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�RK - �kumenisches Team - HIV/AIDS


From [email protected]
Date 08 Mar 2001 03:52:28

�kumenischer Rat der Kirchen
Pressemitteilung, 01-07
zur Ver�ffentlichung frei
8. M�rz 2001

�kumenisches Team fordert "radikales Umdenken" der Kirchen und Glaubensgemeinschaften in der HIV/AIDS-Problematik

Die Regierungen m�ssen mit den Religionsgemeinschaften eng zusammenarbeiten, wenn sie wirksame HIV/AIDS-Programme durchf�hren wollen, erkl�rte ein Team des �kumenischen Rates der Kirchen (�RK) vor den Teilnehmenden einer Tagung am Sitz der Vereinten Nationen (UNO).  

Kirchen und andere glaubensgeleitete Organisationen komme bei der Betreuung von AIDS-Kranken und bei der Pr�ventionsarbeit eine zentrale Rolle zu, sagten sie gegen�ber Regierungsvertretern.  

Das �RK-Team weilte im Rahmen der Vorbereitungen f�r eine Sondertagung der UN-Generalversammlung, die vom 25. - 27. Juni am Sitz der UNO stattfinden soll, zu einw�chigen (26. Februar - 2. M�rz) informellen Konsultationen in New York.  

Christoph Benn, Arzt am Deutschen Institut f�r �rztliche Mission (DIFAM), koordiniert die HIV/AIDS-Arbeitsgruppe des �RK und f�hrte das Team an.  

Ausserdem geh�rten dem Team die Koordinatorin des Internationalen Gesundheitsdienstes der Presbyterianischen Kirche (USA), Dorothy Brewster-Lee an, der Generalsekret�r des Internationalen Christlichen AIDS-Netzwerkes, Marian C. L. Grandia-Feddema, und Gideon Byamugisha, ein anglikanischer Priester, der ein Gesundheitsprogramm f�r die Di�zese Namirembe, Uganga, leitet.  

Eine von dem Team vorbereitete und in New York herausgegebene Erkl�rung fand die Unterst�tzung der Weltkonferenz f�r Religion und Frieden wie auch der evangelikalen Organisation World Vision.  

"Nachdem wir zwanzig Jahre lang mit angesehen haben, wie sich die AIDS-Pandemie �berall in der Welt ausbreitet, m�ssen wir in der Frage, wie wir darauf reagieren, radikal umdenken", heisst es in der Erkl�rung.  

Es wird darin ausgef�hrt, dass �ber 80 % der Weltbev�lkerung sich einer Religionsgemeinschaft zugeh�rig f�hlen und dass sich deshalb HIV/AIDS-Programme, wenn sie erfolgreich sein wollen, die Pr�senz dieser Gemeinschaften in allen Bev�lkerungsbereichen zunutze machen m�ssen.  

"Glaubensgeleitete Organisationen haben vertrauensw�rdige Leitungen, bereits etablierte Strukturen und wirksame Kommunikationsmittel auf allen Ebenen der Gesellschaft, heisst es weiter, und es wird darauf hingewiesen, dass diese Gruppen schon jetzt einen grossen Teil der Betreuung f�r AIDS-Infizierte und andere, beispielsweise f�r AIDS-Waisen leisten.  

Das Team r�umte ein, dass Religionsgemeinschaften die �bertragungsweisen von AIDS "allzu oft schamhaft verschweigen". Diese Gemeinschaften haben aber andererseits die M�glichkeit, Ver�nderungen in den Verhaltensweisen zu bewirken, denn "Sexualverhalten wird von moralischen und religi�sen �berzeugungen tiefgreifend beeinflusst".  

Die Regierungsvertreter wurden zugleich daran erinnert, dass AIDS und seine verheerenden Auswirkungen einzelne Menschen und Gemeinschaften in "geistliche Not" st�rzen, auf die glaubensgeleitete Organisationen besonders gut eingehen k�nnen.  

F�r Viele, die mit AIDS zu tun haben, so Benn, stellen glaubensgeleitete Organisationen allerdings "eher ein Problem als einen Gewinn" dar, und das "vor allem wegen ihrer Einstellung zu Kondomen".  

