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�RK Pressemitteilung: "Mehr auf Konsens setzen"
From
[email protected]
Date
01 Feb 2001 00:45:51
�kumenischer Rat der Kirchen
Pressemitteilung
zur Ver�ffentlichung frei
31. Januar 2001
ZENTRALAUSSCHUSS, POTSDAM Nr. 11
"Mehr auf Konsens setzen"
Sonderkommission schl�gt �nderungen in Arbeitsweise des �RK vor
Auf ein �berwiegend positives Echo ist der Zwischenbericht einer "Sonderkommission zur orthodoxen Mitarbeit im �kumenischen Rat der Kirchen" (�RK) gestossen. Der Bericht wurde dem Zentralausschuss des �RK am Mittwoch, 31.Januar, durch einen der beiden Kommissionsvorsitzenden, den EKD-Auslandsbischof Dr. Rolf Koppe vorgestellt und anschlie�end diskutiert. Koppe unterstrich die "erfreuliche Bilanz" der parit�tisch mit 30 Mitgliedern aus orthodoxen Kirchen und 30 Vertretern der anderen Mitgliedskirchen besetzten Kommission. Die Bildung der Kommission wurde bei der letzten Vollversammlung des �RK 1998 in Harare beschlossen, nach dem aus den Reihen orthodoxer Kirchen heftige Kritik an Struktur, Arbeitsweise und der inhaltlichen Schwerpunktsetzung des Rates ge�bt worden war.
Als relativ einfach zu l�sen bezeichnete Bischof Koppe Fragen rund um die Kriterien der Mitgliedschaft von Kirchen im �RK. Hier waren bei der letzten �RK-Vollversammlung von orthodoxer Seite bei Aufnahmeantr�gen afrikanischer Kirchen Zweifel an deren theologischen Grundlagen und gemeindlicher Praxis ge�ussert worden. Mit einer Reihe von Klarstellungen in den Aufnahmekriterien und besserer �berpr�fung im Vorfeld k�nnten diese Probleme gel�st werden. Allerdings m�ssten die orthodoxen Kirchen noch die Frage beantworten, ob ihr Selbstverst�ndnis Raum lasse f�r andere Kirchen. Nach Vorstellungen der Sonderkommission sollte in Betracht gezogen werden, ob man Kirchen, die eine nur lose Verbindung zum �RK herstellen wollen, einen Beobachterstatus anbieten k�nne. W�hrend der Aussprache wies das d�nische Zentralausschuss-Mitglied Anders Gadegaard jedoch auf die Gefahr hin, eine nur lose Mitgliedschaft von Kirchen k�nne die Verbindlichkeit der �RK-Gemeinschaft beeintr�chtigen und zu eine!
m "Ausfransen" der �kumenischen Bewegung f�hren. Nach den Vorstellungen der Sonderkommission sollte ausserdem die gemeinsame Mitgliedschaft von Kirchenfamilien - zum Beispiel Kirchen gleichen Bekenntnisses aus verschiedenen L�ndern - erm�glicht werden. Dies, so kritisierten Mitglieder des Zentralausschusses, k�nne jedoch zum faktischen Ausschluss kleinerer Mitgliedskirchen f�hren, wenn sie wegen der begrenzten Zahl von Sitzen ihrer Kirchenfamilie in den Gremien nicht mehr vertreten w�ren. Gerade kleinere Kirchen h�tten der �kumene in der Vergangenheit wichtige Impulse gegeben.
Breiteren Raum im Bericht und der Diskussion nahm die Frage ein, wie k�nftig der Prozess der Entscheidungsfindung im �RK organisiert werden sollte. Ausser orthodoxen hatten auch andere Kirchen in der Vergangenheit Kritik an der Entscheidung durch Mehrheitsbeschluss ge�bt, weil dadurch Kirchen mit von der Mehrheitsmeinung abweichenden Positionen majorisiert w�rden. Zur L�sung dieses Problems empfahl die Sonderkommission, k�nftig st�rker auf das Konsensprinzip zu setzen. Bischof Koppe unterstrich in seiner Vorstellung jedoch, dass dieses Prinzip nicht die Einstimmigkeit aller Entscheidungen anstrebe. Vielmehr komme es darauf an, "die Methode der Entscheidungsfindung dem zu behandelnden Thema anzupassen". In Fragen der theologischen Lehre und bei Stellungnahmen des �RK zu sozialen, ethischen und politischen Fragen solle auf Konsens hingearbeitet werden, w�hrend �ber Finanz-, Verwaltungs- und Personalfragen auch weiterhin per Mehrheit entschieden werden sollte.
