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Adventisten-Erklärung zum Proselytismus
From
APD <APD_Info_Schweiz@compuserve.com>
Date
05 Jul 2000 22:11:55
6. Juli 2000
Adventistischer Pressedienst (APD)
Generalkonferenz-Team
Christian B. Schaeffler, Chefredakteur
CH-4003 Basel, Schweiz
Fax +41-61-261 61 18
APD@stanet.ch
http://www.stanet.ch/APD
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57. Generalkonferenz der Siebenten-Tags-
Adventisten -
29. Juni bis 8. Juli 2000 in Toronto (Kanada)
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Adventisten-Erklärung zum Proselytismus:
"Freie und freudige Annahme des Evangeliums"
Toronto/Kanada, 04.07.2000/APD Christen dürfen
nicht mit Vorteilen oder materiellen Anreizen locken,
um neue Mitglieder zu gewinnen, heißt es in der
"Stellungnahme zu Religionsfreiheit, Evangelisation
und Proselytismus", die während der Weltsynode der
Siebenten-Tags-Adventisten in Toronto/Kanada
veröffentlicht wurde. Die evangelische Freikirche
verurteile "eindeutig die Verwendung solcher Mittel".
Allerdings sei "das Christentum in seinem Wesen
missionarisch", denn Gott selbst habe die Christen "zur
Verkündigung der guten Nachricht von der Erlösung
durch Christus" aufgerufen. Dennoch gelte es bei
evangelistischen und missionarischen Aktivitäten, die
Menschenwürde zu respektieren. Beim Evangelium
könne es daher nur um "eine freie und freudige
Annahme" durch den Menschen gehen.
In der Stellungnahme wird betont, dass für Siebenten-
Tags-Adventisten die Religionsfreiheit "ein
menschliches Grundrecht" sei. Am glaubwürdigsten
könne eine religiöse Überzeugung verbreitet werden,
"wenn das eigene Leben mit der verkündeten
Botschaft im Einklang steht". Dabei sei zu vermeiden,
andere Glaubensgemeinschaften zu kränken, sie
lächerlich zu machen oder falsche Behauptungen über
sie zu verbreiten.
In manchen Gegenden sähen Kirchen ihr
Selbstverständnis darin, sich in polemischer Weise von
anderen Konfessionen abzugrenzen, sagte Bert B.
Beach, Direktor der Abteilung für zwischenkirchliche
Beziehungen der Generalkonferenz
(Weltkirchenleitung) der Adventisten, in einer
Pressekonferenz zur Vorstellung der Erklärung . Er und
andere Kirchenleiter hofften, dass solch eine
feindselige Haltung überwunden werden könne. Es
gehe darum, andere religiöse Gemeinschaften zu
respektieren. Auch Adventisten hätten hier zu lernen
und sich an den Aussagen der Stellungnahme zu
orientieren.
_________
Text der Stellungnahme
_________
Stellungnahme zu Religionsfreiheit, Evangelisation und
Proselytismus
Die Siebenten-Tags-Adventisten glauben, dass die
Religionsfreiheit ein menschliches Grundrecht ist. Als
Christen sind sie davon überzeugt, dass die
Verbreitung von religiösen Überzeugungen nicht nur
eine wichtige, sondern auch eine freudige
Verpflichtung ist, die sich auf den göttlichen Auftrag
gründet, seinen Glauben zu bekennen.
Gott hat Christen zur Evangelisation - zur
Verkündigung der guten Nachricht von der Erlösung
durch Christus - berufen (Matthäus 28, 19.20). Dies
ist die Mitte christlichen Lebens und Zeugnisses.
Deshalb ist das Christentum in seinem Wesen
missionarisch.
In der Bejahung der globalen Mission und
Evangelisation sind die Adventisten von willigem
Gehorsam gegenüber Christi Auftrag und dem
aufrichtigen Wunsch getragen, dass jeder Mensch
Erlösung und ewiges Leben findet. Die Erwartung der
baldigen Wiederkunft Christi drängt sie zu diesem Tun.
In ihrem Bemühen, den Missionsauftrag zu erfüllen,
verkündigen, predigen und dienen Siebenten-Tags-
Adventisten heute in mehr als 200 Ländern.
Im Zusammenhang mit der Verbreitung von Religion
stellt sich auch die Frage des "Proselytismus", der auf
unterschiedliche Weise verstanden wird und
zunehmend eine abwertende Bedeutung in
Zusammenhang mit unmoralischen
Überzeugungsmethoden, einschließlich Gewalt, erhält.
Die Siebenten-Tags-Adventisten verurteilen eindeutig
die Verwendung solcher Mittel. Sie glauben, dass
Bekenntnis und Religion dann am besten verbreitet
werden, wenn Überzeugungen mit Demut und Respekt
gelebt und gezeigt werden, das eigene Leben mit der
verkündeten Botschaft im Einklang steht und damit
eine freie und freudige Annahme bei den Menschen,
die das Evangelium hören, erreicht wird.
Evangelistische und missionarische Aktivität muss die
Menschenwürde respektieren. Verkündiger müssen
wahrhaftig und durchschaubar sein, wenn sie es mit
anderen religiösen Gruppen zu tun haben. Es sollte
eine Ausdrucksweise benutzt werden, die es
vermeidet, andere religiöse Gemeinschaften zu
kränken. Falsche oder andere Religionen lächerlich
machende Aussagen sollten unterbleiben.
Bekehrung ist eine Erfahrung des Geistes und sollte
deshalb auf keinen Fall mit Vorteilen oder dem Erhalt
materieller Anreize in Verbindung gebracht werden.
Wenn auch das Recht zur Beteiligung an humanitären
Aktivitäten voll anerkannt werden muss, sollten solche
Aktionen niemals in irgendeiner Art und Weise mit
Evangelisation verbunden sein. Menschen, die sich
nicht wehren können, sollten nicht ausgenutzt werden,
indem man ihnen finanzielle und materielle Anreize
anbietet, um sie zum Religionswechsel zu drängen.
Die Siebenten-Tags-Adventisten fühlen sich
verpflichtet, ihren Mitmenschen zu dienen, indem sie
das ewige Evangelium allen Nationen und Stämmen
und Sprachen und Völkern verkündigen (Offenbarung
14, 6).
Die Stellungnahme wurde von dem
Verwaltungsausschuss der Generalkonferenz
(Weltkirchenleitung) der Siebenten-Tags-Adventisten
in Silver Spring, Maryland/USA, verabschiedet und
während der Generalkonferenz-Vollversammlung
(Weltsynode) der Freikirche in Toronto/Kanada (29.
Juni bis 8. Juli 2000) veröffentlicht. (APD GK 2000/09)
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