnt h�tte, berichtet er.
Langmore ist Anglikaner und kommt aus Australien. Er arbeitet in der �RK-Kommission der Kirchen f�r internationale Angelegenheiten mit. Langmore weist darauf hin, dass die soziale Gerechtigkeit, die viele der Teilnehmenden am Vorbereitungsprozess f�r die Genfer Tagung gern als zentrales Organisationskonzept sehen w�rden, eine biblische Grundlage hat. Damit liesse sich, so Langmore, ein "Markt-Fundamentalismus", der die Antwort auf alle Probleme allein darin sieht, dass man sie den freien M�rkten �berl�sst, nicht vereinbaren.
"Ich hoffe, dass die Kirchen als Organisationen, denen es um Humanit�t und soziale Gerechtigkeit geht, sich in diesem Kontext als Anw�lte zeigen. Sie sollten sich nicht so sehr mit den technischen Aspekten aufhalten, sondern stattdessen zum Ausdruck bringen, um welche Ziele und Wertvorstellungen es geht, und sich auch weiterhin f�r diese Vision stark machen", fordert Langmore. Und er f�gt hinzu: "F�r die Kirchen gibt es wohl kaum eine bessere Gelegenheit, sich f�r die Gerechtigkeitsdimension ihres Glaubens einzusetzen."
Weitere Informationen erhalten Sie von: Karin Achtelstetter, Medienbeauftragte
Tel: (++41.22) 791.61.53 Handy: (+41) 79.284.52.12
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Der �kumenische Rat der Kirchen (�RK) ist eine Gemeinschaft von 337 Kirchen in �ber 100 L�ndern auf allen Kontinenten und aus praktisch allen christlichen Traditionen. Die r�misch-katholische Kirche ist keine Mitgliedskirche, arbeitet aber mit dem �RK zusammen. Oberstes Leitungsorgan ist die Vollversammlung, die ungef�hr alle sieben Jahre zusammentritt. Der �RK wurde 1948 in Amsterdam (Niederlande) offiziell gegr�ndet. An der Spitze der Mitarbeiterschaft steht Generalsekret�r Konrad Raiser von der Evangelischen Kirche in Deutschland.
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