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�RK - Kirchen f�r Vers�hnung, Wahrheit und Gerechtigkeit


From [email protected]
Date 02 Feb 2001 00:38:26

�kumenischer Rat der Kirchen
Pressemitteilung
zur Ver�ffentlichung frei
2. Februar 2001

ZENTRALAUSSCHUSS, POTSDAM Nr. 16

Kirchen f�r Vers�hnung, Wahrheit und Gerechtigkeit 
�ber die Rolle europ�ischer Kirchen bei der Vers�hnungsarbeit

Um den nicht-europ�ischen G�sten die geschichtlichen Erfahrungen europ�ischer Christen in diesem Jahrhundert n�herzubringen, fand am Mittwoch, 31. Januar 2001, anl��lich der Sitzung des Zentralausschusses des �kumenischen Rates der Kirchen (�RK) in Potsdam eine Plenarsitzung zum Thema "Europa" statt. Der schwedische Journalist Conny Sj�berg interviewte in einer Podiums-Veranstaltung den Engl�nder deutsch-j�discher Abstammung Paul Oestreicher, den Russen Vladimir Fedorov, den Deutschen Joachim Gauck, die Kroatin Ana Raffai, den Engl�nder John Arnold, und die Deutsche Doris Peschke.  

Die Interview-Partner, Mitglieder unterschiedlicher Kirchen, forderten die europ�ischen Kirchen auf, sich ihrer Vergangenheit zu stellten und f�r die Vers�hnung in ihren L�ndern einzutreten. Zu oft h�tten Christen zu Menschenrechtsverletzungen und Unterdr�ckung geschwiegen und deshalb grosse Schuld auf sich geladen. "Die orthodoxen Christen in Ru�land sind mitverantwortlich f�r die Verbrechen der Bolschewiken", erkl�rte der Direktor des Orthodoxen Forschungsinstitutes f�r Missionswissenschaften und �kumenismus in Russland, Vladimir Fedorov. Paul Oestreicher, emerierter Kanonikus der Kathedrale in Coventry, England,  fragte kritisch, ob sich die westlichen Kirchen f�r die Verfolgten in Osteuropa ausreichend eingesetzt h�tten. Und der fr�here Leiter der nach ihm benannte Beh�rde f�r die Stasi-Unterlagen, Joachim Gauck, erkl�rte: "Es ist sch�dlich, die Frage nach der Schuld zu verdr�ngen", und bezog sich auf die unaufgearbeitete deutsche Vergangenheit zwischen 1933 und 1945.   

Die Katholikin Ana Raffai ist Zeitzeugin aus Kroatien. Dort engagiert sie sich in einem Programm f�r Friedenserziehung in Bosnien und Kroatien und nennt diese Vers�hnungsarbeit "Shalom-Diakonat". Ein Erfolg ihrer Arbeit sei die Bereitschaft, �ber die Gr�nde f�r den B�rgerkrieg zu sprechen: "Wir sprechen jetzt, nach dem Krieg, �ber ethnische und religi�se Unterschiede in unserem Land, die in der Vergangenheit tabu waren", berichtete sie dem Plenum. Den Eingriff der NATO in den Krieg lehnte sie entschieden ab: "Es ist nicht richtig, wenn �ber B�rger eines Landes von au�en entschieden wird", betonte Raffai. Doris Peschke , Generalsekret�rin des Ausschusses der Kirchen f�r Migranten in Europa, stimmte ihr zu, und wies auf die Schwierigkeiten hin, die bei der Beurteilung von Sachverhalten entstehen: "Mittlerweile ist in dieser Sache ein Streit zwischen der NATO und den europ�ischen Staaten �ber die Verf�gbarkeit der einschl�gigen Dokumente und deren Vertraulichkeit entstanden, so d!
ass wir nicht einmal mehr pr�fen k�nnen, ob das Eingreifen gerechtfertigt war."  

Die Diskutanten bedauerten rassische Tendenzen in ihren Kirchen und beklagten die Tendenz europ�ischer Staaten, Hilfesuchenden den Einlass in die Festung Europa zu verwehren: "Nachdem sich die Grenzen innerhalb Europas �ffneten, wurden die Grenzen nach aussen geschlossen", sagte Peschke. "Christen m�ssen gegen�ber ihren Regierungen eine kreative, kritische Solidarit�t bewahren", forderte Oestreicher und erinnerte an die Verdienste der Christen in der DDR, mit deren Hilfe die deutsche Trennung �berwunden werden konnte. Bei der Vergangenheitsbew�ltigung m�sse die Perspektive gewechselt werden, meinte Ana Raffai: "Wir sollen nicht danach fragen, wer "f�r den Schaden zahlt', sondern was jeder einzelne f�r den Frieden tun kann."   

In Kleingruppen, und sp�ter in einer �ffentlichen Aussprache diskutierten die Mitglieder des Zentralauschusses auch ihre eigenen, teilweise tragischen Erfahrungen. Viele von ihnen verlangten ein aktiveres Eintreten christlicher Kirchen gegen Rassismus und Gewalt und f�r Toleranz, Gerechtigkeit und Frieden.  

Weitere Informationen erhalten Sie von:  Karin Achtelstetter, Medienbeauftragte      
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