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Gerechtigkeit f�r Vieques
From
"Sheila Mesa" <[email protected]>
Date
14 Jul 2000 02:29:21
�kumenischer Rat der Kirchen
Pressemitteilung Nr. 00-20
zur Ver�ffentlichung frei
14. Juli 2000
Gerechtigkeit f�r die Bev�lkerung von Vieques -
�RK unterst�tzt puertoricanische Insel
Der �kumenische Rat der Kirchen (�RK) hat die Vereinten Nationen am 12. Juli zu Massnahmen "zur Unterst�tzung der Entkolonisierung von Puerto Rico" aufgerufen.
Die Erkl�rung, die dem UN-Ausschuss f�r die Gew�hrung der Unabh�ngigkeit an Kolonialstaaten und kolonisierte V�lker im Namen der �RK-Kommission f�r internationale Angelegenheiten (CCIA) in New York vorgelegt wurde, rief auch zur Unterst�tzung Puerto Ricos in dem Bem�hen auf, der Bev�lkerung von Vieques, einer der kleinen puertoricanischen Inseln �stlich der Hauptinsel, Gerechtigkeit zu verschaffen.
Die Erkl�rung wurde von Eunice Santana verlesen. Santana ist Pfarrerin der J�nger Christi und ehemalige �RK-Pr�sidentin. Sie leitet das Karibische Institut f�r �kumenische Ausbildung und Initiativen in Arecibo auf Puerto Rico.
Santana sprach Spanisch und erkl�rte, die von der UNO 1990 ausgerufene Dekade f�r die Beseitigung des Kolonialismus sei zu Ende gegangen, ohne dass sich eine L�sung f�r Puerto Rico abgezeichnet h�tte. So bleibe eine der "sch�ndlichsten" Situationen, die die Menschheit kenne, bestehen.
Sie erinnerte den Ausschuss daran, dass sie seine Aufmerksamkeit bereits im Rahmen von �RK-Erkl�rungen in den Jahren 1998 und 1999 auf Vieques gelenkt habe, und sagte, das Vorgehen der US-Marine in der Region in den vergangenen 15 Monaten lasse eine fortgesetzte Missachtung der Rechte des puertoricanischen Volkes erkennen.
Hunderte von Puertoricanern harrten in dem Sperrgebiet auf Vieques aus, das die US-Marine seit 1941 f�r Man�ver benutzt. Als menschliche Zielscheiben riskierten sie ihr Leben, und viele von ihnen, darunter ein Bischof und Dutzende von Geistlichen, seien festgenommen worden. Santana wies darauf hin, dass die Demonstranten von der in der Bibel offenbarten Befreiungserfahrung inspiriert seien.
Im vergangenen November schrieb CCIA-Direktor Dwain C. Epps an US-Pr�sident Bill Clinton, der �RK unterst�tze die Proteste. Und als am 2. Mai bekannt wurde, dass Festnahmen geplant seien, erkl�rte �RK-Generalsekret�r Konrad Raiser in einem weiteren Schreiben, solche Festnahmen w�rden "von den Kirchen wohl kaum verstanden". Er bat Clinton eindringlich, "diese Intervention unverz�glich zu stoppen". Zwei Tage sp�ter wurden die Demonstranten verhaftet.
Santana erkl�rte, ein von der US-Marine vorgeschlagenes Referendum, in dem sich die Bev�lkerung von Vieques entscheiden solle, ob sie lieber 40 Millionen USDollar f�r die Benutzung des umstrittenen Gebiets w�hrend eines Zeitraums von drei Jahren oder 50 Millionen USDollar f�r die permanente Benutzung erhalten wolle, sei blanker Hohn.
Das sei, so Santana, als verlange man von den Leuten, dass sie ihr Gewissen verkauften, und im �brigen w�rde die Option, der die Mehrzahl der Bev�lkerung zustimmen w�rde, gar nicht genannt, n�mlich: der sofortige Abzug der Marine.
Sie rief zu einem "legitimen Prozess der Selbstbestimmung des puertoricanischen Volkes" auf und appellierte an den UN-Ausschuss, sich daf�r einzusetzen, dass die Vereinigten Staaten die Bombardierung von Vieques beenden, das Terrain s�ubern, die Bev�lkerung von Vieques entsch�digen und ihr das Gebiet zur�ckerstatten.
Da eine ganze Reihe von Rednern vor dem UN-Ausschuss sprach, lag diesem auch eine von Kuba eingebrachte Resolution vor, in der es hiess, dass fr�here Initiativen "den Prozess der Entkolonisierung von Puerto Rico nicht in Gang gebracht haben", und "mit Befriedigung" festgehalten wurde, dass Vorschl�ge f�r eine "souver�ne verfassunggebende Konferenz des puertoricanischen Volkes" gemacht worden seien.
Mit Bezug auf Puertoricaner, die wegen gewaltt�tiger Proteste in den USA verurteilt worden sind, begr��te die Resolution die Freilassung von elf dieser Demonstranten im vergangenen Jahr und rief Clinton auf, "alle puertoricanischen politischen Gefangenen freizulassen".
Spanien hatte Puerto Rico 1898 den Vereinigten Staaten �berlassen. 1917 wurden die Puertoricaner zu B�rgern der USA erkl�rt und erhielten sp�ter das Recht, einen eigenen Gouverneur und eine eigene Legislative zu w�hlen sowie einen Vertreter ohne Stimmrecht in das US-Repr�sentantenhaus zu entsenden. Sie haben allerdings bei US-Wahlen kein Stimmrecht und zahlen keine Steuern in den USA.
In einem Referendum 1993 sprachen sich 48 Prozent der Puertoricaner f�r eine Beibehaltung des bestehenden US-Commonwealth-Status aus, 44 Prozent wollten lieber ein Bundesstaat der USA werden und vier Prozent sprachen sich f�r die Unabh�ngigkeit aus. Einige Puertoricaner behaupten jedoch, das Referendum habe das eigentliche Problem Puerto Ricos nicht gel�st, weil sich die politischen Parteien eingemischt h�tten. Ein neuer Ansatz wie beispielsweise eine verfassunggebende Konferenz sei daher notwendig.
Die �RK-Erkl�rung vor dem UN-Ausschuss unterst�tzte nicht die kubanische Resolution, doch Santana erkl�rte anschliessend, dass die Resolution mit der �RK-Position vereinbar sei. Sie berichtete, wie gl�cklich sie gewesen sei, als der Ausschuss am Ende der Anh�rungen die Resolution im Konsensverfahren gebilligt habe. �hnliche Resolutionen seien in den vorangegangenen Jahren zwar auch angenommen worden, sagte sie, aber immer mit einem gespaltenen Abstimmungsergebnis.
Weitere Informationen erhalten Sie von: Karin Achtelstetter, Medienbeauftragte
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Der �kumenische Rat der Kirchen (�RK) ist eine Gemeinschaft von 337 Kirchen in �ber 100 L�ndern auf allen Kontinenten und aus praktisch allen christlichen Traditionen. Die r�misch-katholische Kirche ist keine Mitgliedskirche, arbeitet aber mit dem �RK zusammen. Oberstes Leitungsorgan ist die Vollversammlung, die ungef�hr alle sieben Jahre zusammentritt. Der �RK wurde 1948 in Amsterdam (Niederlande) offiziell gegr�ndet. An der Spitze der Mitarbeiterschaft steht Generalsekret�r Konrad Raiser von der Evangelischen Kirche in Deutschland.
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