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ORK: "Alle M�glichkeiten der Kirchen nutzen"
From
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Date
04 Feb 2001 04:50:52
�kumenischer Rat der Kirchen
Pressemitteilung
zur Ver�ffentlichung frei
4. Februar 2001
Zentralausschuss Nr. 23
ZENTRALAUSSCHUSS, POTSDAM
"Alle M�glichkeiten der Kirchen nutzen"
Diskussionen �ber Programm zur �berwindung der Gewalt mit selbstkritischen T�nen
Mit einer grossen Plenarsitzung hat der in Potsdam tagende Zentralausschuss des �kumenischen Rates der Kirchen (�RK) am Samstag, 3. Februar, seine Beratungen �ber die Umsetzung der "Dekade zur �berwindung von Gewalt" in den 342 �RK-Mitgliedskirchen fortgesetzt. Die weltweite Er�ffnung der Dekade wird am Sonntag, 4. Februar, mit einem Gottesdienst in der Berliner Kaiser-Wilhelm-Ged�chtniskirche gefeiert.
Bisch�fin Dr. Margot K�ssmann r�umte in ihrer Rede ein, dass Gewalt "�ber Jahrhunderte christlich legitimiert" worden sei. Die Kreuzz�ge, die Judenverfolgung und die Missionsgeschichte seien Beispiele, wie mit theologischen Argumenten Gewalt gerechtfertigt wurde. Allerdings zeigte sich K�ssmann �berzeugt, dass die Kirchen aus der Geschichte gelernt h�tten. "Christinnen und Christen wissen heute, dass es keinerlei Legitimation von Gewalt in ihrer Religion gibt." Sie wies auf die *grossen M�glichkeiten" der Christen hin, Vers�hnung zu erreichen. Voraussetzung sei aber, dass die Opfer geh�rt w�rden und die T�ter ihre Schuld bekennen k�nnen. F�r die deutschen Kirchen nannte die Bisch�fin drei Bereiche, in denen die Dekade umgesetzt werden k�nne: Erziehung zur gewaltfreien Konfliktl�sung in den kirchlichen Kinderg�rten, die Beteiligung an Initiativen zum Kampf gegen Fremdenfeindlichkeit und die Weiterarbeit am Thema Gewalt gegen Frauen. Damit k�nnten auch die Erkenntnisse aus der 1!
998 abgeschlossenen �RK-Dekade "Kirche in Solidarit�t mit den Frauen" fortgef�hrt werden. Sicher werde die �kumene w�hrend der Dekade auch "R�ckschl�ge und Entt�uschungen" hinnehmen m�ssen, aber die Dekade k�nne dazu f�hren, dass die im �RK vernetzten Kirchen "zu Zeichen und Symbolen der Gewaltfreiheit" werden.
Erzbischof Anastasios (Orthodoxe autokephale Kirche in Albanien) erinnerte daran, welche Wirkungen entschlossenes und deutliches Reden und Handeln der Kirche haben kann. Obwohl in Albanien w�hrend der 46 Jahre kommunistischer Herrschaft jede Form religi�sen Lebens staatlich verboten war, habe die Kirche �berlebt. Als 1997, sieben Jahre nach dem Sturz der Kommunisten, sein Land in Anarchie und Gewalt zu versinken drohte, habe die Kirche ihre "prophetische Stimme" erhoben. Den Aufruf zum Ende des Blutvergiessens h�tten viele Menschen *mit Aufmerksamkeit und Respekt" befolgt. Vergleichbare Erfahrungen habe seine Kirche gemacht, als es ihr w�hrend des Kosovo-Krieges gelungen sei, mit Hilfe ihrer Mitglieder die Unterbringung und Versorgung Hunderttausender Fl�chtlinge sicher zu stellen. Anastasios hob hervor, dass der christliche Glaube eine "einzigartige Quelle der Inspiration" f�r den Kampf gegen Gewalt darstelle, denn Jesus selbst habe durch sein Wirken die scheinbare Logik der !
Gewalt �berwunden. Deshalb m�sse nach seiner Ansicht sich die Dekade nicht nur der �berwindung der Gewalt, sondern auch der Suche nach Vers�hnung und Frieden verpflichten.
Aus der Sicht der S�dhalbkugel schilderte Mandla-Akhe Dube, Koordinator der Christlichen Studentenbewegung (SCM) Simbabwes, die vielf�ltigen Gewalterfahrungen in seinem Heimatland. Neben der weltweit bekannt gewordenen politisch motivierten Gewalt vor und nach den Wahlen gebe es viele Formen Besorgnis erregender h�uslicher Gewalt, insbesondere gegen Frauen und Kinder. Als Form wirtschaftlicher Gewalt bezeichnete Dube die Auflagen, die seinem Land im Rahmen des *Strukturanpassungsprogramms" durch den Internationalen W�hrungsfonds (IWF) gemacht wurden. Vor allem die Armen h�tten die Folgen des Schuldendienstes zu tragen, die im Falle Simbabwes 16,6 Prozent des Bruttosozialproduktes betragen.
Dube r�umte ein, dass auch die afrikanischen Kirchen "Teil der Gewalt f�rdernden Kr�fte" seien und nannte als Beispiel patriarchale Strukturen, durch die Frauen, die Jugend und Kinder an den Rand gedr�ngt w�rden. Andererseits h�tten die Kirchen Afrikas hervorragende M�glichkeiten, Einfluss auf Politik und Gesellschaft auszu�ben: 95 Prozent der Politiker h�tten einen christlichen Hintergrund und die weitaus meisten Christen w�rden den Sonntagsgottesdienst besuchen. Dies sei "ein von Gott gegebenes w�chentliches Forum, politische Gewalt anzuprangern und die Anti-Gewalt-Botschaft zu verbreiten". Die Kirche m�sse diese ihr gegebenen M�glichkeiten radikal nutzen, um das "unverf�lschte Evangelium und gegenseitige Achtung zu predigen".
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Der �kumenische Rat der Kirchen (�RK) ist eine Gemeinschaft von 342 Kirchen in �ber 100 L�ndern auf allen Kontinenten und aus praktisch allen christlichen Traditionen. Die r�misch-katholische Kirche ist keine Mitgliedskirche, arbeitet aber mit dem �RK zusammen. Oberstes Leitungsorgan ist die Vollversammlung, die ungef�hr alle sieben Jahre zusammentritt. Der �RK wurde 1948 in Amsterdam (Niederlande) offiziell gegr�ndet. An der Spitze der Mitarbeiterschaft steht Generalsekret�r Konrad Raiser von der Evangelischen Kirche in Deutschland.
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