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Gerechtigkeit im Welthandel


From [email protected]
Date 03 Feb 2001 02:28:05

�kumenischer Rat der Kirchen
Pressemitteilung
zur Ver�ffentlichung frei
2. Februar 2001

ZENTRALAUSSCHUSS, POTSDAM Nr. 18

"Entwicklungsarbeit allein gen�gt nicht"
�RK will mehr Gerechtigkeit im Welthandel

Agnes Aboum, eine der Pr�sidentinnen des �kumenischen Rates der Kirchen (�RK), hat den Kirchen in den Industriel�ndern empfohlen, die Arbeit ihrer Hilfsorganisationen unbedingt um politische Lobbyarbeit f�r ein gerechteres Weltwirtschaftssystem zu erg�nzen. Bei einem Pressegespr�ch am Freitag, 2. Februar, sagte die Kenianerin, die direkte Hilfe durch Entwicklungsprojekte und das Eintreten f�r einen "Paradigmenwechsel" im System der Weltwirtschaft geh�rten untrennbar zusammen. 

Noch immer glaube man bei Weltbank, Internationalem W�hrungsfonds und in der  Welthandelsorganisation mehrheitlich, st�rkeres Wachstum und schrankenloser Freihandel k�nne die Weltprobleme wie Armut und Umweltzerst�rung l�sen. Allerdings k�nne man beobachten, dass selbst in diesen internationalen Finanzinstitutionen die Zweifel an der bisherigen Politik w�chsen. Die Kirchen mit ihren Kontakten zu den Betroffenen k�nnten diesen Erkenntnisprozess f�rdern, wenn sie sich daf�r einsetzten, dass die Opfer der derzeitigen Strukturen in den Institutionen und bei internationalen Konferenzen st�rker zu Wort k�men, denn bislang seien drei Viertel der dort aktiven Nicht-Regierungsorganisationen im Norden beheimatet.

Der tansanische Wirtschaftsexperte Dr. Rogate Mshana, beim �RK in Genf f�r das Thema wirtschaftliche Gerechtigkeit verantwortlich, hob hervor, dass sich die �kumenische Bewegung schon "Jahre, bevor alle Welt �ber Globalisierung redete", mit dem Thema Weltwirtschaft besch�ftige. Im Mittelpunkt, erg�nzte Dr. Aboum, habe dabei immer die Frage der Gerechtigkeit gestanden - vor der formellen Gr�ndung des �RK (1948) in erster Linie die soziale Gerechtigkeit, sp�testens seit den 70-er Jahren habe die �kumene auch �ffentlich die Frage aufgeworfen, wie die Weltwirtschaftsordnung gerecht und fair gestaltet werden k�nnte. Seit in den 90-er Jahren deutlich geworden sei, dass die g�ngigen Rezepte zur Bek�mpfung der Armut versagt h�tten, habe man die fachliche Kompetenz in Wirtschaftsfragen ausgebaut und verf�ge heute �ber ein Netzwerk von Wirtschaftsfachleuten, Sozialexperten und Theologen zur Beratung der �kumenischen Gremien. 

Der �RK werde in den n�chsten Jahren alternative Modelle zur wirtschaftlichen Globalisierung und ihren Folgen entwickeln. Dabei sollen nicht nur die 342 Mitgliedskirchen, sondern auch soziale Bewegungen und Kritiker der bestehenden Welthandelsstrukturen einbezogen werden. Dr. Aboum und Dr. Mshana k�ndigten an, der �RK werde ausserdem versuchen, Kritiker und Gegner der Globalisierung ins Gespr�ch zu bringen und die �ffentlichkeit durch Publikation der Beratungsergebnisse in die Diskussionen einzubeziehen. 

Weitere Informationen erhalten Sie von:  Karin Achtelstetter, Medienbeauftragte      
Tel:  (+49.331) 274.92.03     Handy:  (+41) 79.284.52.12

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Der �kumenische Rat der Kirchen (�RK) ist eine Gemeinschaft von 342 Kirchen in �ber 100 L�ndern auf allen Kontinenten und aus praktisch allen christlichen Traditionen. Die r�misch-katholische Kirche ist keine Mitgliedskirche, arbeitet aber mit dem �RK zusammen. Oberstes Leitungsorgan ist die Vollversammlung, die ungef�hr alle sieben Jahre zusammentritt. Der �RK wurde 1948 in Amsterdam (Niederlande) offiziell gegr�ndet. An der Spitze der Mitarbeiterschaft steht Generalsekret�r Konrad Raiser von der Evangelischen Kirche in Deutschland.

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