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�RK Pressemitteilung: Unterschiedliche Positionen im Zentralausschuss...


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Date 01 Feb 2001 01:14:31

�kumenischer Rat der Kirchen
Pressemitteilung
zur Ver�ffentlichung frei
1. Februar 2001

ZENTRALAUSSCHUSS, POTSDAM Nr. 12

Unterschiedliche Positionen im Zentralausschuss zur Frage der Gewaltanwendung zur Unterst�tzung humanit�rer Ziele

"Was heisst: in extremen Situationen darf in Ausnahmef�llen Gewalt angewandt werden?" fragte Bisch�fin Margot K�ssmann (Hannover), "War das etwa keine extreme Situation, in der Jesus seinen J�ngern gesagt hat, sie sollten das Schwert an seinen Ort stecken?" K�ssmann vertrat die Ansicht, dass es keinen Frieden in Gerechtigkeit geben k�nne, der mit Hilfe von - wenn auch begrenzter - Gewalt erreicht werden k�nne.  

Die ganze Spannweite der Positionen zum Thema Gewalt zeigte sich in der Diskussion im Anschluss an den Bericht, den der Vorsitzende des Zentralausschusses des �kumenischen Rates (�RK), Seine Heiligkeit Aram I., Katholikos von Kilikien (Libanon), am Montag, 30. Januar 2001 dem Zentralausschuss in Potsdam pr�sentierte. Viele Mitglieder des Zentralausschusses berichteten aus ihrem jeweiligen Umfeld, ihren pers�nlichen Erfahrungen und �berzeugungen.  

Fernando Enns von der Mennonitischen Kirche in Deutschland betonte, dass es das Wesen der Kirchen sei, f�r Gerechtigkeit und Frieden einzutreten. Auch er wehrte sich gegen die Legitimierung von Gewalt als letztem Ausweg.  "�ber diese Position ist der �RK schon lange hinausgegangen," sagte Enns. Trotzdem sehe auch er das Dilemma, in dem zum Beispiel auch der Theologe und Pazifist Dietrich Bonhoeffer gesteckt habe, als er f�r die Ermordung Hitlers gearbeitet habe, wohl wissend, dass er damit Schuld auf sich lade. "Aber lassen Sie uns nicht einen 'Gerechten Krieg' gutheissen! Das ist nicht das prophetische Wort, auf das die ausserhalb der Kirche Stehenden warten!" mahnte Enns.  

Ob die Amerikaner afrikanischer Herkunft die Rassenschranken auch �berwunden h�tten, wenn sie - wie Martin Luther King es gefordert und gelebt habe - gewaltlos geblieben w�ren, fragte Angelique Walker-Smith vom Nationalen Baptistenbund USA. "Die Spannung zwischen Pazifismus und Gewalt wird bleiben - und die Schuld, die mit beiden verbunden ist!" sagte sie.  

Trond Bakkevig von der Kirche von Norwegen berichtete von den Erlebnissen innerhalb seiner eigenen Familie w�hrend des zweiten Weltkrieges, als man keinen anderen Ausweg gesehen habe, als gegen die deutschen Besatzer zu den Waffen zu greifen. "Ich w�nsche mir gerade aufgrund dieser Erfahrungen eine klare Option f�r Gewaltlosigkeit - aber ich weiss auch, dass das manchmal nicht m�glich ist. Trotzdem bleibt die grosse Frage: wo ist die Grenze zur Anwendung von Gewalt, und wer entscheidet dar�ber?"  

Auch Bischof Bernard Ntahoturi von der Bisch�flichen Kirche Burundis verwies auf eigene Erfahrungen: "In meiner Heimat sind im Konflikt zwischen ethnischer Mehrheit und Minderheit viele Menschen get�tet worden. Aufbau von Gemeinschaft muss auch heissen, das Zusammenleben von Mehrheiten und Minderheiten zu f�rdern. Verbrecherische Regime d�rfen sich solche Unterschiede nicht mehr zunutze machen k�nnen!"  

Bischof Zacharias Mar Theophilus von der Syrischen Mar-Thoma-Kirche von Malabar (Indien) verwarf jeglichen Versuch, Gewaltanwendung zu legitimieren - in welcher Situation auch immer. "Ich komme aus dem Lande Gandhis," sagte Bischof Zacharias, "und lebe jetzt im Lande Martin Luther Kings. Ich wehre mich gegen die Anwendung von Gewalt, auch als letzten Ausweg, weil ich weiss, welche Macht Gewaltlosigkeit darstellt. Das ist auch die Botschaft des Kreuzes!"  

Weitere Informationen erhalten Sie von:  Karin Achtelstetter, Medienbeauftragte      
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