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�RK Weihnachtsbotschaft 2000


From [email protected]
Date 17 Nov 2000 05:32:57

�kumenischer Rat der Kirchen
Pressemitteilung, PR-00-36
zur Ver�ffentlichung frei
17. November 2000

Weihnachtsbotschaft 2000

Dr. Konrad Raiser
Generalsekret�r des �kumenischen Rates der Kirchen

Seit Jahrhunderten war es eine ungeschriebene Regel, dass zu Weihnachten die Waffen schweigen in allen Situationen kriegerischer Konflikte. Wird es auch in diesem Jahr so sein? Was wissen die Kriegstreiber, die junge Menschen und oft genug Kinder dazu zwingen, ihre schmutzigen Kriege zu f�hren, von dieser Regel, und was k�mmert es sie? Von Sierra Leone bis nach Indonesien, von Israel und Pal�stina bis nach Sri Lanka, von Kolumbien bis nach Tschetschenien scheint unsere Welt gefangen zu sein in einer t�dlichen Spirale von Krieg, Gewalt und Zerst�rung. Eine regelrechte Kultur der Gewalt breitet sich aus, und sie setzt sich �ber alle Normen des humanit�ren V�lkerrechts hinweg. Sie wirkt sich nicht nur in bewaffneten Konflikten aus. Gewalt ist allgegenw�rtig - auf den Strassen und in U-Bahnen, in Schulen und Sportstadien, in Familien und Wohnungen. Ihre Opfer sind zumeist Menschen, die anders sind: Angeh�rige ethnischer, rassischer oder religi�ser Minderheiten; Fl�chtlinge; Behinderte; oder einfach Arme und Aussenseiter.  

L�sst sich diese Spirale aufhalten? An vielen Orten haben sich Menschen aufgemacht und sich zu B�ndnissen zusammengeschlossen im Widerstand gegen die Kultur der Gewalt. Durch sein "Programm zur �berwindung von Gewalt" hat der �kumenische Rat der Kirchen seit 1994 versucht, solche Initiativen zu unterst�tzen und sie sichtbar zu machen. Nunmehr wird der �kumenische Rat zu Beginn des Jahres 2001 seine Bem�hungen verst�rken und eine "Dekade zur �berwindung von Gewalt" ausrufen. Die Dekade wurzelt in der �berzeugung, dass Christen und ihre Kirchen dazu berufen sind, "der Welt ein klares Zeugnis zu vermitteln von Frieden, Vers�hnung und Gewaltfreiheit auf der Grundlage von Gerechtigkeit". Es ist das Ziel der Dekade, den Raum zu er�ffnen, wo eine alternative Kultur von Frieden und Vers�hnung wachsen kann.  

Der Aufbau einer Kultur des Friedens und der Gewaltfreiheit ist nicht nur aus politischen Gr�nden dringend notwendig. Die Kirchen sind dazu aufgerufen, dem Einspruch des Evangeliums gegen den Kult der St�rke und des Eigennutzes, gegen r�cksichtslose Konkurrenz und ungestrafte Missachtung von Menschenrechten Raum zu schaffen. Die Kultur der Gewalt wurzelt in einer Verkehrung und Aufl�sung fundamentaler Werte. Sie ist Ausdruck der Unf�higkeit, in Beziehung zu leben. Ihre �berwindung muss im Denken und F�hlen der Menschen ansetzen. Eine neue Kultur des Friedens kann nicht verordnet werden. Sie formt sich in gelungenen Erfahrungen der gewaltfreien Konfliktl�sung; im Aushalten von spannungsvollen Beziehungen und in der angstfreien Begegnung mit den Fremden.  

Jedes Jahr an Weihnachten h�ren wir die Botschaft der Engel: "Ehre sei Gott in der H�he und Friede auf Erden bei den Menschen seines Wohlgefallens" (Lukas 2,14). Wir feiern die Geburt des "Friedef�rsten" (Jes. 9,5), der uns mit Gott und untereinander vers�hnt und so Frieden verk�ndigt hat (Eph. 2,17), eine Beziehung zwischen denen, die einander entfremdet und zu Feinden geworden waren.  

Wenn wir in diesem Jahr Weihnachten feiern, dann sollten wir dar�ber nachdenken, was wir dazu beitragen k�nnen, dass Gewalt �berwunden und eine Kultur des Friedens geschaffen wird. In einer Situation, wo Gewalt allgegenw�rtig geworden ist, wird denen, die das Evangelium des Friedens Christi geh�rt und verinnerlicht haben, die Botschaft der Vers�hnung anvertraut. Sie werden zu "Botschaftern an Christi Statt", denen das Amt �bertragen ist, das die Vers�hnung predigt (2. Kor. 5,18-20).  

Dies ist daher heute unser missionarischer Auftrag als Christen. Wo immer die Mauern der Feindschaft eingerissen werden, wo immer gesellschaftliche Konflikte friedlich gel�st werden, wo immer Frauen und Kinder davor bewahrt werden, der Gewalt zum Opfer zu fallen, da wird der Frieden Christi verk�ndigt zur Ehre Gottes.  

Die Weihnachtsbotschaft ist auch auf Kassette erh�ltlich.

Radioredaktionen und Medienstellen k�nnen die von �RK-Generalsekret�r Konrad Raiser gesprochene Weihnachtsbotschaft auf Englisch, Deutsch, Franz�sisch und Spanisch bis zum 12. Dezember kostenlos bestellen.

Bitte wenden Sie sich an das B�ro der �RK-Medienbeauftragten:
E-mail:  [email protected] oder [email protected] 
Telefon:  (+41 22) 791 61 53 oder (+41) 22 791 64 21

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Der �kumenische Rat der Kirchen (�RK) ist eine Gemeinschaft von 337 Kirchen in �ber 100 L�ndern auf allen Kontinenten und aus praktisch allen christlichen Traditionen. Die r�misch-katholische Kirche ist keine Mitgliedskirche, arbeitet aber mit dem �RK zusammen. Oberstes Leitungsorgan ist die Vollversammlung, die ungef�hr alle sieben Jahre zusammentritt. Der �RK wurde 1948 in Amsterdam (Niederlande) offiziell gegr�ndet. An der Spitze der Mitarbeiterschaft steht Generalsekret�r Konrad Raiser von der Evangelischen Kirche in Deutschland.

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