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�RK - �kumenisches Team bei der UN-Klimakonferenz in Den Haag
From
[email protected]
Date
27 Nov 2000 07:18:53
�kumenischer Rat der Kirchen
�RK-Feature, Fea-00-19
zur Ver�ffentlichung frei
27. November 2000
"Man kann f�r das Leben oder f�r den Tod arbeiten. Wir vom �RK haben uns f�r das Leben entschieden."
�kumenisches Team bei der UN-Klimakonferenz in Den Haag
Mirjam Schubert
Vgl. �RK-Pressemitteilung, PR-00-34, 14. November 2000
In Gespr�che vertieft steht eine buntgemischte, internationale Gruppe an der Strassenbahnhaltestelle. Aus Argentinien, China, Deutschland, Grossbritannien, Indien, Kanada, Kenia, Mexiko, Russland, Simbabwe, der Schweiz und den Vereinigten Staaten sind die zw�lf M�nner und Frauen zu der sechsten Vertragsstaatenkonferenz zur Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen (UN) im niederl�ndischen Den Haag zusammengekommen.
Das tr�be Herbstwetter kann der Stimmung nichts anhaben. Sie lachen viel in der Klimaarbeitsgruppe des �kumenischen Rates der Kirchen (�RK) - und das, obwohl der Klimawandel und seine Auswirkung auf das Leben der Menschen kaum Anlass zu Lachen bietet. Mit der Strassenbahn gelangt die Arbeitsgruppe von ihrem Hotel zum Kongresszentrum.
Eine �ffentliche Veranstaltung in der nahegelegenen Zorgvliet-Kirche steht auf dem Programm. David Hallman aus Kanada ist der Delegationsleiter. Er erl�utert das Selbstverst�ndnis der Gruppe: "Wir betrachten es als unsere Aufgabe, die ethische, moralische und theologische Sichtweise in die Klimakonferenz miteinzubringen. Die Schwierigkeiten und Probleme k�nnen bei so etwas �berw�ltigend sein. Wir m�chten eine Vision einbringen, die eine Quelle der Hoffnung darstellt. Mit Gottes Hilfe k�nnen die Dinge anders laufen."
Bei der anschliessenden Podiumsdiskussion erkl�ren Politiker aus dem niederl�ndischen Parlament einhellig, dass sie das Kyoto-Protokoll unterst�tzen. Im Kyoto-Protokoll verpflichteten sich die Nationen 1997, ihre CO2-Emissionen mit festgelegten Zielen zu reduzieren. Zu Beginn der Konferenz haben nur 30 Entwicklungsl�nder das Protokoll ratifiziert. B�rokraten, Diplomaten und Minister ringen nun darum, dieses Papier anzunehmen und in Taten umzusetzen. Elias Abramides, Delegationsmitglied aus Argentinien, fragt die Abgeordneten, was sie f�r ein Land wie Argentinien vorschlagen, das unter einer erdr�ckenden Schuldenlast leidet und gleichzeitig Massnahmen zur Reduzierung von CO2 ergreifen soll. Auch hier stimmen die Politiker �berein: das sei alleine Argentiniens Problem. Die Arbeitsgruppe reagiert mit Kopfsch�tteln.
Sorgenvolles Kopfsch�tteln auch bei Nafisa D'Souza. Sie arbeitet in Indien mit indigenen Gruppen. Die Vorstellung, dass sich westliche L�nder durch das Aufforsten von W�ldern von ihren Hausaufgaben freikaufen k�nnen, beunruhigt sie. "Ich sehe hinter all den gutklingenden Vorhaben immer die Konsequenzen f�r die Menschen. Was, wenn Regierungen und Firmen kommerzielle W�lder anbauen, die die Bev�lkerung vor Ort nicht nutzen darf?"
Der Eifer, mit dem westliche L�nder sich darauf konzentrieren, ihre CO2-Emissionen zumindest auf dem Papier zu verringern, ist f�r Elias Abramides Betrug an der Natur. "Ich verlange nicht viel. Die m�chtigen Staaten m�ssen sich wieder auf das eigentliche Ziel besinnen. Wenn sie nicht tats�chlich ihre Treibhausgase reduzieren, gibt es vielleicht keine Chance mehr f�r die Erde."
Bereits seit 1988 begleitet der �RK aktiv die internationale Klimapolitik. An allen wichtigen UN-Gipfeln hat die Arbeitsgruppe teilgenommen und das ist harte Arbeit. Es gibt so viele Menschen, Veranstaltungen und politische Entscheidungen. Auch Marijke van Duin aus Holland ist oft sehr ersch�pft: "Es laugt einen ganz sch�n aus. Man muss aufpassen, dass es nicht zu viel wird. Die Herausforderung ist, kleine machbare Schritte zu tun, ohne dabei die grosse Vision aus den Augen zu verlieren."
