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�RK Pressemitteilung: "Zwischen Optimismus und Verzweiflung"


From [email protected]
Date 01 Feb 2001 01:26:03

�kumenischer Rat der Kirchen
Pressemitteilung
zur Ver�ffentlichung frei
1. Februar 2001

ZENTRALAUSSCHUSS, POTSDAM Nr. 13

"Zwischen Optimismus und Verzweiflung" 
�RK-Plenarsitzung zur Weltwirtschaft 

"Das Pendel unserer Empfindungen schwankt st�ndig zwischen Optimismus und Verzweiflung, wenn wir uns mit den Problemen der Weltwirtschaft besch�ftigen. Es sind s�kulare Menschen, die wirtschaftliche Entscheidungen treffen. Sie sind gleichg�ltig gegen�ber Glaubensfragen", sagte Erzbischof Anastasios von der Autokephalen Orthodoxen Kirchen von Albanien am Dienstag, 30. Januar, in der Plenarsitzung zu Wirtschaftsfragen des Zentralausschusses des �kumenischen Rates der Kirchen (�RK). Gerade deshalb aber sei es die Pflicht der Kirchen, ihre prophetische Stimme zu erheben, auch wenn sie zun�chst niemand h�re. Die Kirchen h�tten die Aufgabe, verantwortungsbewusste Menschen heranzuziehen. Dar�ber hinaus sollten die Kirchen, die selbst in Reichtum lebten, w�hrend sie f�r die Armen spr�chen, sich fragen, ob sie den Mut h�tten, wie die Armen zu leben!  
 
Der Plenaraussprache vorausgegangen waren vier Berichte aus Kirchen in der Republik Kongo, Argentiniens, Deutschlands und Indonesiens, in denen an Beispielen aus dem Alltag der L�nder die Folgen der Verschuldung und einer ungebremsten Marktwirtschaft dargestellt wurden. Durch die Schuldenlasten und Zinszahlungen bef�nden sich viele L�nder Afrikas in einer Situation der "finanziellen Sklaverei". Die wachsende Kluft zwischen Arm und Reich sei nicht zuletzt auch die Ursache von Gewalt.  
 
Aber auch in einem Wohlstandsland wie Deutschland sei es schwer, einen "fairen Handel" zu etablieren, ohne sich doch wieder den Gesetzen der Marktwirtschaft anpassen zu m�ssen.   

Einige Zentralausschussmitglieder forderten ein Moratorium aller Zinszahlungen, um die frei werdenden Mittel in das Gesundheitswesen, die Schulen und die Infrastruktur der eigenen L�nder zu investieren. Auch die Kirchen sollten sich fragen, ob sie sich mit ihren Finanzen am sozialen Aufbau ihrer L�nder beteiligen k�nnen.   

Der �RK wurde von verschiedenen Rednerinnen und Rednern aufgefordert, den "status confessionis" in Bezug auf Wirtschaftsfragen zu erforschen, also jenen Punkt, von dem an die Kirchen wirtschaftliche Entscheidungen nicht mehr unterst�tzen oder gutheissen k�nnen. 
Bedauernd wurde in der Pressekonferenz zum Thema der Plenarsitzung festgestellt, dass die politischen Parteien in den betroffenen L�ndern zu Weltwirtschaftsfragen keine Stellung bez�gen. "Die Weltwirtschaft versiegelt die Lippen der Politiker", sagte der argentinische methodistische Bischof Aldo Etchegoyen. Die Regierungen seien l�ngst nicht mehr Herr der Situation. Das internationale Kapital bestimme die Spielregeln.   

Nicht zuletzt deshalb m�sse sich der �RK zum F�rsprecher f�r eine gerechtere Weltwirtschaftsordnung machen und das Gespr�ch mit Gremien wie der Weltbank und der Welthandelsorganisation suchen. Wirtschaftsfragen seien auch Glaubensfragen. Der �RK sollte eine "�kumenische �konomie" entwickeln. Die Kirchen sollten sich gemeinsamn daf�r einsetzen, dass "die Welt der Platz f�r eine bessere Gemeinschaft wird".   

Zu Beginn der Nachmittagssitzung wurden in einer musikalischen Szenenfolge von einer Volkstheatergruppe aus Wozani (S�dafrika) einige Themen zur Weltwirtschaftsproblematik veranschaulicht und von den Zentralausschussmitgliedern mit viel Beifall bedacht. Die wichtigsten Ergebnisse aus der Diskussion werden nun vom Weisungsausschuss II zusammengetragen und als Grundlage f�r die weitere Er�rterung �ber das k�nftige Engagement des �RK in dieser Frage an den Zentralausschuss weitergegeben.  

Weitere Informationen erhalten Sie von:  Karin Achtelstetter, Medienbeauftragte      
Tel:  (+49.331) 274.92.03     Handy:  (+41) 79.284.52.12

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Der �kumenische Rat der Kirchen (�RK) ist eine Gemeinschaft von 342 Kirchen in �ber 100 L�ndern auf allen Kontinenten und aus praktisch allen christlichen Traditionen. Die r�misch-katholische Kirche ist keine Mitgliedskirche, arbeitet aber mit dem �RK zusammen. Oberstes Leitungsorgan ist die Vollversammlung, die ungef�hr alle sieben Jahre zusammentritt. Der �RK wurde 1948 in Amsterdam (Niederlande) offiziell gegr�ndet. An der Spitze der Mitarbeiterschaft steht Generalsekret�r Konrad Raiser von der Evangelischen Kirche in Deutschland.  

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