W�hrend der Debatte wiesen eine Reihe von Zentralausschuss-Mitgliedern auf die Problematik des Konsensprinzips hin. So meinte der anglikanische Bischof Barry Rogerson (Bristol), es bestehe die Gefahr des Verstummens der "prophetischen Stimme des �RK". Das 1969 nach heftigen Debatten durch Mehrheitsbeschluss zustande gekommene "Programm zur Bek�mpfung des Rassismus" sei im R�ckblick betrachtet eine richtige Entscheidung gewesen, auch wenn viele �RK-Mitgliedskirchen damals betr�chtliche Probleme mit dem Programm hatten. Solche Entscheidungen m�ssten auch k�nftig m�glich sein. In jedem Fall m�sse man sich darauf einrichten, dass das Konsensprinzip mehr Zeit f�r die Entscheidungsfindung erfordere.
Zum Thema gemeinsamer Gottesdienst und gemeinsames Gebet in der �kumene stellte die Sonderkommission einen Dissens fest: Zwar setze "das gemeinsame Leben im �RK gemeinsames Beten voraus", es werde jedoch bisweilen behauptet, gemeinsames Beten setze "die Anerkennung eines bereits bestehenden Grades an Einheit voraus". Probleme h�tten die orthodoxen Kirchen nach wie vor mit dem Feiern von Gottesdiensten mit Elementen aus Liturgien anderer Kirchen. Es m�sse ein Weg gefunden werden, bei Gottesdiensten im Rahmen �kumenischer Begegnungen "Mischmasch" zu vermeiden, zitierte Bischof Koppe �usserungen aus den Kommissionsberatungen. Bisch�fin Margot K�ssmann (Hannover) hob in der Diskussion dem gegen�ber hervor, die gemeinsamen Gottesdienste h�tten gezeigt, "dass Christen aus verschiedenen Traditionen und Weltgegenden gemeinsam miteinander feiern k�nnen". Damit habe der �RK die unterschiedlichen christlichen Traditionen zu einem "neuen Ganzen" zusammengef�hrt, dies sei eine "einzigartig!
e Leistung".
Ziel der Kommissionsarbeit sei nicht gewesen, "den Orthodoxen zu Willen zu sein", betonte der orientalisch-orthodoxe Katholikos Aram I., Vorsitzender des �RK-Zentralausschusses. Die durch die Kommission aufgezeigten Fragen gingen weit �ber die orthodox-�kumenischen Beziehungen hinaus. Letztlich sei die Arbeit der Kommission eine Art kritischer R�ckblick auf mehr als 50 Jahre �kumenischer Geschichte.
�ber die Weiterarbeit an den Empfehlungen der Sonderkommission wird der Zentralausschuss voraussichtlich am Dienstag, 6.2., dem Abschlusstag seiner Sitzung in Potsdam, entscheiden.
Weitere Informationen erhalten Sie von: Karin Achtelstetter, Medienbeauftragte
Tel: (+49.331) 274.92.03 Handy: (+41) 79.284.52.12
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Der �kumenische Rat der Kirchen (�RK) ist eine Gemeinschaft von 342 Kirchen in �ber 100 L�ndern auf allen Kontinenten und aus praktisch allen christlichen Traditionen. Die r�misch-katholische Kirche ist keine Mitgliedskirche, arbeitet aber mit dem �RK zusammen. Oberstes Leitungsorgan ist die Vollversammlung, die ungef�hr alle sieben Jahre zusammentritt. Der �RK wurde 1948 in Amsterdam (Niederlande) offiziell gegr�ndet. An der Spitze der Mitarbeiterschaft steht Generalsekret�r Konrad Raiser von der Evangelischen Kirche in Deutschland.
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