From the Worldwide Faith News archives www.wfn.org


ORK: Patronen zu Kreuzen - Ein Friedenszeichen aus Liberia


From [email protected]
Date 04 Feb 2001 04:44:49

�kumenischer Rat der Kirchen
Pressemitteilung
zur Ver�ffentlichung frei
4. Februar 2001

Zentralausschuss Nr. 22

ZENTRALAUSSCHUSS, POTSDAM

Patronen zu Kreuzen
Ein Friedenszeichen aus Liberia

Sie waren aus Europa nach Afrika gekommen, um dort den Tod zu bringen. Nun finden Teile der Munition den Weg zur�ck als Symbole des Friedens: Munitions-H�lsen aus n�rdlichen Waffenschmieden, die f�r den B�rgerkrieg in Liberia bestimmt waren, werden dort in einer Initiative handwerklich zu Kreuzen verarbeitet. "Erfinder" dieser Kreuze ist George Togba.

W�hrend des B�rgerkrieges hatte sich Togba mit seiner Familie in die lutherische St.-Peter-Kirche in der Hauptstadt von Liberia, Monrovia, gefl�chtet. Dort musste er w�hrend eines �berfalls, der als "St-Peter-Massaker" in die Geschichte einging, die Ermordung seiner Familie erleben. 

"Ich rannte aus der Kirche", berichtet George Togba heute in ruhigen Worten, "und schloss mich den Rebellen an." Ein Jahr als Soldat in der mittlerweile aufgel�sten Nationalen Patriotischen Front folgte. "Aber ich wollte kein Soldat sein", betont der junge Mann, der vor dem B�rgerkrieg als Automechniker gearbeitet hatte. 

Mindestens genau so wichtig, wie den Lebensunterhalt f�r seine Familie zu sichern, war die Notwendigkeit, die schrecklichen Kriegserlebnisse zu verarbeiten. "Im Traum fiel mir dann ein, Patronenh�lsen zu Symbolen des Friedens umzuwandeln." Zusammen mit �ber 30 Leidensgenossen fertigte er bisher viele tausend Metall-Kreuze.

*Am unteren Ende des Kreuzes," sagt Togba, und zeigt darauf, "ist die Patronenh�lse noch als Zeichen der Zerst�rung zu erkennen. Dar�ber," und er deutet auf das Kreuz, "ist das Zeichen des Lebens - der Rettung - sichtbar." Aus dem Symbol f�r Tod und Zerst�rung sei das Symbol f�r Leben und Liebe geworden.

Neben der individuellen Trauma-Bew�ltigung wurde das Projekt, das vom Lutherischen Weltbund (LWB) unterst�tzt wird, Einkommensquelle f�r viele Familien. Die Kunden dieses christlichen Symbols leben vor allem im Norden der Welt. Mittlerweile haben auch der Pr�sident Liberias und der Polizei-Direktor jeder von der Initiative eine so bearbeitete H�lse bekommen - aber nicht in Taschenformat der Gewehrmunition, sondern aus Gesch�tz-Munition von fast einem halben Meter H�he. Sie sollen die beiden M�nner in ihren B�ros an die Schrecken des Krieges und die Wohltat des Friedens erinnern.

Die kleinen Metallkreuze (ca. 5 bzw. 8cm) k�nnen bei der Gesch�ftsstelle des Deutschen Nationalkomitees des LWB, Diemershaldenstr. 45 70184 Stuttgart f�r 10, bzw. 15 Mark bestellt werden.

George Togba und seine Kreuze aus Geschossh�lsen spielen eine wichtige Rolle w�hrend des internationalen Auftakts der Dekade zur �berwindung von Gewalt, den der �kumenische Rat der Kirchen (�RK) in Berlin am Sonntag, 4. Februar, in Berlin feiert.

Weitere Informationen erhalten Sie von:  Karin Achtelstetter, Medienbeauftragte      
Tel:  (+49.331) 274.92.03     Handy:  (+41) 79.284.52.12

**********

Der �kumenische Rat der Kirchen (�RK) ist eine Gemeinschaft von 342 Kirchen in �ber 100 L�ndern auf allen Kontinenten und aus praktisch allen christlichen Traditionen. Die r�misch-katholische Kirche ist keine Mitgliedskirche, arbeitet aber mit dem �RK zusammen. Oberstes Leitungsorgan ist die Vollversammlung, die ungef�hr alle sieben Jahre zusammentritt. Der �RK wurde 1948 in Amsterdam (Niederlande) offiziell gegr�ndet. An der Spitze der Mitarbeiterschaft steht Generalsekret�r Konrad Raiser von der Evangelischen Kirche in Deutschland.

�kumenischer Rat der Kirchen
�RK-Medienbeauftragte 
Tel: (41 22) 791 6153 / 791 6421
Fax: (41 22) 798 1346
E-Mail: [email protected] 
Internet: www.wcc-coe.org 

Postfach 2100
1211 Genf 2, Schweiz


Browse month . . . Browse month (sort by Source) . . . Advanced Search & Browse . . . WFN Home