Die kleinen Schritte verwirklichen alle Delegationsmitglieder in ihren Heimatl�ndern und Regionen. Wichtig ist es, das Bewusstsein ihrer Mitmenschen f�r den Klimawandel zu sch�rfen. Bereits jetzt ist sp�rbar, dass sich etwas ver�ndert. "Wir begannen mit nicht mehr als einer Idee," erz�hlt Jesse Mugambi aus Kenia �ber seine Aktivit�ten in Afrika. Inzwischen lernen die Leute in ihren D�rfern in Workshops mit den Ver�nderungen umzugehen. Sie bauen zum Beispiel Reservoirs, um der Trockenheit zu begegnen.
Ein Zeichen der globalen Erw�rmung ist f�r Jesse Mugambi das Abschmelzen der Eiskuppe des Mount Kenia. Zu den Verhandlungen des Gipfels bemerkt er: "Man kann f�r das Leben oder f�r den Tod arbeiten. Wir vom �RK haben uns f�r das Leben entschieden." W�hrend des Klimagipfels trifft sich die Arbeitsgruppe fast t�glich. Die M�nner und Frauen halten sich gegenseitig �ber ihre Projekte auf dem laufenden, diskutieren den Verlauf und die Ereignisse des Gipfels und entscheiden �ber die Vergabe von Mitteln.
Neben der Arbeit bleibt aber auch immer Raum f�r pers�nliche Gespr�che und am Nikolaustag spendiert Larisa Skuratovskaya der Runde Pralinen, einen Gruss aus ihrer russischen Heimat.
Kraft sch�pfen die Mitglieder der Delegation auch in der Kloisterkeerk von Den Haag. Zusammen mit der Gemeinde der Klosterkirche und Teilnehmenden der Klimakonferenz feiern sie einen �kumenischen Gottesdienst. Der Gesang der etwa 100 Teilnehmenden erklingt vielstimmig und vielsprachig. In Predigt und Gebet steht Gottes Sch�pfung im Mittelpunkt. Im Anschluss l�dt die Gemeinde zu einen Empfang mit �kologischem Essen. Aber viel Zeit bleibt nicht, denn der Pr�sident der Konferenz veranstaltet ebenfalls einen Empfang. Auch dort gilt es, die Positionen des �kumenischen Teams deutlich zu vertreten.
Vor dem Plenum der Konferenz vertritt Angelique Walker-Smith die Position der �kumenischen Delegation. Zw�lf Nicht-Regierungsorganisationen (NGOs) bekommen die Chance, vorne ans Rednerpult zu treten. An zehnter Stelle auf der Rednerliste steht der �RK, als einzige Glaubensorganisation �berhaupt. "Ein bisschen aufgeregt bin ich schon," gibt die Pfarrerin und Fernsehjournalistin zu. In ihrer Ansprache betont sie: "Wir sind der festen �berzeugung, dass sich die Verhandlungen �ber den Klimaschutz wieder auf die Erf�llung der Kriterien f�r einen wirksamen Umweltschutz, auf Gerechtigkeit, Verantwortung und wirtschaftliche Effizienz konzentrieren sollten, wobei Massnahmen zur Emissionsreduktion in den L�ndern mit hoher Pro-Kopf-Belastung Priorit�t einger�umt werden muss. Alle Menschen sind nach dem Bilde, nach dem Ebenbild Gottes geschaffen, die ganze Natur tr�gt Gottes Zeichen. Gottes Erbe gilt dem Leib der Gemeinschaft, der die ganze Natur einschliesst."
Die Mitglieder der �kumenischen Delegation hoffen, dass ihre Botschaft geh�rt wird. "Wenn nicht jetzt, dann sp�ter," sagt Bonnie Wright aus Simbabwe und vertraut dabei ganz auf Gott. "Er wird daf�r sorgen, dass sich der richtige Weg durchsetzt."
Die deutsche Journalistin Mirjam Schubert begleitete das �kumenische Team des �RK w�hrend der sechsten Vertragsstaatenkonferenz (CoP6) zur Klimankonvention der UN.
Weitere Informationen erhalten Sie von: Karin Achtelstetter, Medienbeauftragte
Tel: (++41.22) 791.61.53 Handy: (+41) 79.284.52.12
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Der �kumenische Rat der Kirchen (�RK) ist eine Gemeinschaft von 337 Kirchen in �ber 100 L�ndern auf allen Kontinenten und aus praktisch allen christlichen Traditionen. Die rsnschen, Veranstaltungen und politisch�misch-katholische Kirche ist keine Mitgliedskirche, arbeitet aber mit dem �RK zusammen. Oberstes Leitungsorgan ist die Vollversammlung, die ungef�hr alle sieben Jahre zusammentritt. Der �RK wurde 1948 in Amsterdam (Niederlande) offiziell gegr�ndet. An der Spitze der Mitarbeiterschaft steht Generalsekret�r Konrad Raiser von der Evangelischen Kirche in Deutschland.
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