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�RK Pressemitteilung: Erkl�rung zu?�?ISO-8859-1?Q? Tschetschenien
From
"Sheila Mesa" <[email protected]>
Date
03 Mar 2000 05:43:04
�RK - Erkl�rung zu Tschetschenien
�kumenischer Rat der Kirchen
Pressemitteilung
zur Ver�ffentlichung frei
3. M�rz 2000
�RK-Exekutivausschuss fordert verbindliche Garantien f�r die Einhaltung der Menschenrechte in Tschetschenien
Der Exekutivausschuss des �kumenischen Rates der Kirchen (�RK) hat die Regierung der Russischen F�deration dazu aufgerufen, verbindliche Garantien f�r die Einhaltung der Menschenrechte und die Befriedigung der humanit�ren Bed�rfnisse der vom Krieg in Tschetschenien Betroffenen zu geben. Zum Abschluss seiner Tagung in Bossey bei Genf forderte das �RK-Leitungsorgan "die Bereitstellung von angemessener Hilfe, die Einrichtung humanit�rer Korridore... sowie die Gew�hrung des Zugangs f�r verantwortliche internationale humanit�re Organisationen".
Der �RK-Exekutivausschuss weist in seiner Erkl�rung auch auf Berichte �ber "massive Menschenrechtsverletzungen in (tschetschenischen) Gebieten unter russischer Kontrolle" hin und "bittet die Beh�rden mit Nachdruck, den zust�ndigen Gremien der Vereinten Nationen (UN) sowie der Organisation f�r Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) Zugang zu diesen Gebieten zu gew�hren".
"Die Fortsetzung dieses Krieges ist kaum geeignet, die Grundlage f�r einen dauerhaften Frieden zu schaffen (...) und riskiert, Russland in Europa zu isolieren", warnt der �RK-Exekutivaussschuss.
Der �RK-Exekutivaussschuss tagte vom 29. Februar bis 3. M�rz 2000 in Bossey bei Genf.
Es folgt der integrale Wortlaut der Erkl�rung des �RK-Exekutivausschusses zu Tschetschenien:
Erkl�rung zu Tschetschenien
Die Wurzeln des gegenw�rtigen Konflikts in Tschetschenien reichen weit in die Geschichte der V�lker dieser Region zur�ck. Seit 1991 haben sich die ethnischen und nationalen Spannungen mit dem Zusammenbruch der Staatsgewalt in Tschetschenien versch�rft. Menschenrechtsverletzungen und Verst�sse gegen die pers�nliche Sicherheit in der Region haben die Besorgnis der internationalen Gemeinschaft erregt. Ein Beispiel daf�r ist die weit verbreitete Praxis der Geiselnahme von Einzelnen und Gruppen zu politischen und finanziellen Zwecken. Hunderte von Menschen, einschliesslich orthodoxer christlicher Geistlicher und muslimischer Religionsf�hrer, UN-Personal, humanit�res Personal, Journalisten, Staatsb�rger angrenzender Gebiete sowie zahlreiche Tschetschenen - darunter Kinder - sind entf�hrt, misshandelt und manchmal sogar ermordet worden. Dieser Zustand der Anarchie f�hrte, wie stark vermutet wird, auch zu Terrorakten tschetschenischer Milizion�re in der Russischen F�deration. Im Sp�tsommer 1999 fielen tschetschenische K�mpfer gewaltsam in Dagestan ein, dem Nachbarstaat Tschetscheniens in der Russischen F�deration.
Angesichts der sich verschlimmernden Lage und mit betr�chtlicher Unterst�tzung durch das Volk hat die Regierung der Russischen F�deration erneut milit�risch in Tschetschenien eingegriffen. Erkl�rtes Ziel dieser Intervention war zwar, Recht und Ordnung wiederherzustellen, doch gingen die russischen Truppen mit massivem und h�ufig unterschiedslosem Einsatz von Gewalt vor. Dies brachte Tod und Verst�mmelung �ber weite Teile der Zivilbev�lkerung und zwang Hunderttausende zur Flucht. Dar�ber hinaus ist eine unbestimmte Zahl junger russischer und tschetschenischer Soldaten gefallen. Die russischen Streitkr�fte haben die Freiz�gigkeit der Betroffenen innerhalb Tschetscheniens und in den umliegenden Gebieten eingeschr�nkt. Dies gilt auch f�r diejenigen, die freiwillig in ihre H�user zur�ckkehren wollen. Internationale Organisationen berichten von massiven Menschenrechtsverletzungen und von Gefangenenlagern in den Gebieten unter russischer Kontrolle, und es gibt ernst zu nehmende Hinweise auf die Beteiligung russsischer Milit�rs an verbrecherischen Vergehen, einschliesslich der willk�rlichen T�tung von Zivilisten.
Die russischen Beh�rden haben diese Vorw�rfe zwar zur�ckgewiesen, doch erlaubt die Tatsache, dass sie dem Internationalen Komitee vom Roten Kreuz den Zugang zu tschetschenischen Gefangenen verweigert und den Zugang f�r Journalisten und andere unabh�ngige Beobachter drastisch eingeschr�nkt haben, Zweifel an der Glaubw�rdigkeit ihrer Behauptungen. Die milit�rischen K�mpfe werden auf beiden Seiten fortgesetzt, wodurch Zivilisten hinter die russischen Linien geraten und immer mehr Menschenleben zu beklagen sind. Zehntausende von Zivilisten haben kaum Zugang zu Wasser, Nahrungsmitteln, medizinischer Versorgung, Strom und Gas.