Es ist wenig ergiebig, die Debatte �ber die AIDS-Pr�vention auf eine Kondomdiskussion zu reduzieren; das Team, so f�hrte er aus, hat mit seiner Erkl�rung den Versuch unternommen, die Diskussion aus dieser Sackgasse herauszuf�hren.  

In der Erkl�rung wird ein ganzheitliches Konzept f�r die Pr�vention gefordert, das vor allem auf eheliche Treue und Enthaltsamkeit ausserhalb der Ehe setzt. Das Team tritt aber zugleich daf�r ein, bei denen, die sich nicht in der Lage f�hlen oder nicht bereit sind, sich an diese Regeln zu halten, f�r die Benutzung von Kondomen zu werben. Die Erkl�rung fordert nachdr�cklich freiwillige Tests und Beratung als Schritte zu verantwortungsvollerem Verhalten.  

Das �RK-Team f�hrte Uganda als Beispiel f�r die Zusammenarbeit der Regierung mit der religi�sen Gemeinschaft an, denn das dort angewandte ganzheitliche Konzept hat bereits zu einer sp�rbaren Verringerung der Neuinfektionen gef�hrt.  

Byamugisha, dessen Frau im Jahre 1991an einer mit AIDS zusammenh�ngenden Krankheit starb und der im vergangenen Jahr durch einen Test erfuhr, dass er selbst HIV-positiv ist, trug die Position des �RK-Teams im Rahmen der UN-Konsultationen m�ndlich vor. In Uganda hat das "gemeinsame Pr�ventionskonzept" zu "mehr Enthaltsamkeit, weniger Gelegenheitssex und einem h�ufigeren Gebrauch von Kondomen gef�hrt", berichtete er den Teilnehmenden der Konsultation.  

Die Konsultationen befassten sich vor allem mit einem Bericht des UN-Generalsekret�rs; f�r Mai ist eine zweite Tagungswoche vorgesehen, in der ein Aktionspapier f�r die Sondertagung im Juni formuliert werden soll.  

In seiner W�rdigung dieses Berichts wies das �RK-Team allerdings darauf hin, dass glaubensgeleitete Organisationen darin zu wenig Beachtung f�nden; sie w�rden eher mit anderen Nichtregierungsorganisationen zusammengeworfen denn dass auf ihre spezifische Bedeutung verwiesen w�rde. Auch werde in einem Abschnitt �ber Pr�vention mehr f�r Kondome geworben anstatt auf ein ganzheitliches Konzept zu dr�ngen, das auch eheliche Treue und Enthaltsamkeit einschliesst.  

Das �RK-Team konnte sich auf �kumenische Bem�hungen st�tzen, die seit den 80er Jahren zur HIV/AIDS-Problematik unternommen worden sind. Eine Informationsbrosch�re f�r Gesundheitspersonal aus dem Jahre 1987 wurde in 55 Sprachen �bersetzt und weit verbreitet. Im Jahre 1996 hat der �RK-Zentralausschuss eine Erkl�rung herausgegeben, in der die Kirchen aufgefordert werden, sich dieser Problematik dringend anzunehmen und zu handeln. Seither sind die Aufkl�rungsbem�hungen weitergegangen, und im Juli vergangenen Jahres nahm ein 8-k�pfiges �RK-Team an der Internationalen AIDS-Konferenz in Durban, S�dafrika, teil.  

Ferner wird ein �RK-Team an den Konsultationen im Mai wie auch an der Tagung der Generalversammlung im Juni teilnehmen. 

Weitere Informationen erhalten Sie von:  Karin Achtelstetter, Medienbeauftragte      
Tel.:  (+41.22) 791.61.53    Handy:  (+41) 79.284.52.12

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Der �kumenische Rat der Kirchen (�RK) ist eine Gemeinschaft von 342 Kirchen in �ber 100 L�ndern auf allen Kontinenten und aus praktisch allen christlichen Traditionen. Die r�misch-katholische Kirche ist keine Mitgliedskirche, arbeitet aber mit dem �RK zusammen. Oberstes Leitungsorgan ist die Vollversammlung, die ungef�hr alle sieben Jahre zusammentritt. Der �RK wurde 1948 in Amsterdam (Niederlande) offiziell gegr�ndet. An der Spitze der Mitarbeiterschaft steht Generalsekret�r Konrad Raiser von der Evangelischen Kirche in Deutschland.

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