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�RK - Friedensbotschaften aus der "schwangeren Auster"


From [email protected]
Date 05 Feb 2001 06:23:08

�kumenischer Rat der Kirchen
�RK-Feature
zur Ver�ffentlichung frei
5. Februar 2001

ZENTRALAUSSCHUSS, POTSDAM Nr. 26

Friedensbotschaften aus der "schwangeren Auster"
�kumene er�ffnete Dekade zur �berwindung von Gewalt

Eine Feature von Martin Keiper

Ernste Worte, fr�hlicher Kindertanz, bewegendes Strassentheater und jede Menge Mut machende Beispiele - wer am Sonntag, 4. Februar, den Weg ins Berliner "Haus der Kulturen der Welt" fand, konnte eine Art Kirchentag en miniature erleben. Gemeinsame Botschaft aller Beitr�ge: Man kann doch etwas tun gegen das weltweit grassierende �bel der Gewalt. Die fr�here Kongresshalle, bei den Berlinern wegen der Architektur des Hallendachs als "schwangere Auster" bekannt, war ausser der Kaiser-Wilhelm-Ged�chtniskirche einer der beiden Orte, an dem der �kumenische Rat der Kirchen (�RK) seine "Dekade zur �berwindung der Gewalt" weltweit er�ffnete.  

An einen Kirchentag, allerdings auf viel kleinerem Raum und auf einen halben Tag verk�rzt, erinnerte an diesem verschneiten und kalten Sonntag in der Tat vieles - einschliesslich der Hektik unmittelbar vor Er�ffnung: F�r die international besetzte Veranstaltung wurden noch die letzten Plakate angepinnt und letzten Stellw�nde aufgestellt, w�hrend die ersten Besucher den Weg vom Er�ffnungsgottesdienst in der voll besetzten Kaiser-Wilhelm-Ged�chtniskirche zum Haus der Kulturen der Welt schon geschafft hatten. Dass dem "Fest im Foyer" w�hrend des ganzen Tages etwas Provisorisches anmutete, tat dem Interesse der Besucher keinen Abbruch - im Gegenteil: Gerade dass auf diesem Basar der guten Beispiele keine Patentrezepte angeboten wurden, sondern in der Pr�sentation der zwei Dutzend Gruppen auch die schwierige Suche nach M�glichkeiten friedensf�rdernder Arbeit zu erkennen war, machte den Charme der Veranstaltung aus. "Wer, wenn nicht wir?", fragten Sch�lerinnen und Sch�ler aus zwei B!
erliner Schulen, soll gegen Gewalt und Rassismus in Deutschland aufstehen und setzten ihre Vorstellungen in Zeichnungen, Skulpturen und einer Performance um. "Schritte gegen Tritte", ein inzwischen bundesweit bekanntes Projekt gegen Gewalt an Schulen, pr�sentierte ein Simulationsspiel zum Thema Rassismus und Gewalt am Beispiel S�dafrika und Deutschland. Berliner Lokalkolorit aus dem multikulturellen Stadtteil Kreuzberg bot die "Kreuzberger Musikalische Aktion", die mit kulturellen Projekten der Gewalt unter Kindern und durch Kinder vorbeugen will.  

Professionell vorbereitet und hochkar�tig besetzt war dagegen die Feier zur Er�ffnung der Dekade im grossen Saal der fr�heren Kongresshalle, f�r die die Organisatoren eine bunte Mischung von beeindruckenden Reden, bewegenden symbolischen Handlungen und mitreissenden Musik- und Theaterszenen zusammen gestellt hatten. "Visionen des Friedens" waren die Reden des Friedensnobelpreistr�gers Jos� Ramos-Horta, der fr�heren Bundestagspr�sidentin Rita S�ssmuth und des Vorsitzenden des �RK-Zentralausschusses, Aram I., (Armenisch-apostolische Kirche) �berschrieben. Bei unterschiedlichen Akzenten waren sich die Redner dar�ber einig, dass es gelingen kann, die scheinbare Logik der Gewalt zu durchbrechen - und dass die Kirchen durch ihre Zusammenarbeit im �RK �ber hervorragende M�glichkeiten verf�gen, die Botschaft des Friedens zu verbreiten. Die Dekade, so unterstrich Zentralausschuss-Vorsitzender Aram, w�rde zu einem Test f�r die Glaubw�rdigkeit des christlichen Bekenntnisses werden, denn !
die Christen m�ssten erkennen, dass sie oft "schwach und hilflos angesichts der S�nde der Gewalt" geworden seien.  

Neben solch mahnenden und selbstkritischen Worten machte die Er�ffnungsfeier aber auch Mut, sich der gewaltigen Aufgabe zu stellen, von der �RK-Generalsekret�r Konrad Raiser sp�ter in einer Rede am Brandenburger Tor sagte, dass man die Dekade "nicht als blau�ugige Idealisten" beginne, "die von Frieden und Vers�hnung tr�umen und die Wirklichkeit nicht wahr haben wollen". Zu dieser Wirklichkeit geh�ren aber auch kleine Hoffnungsgeschichten wie die des fr�heren liberianischen Guerillak�mpfers George Togba, der heute, in Aufarbeitung seiner gewaltt�tigen Vergangenheit, aus Patronenh�lsen Kreuze herstellt. Als er seine Geschichte erz�hlte, die mit dem Abschlachten seiner Familie durch eine der vielen liberianischen Rebellengruppen begann, war die Betroffenheit der Zuh�rer im Haus der Kulturen der Welt fast k�rperlich zu sp�ren.   

Dass "jeder und jede bei sich selbst beginnen muss", um Gewalt zu �berwinden, wie es in der offiziellen �RK-Botschaft zur Dekade heisst, werden wohl alle Besucher dieser Veranstaltung mit auf den Nachhauseweg genommen haben. Zu hoffen bleibt, dass die 342 Mitgliedskirchen des �RK den Anstoss aufnehmen, der von diesem Tag in Berlin ausging.  

Martin Keiper ist Chefredakteur der Zeitschrift "EineWelt", die vom Evangelischen Missionswerk in Deutschland (EMW) herausgegeben wird.  

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Der �kumenische Rat der Kirchen (�RK) ist eine Gemeinschaft von 342 Kirchen in �ber 100 L�ndern auf allen Kontinenten und aus praktisch allen christlichen Traditionen. Die r�misch-katholische Kirche ist keine Mitgliedskirche, arbeitet aber mit dem �RK zusammen. Oberstes Leitungsorgan ist die Vollversammlung, die ungef�hr alle sieben Jahre zusammentritt. Der �RK wurde 1948 in Amsterdam (Niederlande) offiziell gegr�ndet. An der Spitze der Mitarbeiterschaft steht Generalsekret�r Konrad Raiser von der Evangelischen Kirche in Deutschland.  

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