Diesem anhaltenden Leiden der Bev�lkerung muss ein Ende gesetzt werden. Die Fortsetzung dieses Krieges ist kaum geeignet, die Grundlage f�r einen dauerhaften Frieden zu schaffen. Stattdessen lassen die durch dieses Vorgehen gesch�rten Hassgef�hle und Rachegel�ste eher bef�rchten, dass der Krieg endlos weitergeht, dass neue Terrorakte begangen werden und dass die Bev�lkerung weiter leiden muss. �berdies riskiert Russland, durch diesen Krieg in Europa und gegen�ber wichtigen Partnern isoliert zu werden, wie es der j�ngste Beschluss der Parlamentarischen Versammlung des Europarates zeigt, in dem festgestellt wird, dass Russland bei der Durchf�hrung seiner milit�rischen Operationen das humanit�re V�lkerrecht verletzt hat.
Der Exekutivausschuss des �kumenischen Rates der Kirchen fasste daher auf seiner Tagung vom 29. Februar - 3. M�rz 2000 in Genf die folgende Beschlussfassung:
Der Exekutivausschuss
nimmt mit Dank Kenntnis von dem Aufruf Seiner Heiligkeit Patriarch Alexij II. vom 12. November 1999, zu "gemeinsamen Bem�hungen, um die k�rperlichen und geistlichen Wunden derer zu heilen, die" unter dieser Situation "leiden", sowie von seiner Aufforderung an alle Betroffenen, "sich gemeinsam f�r Vers�hnung einzusetzen und f�r den Frieden zu beten, damit der Herr dem gespaltenen und verbitterten Volk" in Tschetschenien "den Frieden zur�ckgeben kann";
versichert die Russische Orthodoxe Kirche seiner Gebete f�r ihre Bem�hungen, den f�hrenden Verantwortlichen und der Bev�lkerung der Nation Wegweisung zu geben, eine gn�dige Behandlung der Kriegsopfer zu gew�hrleisten, konstruktive Alternativen zur Anwendung von bewaffneter Gewalt anzubieten und nach einer gerechten und friedlichen L�sung zu suchen;
ruft zu einer unverz�glichen Einstellung der Feindseligkeiten und zum Gespr�ch mit tschetschenischen Vertretern auf, die das Vertrauen der Bev�lkerung geniessen, um zu einer dauerhaften L�sung zu gelangen, welche den Willen des Volkes respektiert und die sich in einem demokratischen Rahmen definiert, im Einklang mit Rechtsstaatlichkeit und Menschenrechtsstandards;
bittet alle Parteien eindringlich, sich zu diesem Zweck der in der Organisation f�r Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) verf�gbaren Mittel zu bedienen;
begr�sst Bem�hungen der russischen Beh�rden, Berichten �ber Menschenrechtsverletzungen in tschetschenischen Gebieten unter russischer Kontrolle nachzugehen, und bittet die Beh�rden mit Nachdruck, den zust�ndigen UN-Gremien sowie der OSZE Zugang zu diesen Gebieten zu gew�hren;
bittet die Regierung der Russischen F�deration eindringlich, verbindliche Garantien f�r die Einhaltung der Menschenrechte und die Befriedigung der humanit�ren Bed�rfnisse der vom Krieg Betroffenen zu geben, einschliesslich der Bereitstellung von angemessener Hilfe, der Einrichtung humanit�rer Korridore, damit die Zivilisten Konfliktzonen verlassen k�nnen, sowie der Gew�hrung des Zugangs f�r verantwortliche internationale humanit�re Organisationen; und
ruft die internationale Gemeinschaft auf, die Regierung der Russischen F�deration zu unterst�tzen beim Wiederaufbau von H�usern und Infrastrukturen in der Region, bei der Bereitstellung von angemessener Hilfe f�r Vertriebene, die sich zur freiwilligen R�ckkehr entschlossen haben, um mit dem Wiederaufbau ihres Lebens und ihrer Gemeinschaften zu beginnen, wie auch bei den Bem�hungen um Vers�hnung.
Weitere Informationen erhalten Sie von: Karin Achtelstetter, Medienbeauftragte
Tel: (++41.22) 791.61.53 Handy: (+41) 79.284.52.12
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Der �kumenische Rat der Kirchen (�RK) ist eine Gemeinschaft von 337 Kirchen in �ber 100 L�ndern auf allen Kontinenten und aus praktisch allen christlichen Traditionen. Die r�misch-katholische Kirche ist keine Mitgliedskirche, arbeitet aber mit dem �RK zusammen. Oberstes Leitungsorgan ist die Vollversammlung, die ungef�hr alle sieben Jahre zusammentritt. Der �RK wurde 1948 in Amsterdam (Niederlande) offiziell gegr�ndet. An der Spitze der Mitarbeiterschaft steht Generalsekret�r Konrad Raiser von der Evangelischen Kirche in Deutschland.
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