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�RK: �kumenisches Team bereitet sich auf Genf 2000 vor
From
"Sheila Mesa" <[email protected]>
Date
05 Apr 2000 06:58:28
�kumenischer Rat der Kirchen
Pressemitteilung
zur Ver�ffentlichung frei
5. April 2000
Aufruf zu einer gerechten Weltwirtschaft -
�kumenisches Team bereitet sich auf Genf 2000 vor
Vgl. �RK-Feature vom 24. Februar 2000
Die Zielvorgaben des Weltgipfels f�r soziale Entwicklung von 1995 k�nnen nur erreicht werden, wenn die Strukturen der Weltwirtschaft grundlegend ver�ndert werden. Das ist die Position der Mitglieder eines �kumenischen Teams, das die Vorbereitungstagung f�r die im Juni stattfindende Gipfel-Folgekonferenz verfolgt. Seit sich die f�hrenden Politiker der Welt vor f�nf Jahren auf dem Weltgipfel f�r soziale Entwicklung in Kopenhagen verpflichteten, die Armut in der Welt abzubauen, habe die Armut eher zugenommen und sich die Kluft zwischen reichen und armen L�ndern vergr�ssert, so die Teammitglieder.
Der �kumenische Rat der Kirchen (�RK) und der Lutherische Weltbund (LWB) haben gemeinsam ein internationales �kumenisches Team von mehr als 20 Personen zusammengestellt, das vom 3. bis 14. April in New York die Tagung des Vorbereitungsausschusses kritisch begleitet. Die Gipfel-Folgekonferenz - Genf 2000 - wird vom 26. bis 30. Juni in Genf stattfinden.
Rogate R. Mshana, �RK-Referent f�r wirtschaftliche Gerechtigkeit, und Gail Lerner, �RK-Vertreterin bei den Vereinten Nationen (UN) in New York, stehen den Teammitgliedern zur Seite, wenn sie in Gespr�chen mit Regierungsdelegierten kirchlichen Vorstellungen Geltung verschaffen und sich um Informationen f�r ihre Heimatgemeinden bem�hen.
Bei der Einf�hrungssitzung am 3. April fassten Mshana und Lerner die Zielsetzungen der gemeinsamen kirchlichen Bem�hungen zusammen und legten das Hauptgewicht auf die erste der zehn Verpflichtungen des Aktionsprogramms von Kopenhagen, n�mlich: die Schaffung eines "Umfelds, das es den Menschen erm�glicht, sozialen Fortschritt zu erreichen". Lerner und Mshana betonten zudem die grundlegende Bedeutung der zweiten Verpflichtung: die Bek�mpfung der Armut.
In diesen Bereichen stellt das Team auch eine weit reichende "�kumenische �berschneidung" fest, so auch mit der r�misch-katholischen Kirche, die ihre Vorstellungen sowohl durch die Beobachtermission des Heiligen Stuhls bei der UNO wie auch durch katholische Nichtregierungsorganisationen (NGOs) zum Ausdruck bringt.
Eine wichtige Voraussetzung f�r die Schaffung des erforderlichen Umfelds ist, laut Mshana und Lerner, die Abwendung von dem "neoliberalen" Entwicklungsansatz. Stattdessen gelte es, sich f�r den Aufbau einer Weltwirtschaft zu engagieren, in deren Mittelpunkt der Mensch steht.
Der "neoliberale" Standpunkt vertritt die Meinung, dass freie Marktwirtschaft und Nicht-Eingreifen des Staates per "Durchsicker-Effekt" Wachstum und ein Ende der Armut bewirken. Mshana und Lerner halten es jedoch f�r eine "Illusion" anzunehmen, die M�rkte seien "frei". Die Realit�t beweise vielmehr, dass "immer irgendwo kontrolliert" w�rde. �berdies sei die Erfahrung der armen L�nder seit Kopenhagen Beweis genug daf�r, dass der Neoliberalismus nicht funktioniere.
Im Blick auf die Bek�mpfung der Armut, so betont das �kumenische Team, m�sse �ber die konventionellen Ideen - wie etwa der Aufruf der Organisation f�r wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), die Armut bis zum Jahr 2015 um 50 Prozent zu reduzieren - hinausgegangen werden. Mshana und Lerner: "Die Welt soll nicht �ber Reduzierung von Armut reden, sondern Massnahmen ergreifen, sie zu bek�mpfen."
Sie fordern verst�rkte Entwicklungshilfe f�r arme L�nder und schlagen die Einf�hrung einer Steuer f�r Devisentransaktionen vor (auch "Tobin Tax' genannt, nach dem Wirtschaftswissenschaftler James Tobin, der das Konzept bereits 1978 vorschlug). Durch eine solche Eind�mmung der W�hrungsspekulation k�nnte den schwachen Volkswirtschaften geholfen werden, ausserdem w�rden erhebliche Mittel f�r die Entwicklung freigesetzt.
In �bereinstimmung mit der �RK-Vollversammlung 1998 in Harare steht auch die Schuldenproblematik auf der Tagesordnung des �kumenischen Teams. Lerner und Mshana erkl�rten, dass man zun�chst einen Aufruf zu "Wiedergutmachungszahlungen" plane, damit die Mittel zur�ckgezahlt w�rden, die die wohlhabenden L�nder aus den armen abgezogen h�tten. Ausserdem w�rden die kirchlichen Vertreter und Vertreterinnen f�r nicht mehr und nicht weniger als einen vollst�ndigen Schuldenerlass eintreten, und nicht f�r Verhandlungen �ber eine Umschuldung.
Sie wiesen ferner darauf hin, dass die Schulden gestrichen werden sollten, ohne dass der Internationale W�hrungsfonds oder andere Gremien auf "strukturellen Anpassungsmassnahmen" bestehen, die in der Regel eine Reduzierung der sozialen Ausgaben und die �bernahme staatlicher Dienste durch die Privatwirtschaft zur Folge h�tten.
Das �kumenische Team wird sich daf�r einsetzen, dass eine Reihe grundlegender moralischer und ethischer Fragen bedacht und die Bed�rfnisse Afrikas sowie der Urv�lker ber�cksichtigt werden.
Die kirchlichen Vertreter und Vertreterinnen sehen ihre Hauptaufgabe im Wesentlichen darin, diejenigen, die heute die Weltwirtschaft beherrschen, zu einem Sinneswandel aufzurufen, damit die Weltwirtschaft zu "einer gerechten und moralischen Wirtschaft" werden kann, "in der die Ressourcen gleichberechtigt verteilt werden und wo �ffentliche und private Einrichtungen rechenschaftspflichtig sind f�r die sozialen und �kologischen Konsequenzen ihrer Gesch�ftspolitik".
Weitere Informationen erhalten Sie von: Karin Achtelstetter, Medienbeauftragte
Tel: (++41.22) 791.61.53 Handy: (+41) 79.284.52.12
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Der �kumenische Rat der Kirchen (�RK) ist eine Gemeinschaft von 337 Kirchen in �ber 100 L�ndern auf allen Kontinenten und aus praktisch allen christlichen Traditionen. Die r�misch-katholische Kirche ist keine Mitgliedskirche, arbeitet aber mit dem �RK zusammen. Oberstes Leitungsorgan ist die Vollversammlung, die ungef�hr alle sieben Jahre zusammentritt. Der �RK wurde 1948 in Amsterdam (Niederlande) offiziell gegr�ndet. An der Spitze der Mitarbeiterschaft steht Generalsekret�r Konrad Raiser von der Evangelischen Kirche in Deutschland.
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