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Katholische Kirche will Sekteninvasion stoppen


From [email protected]
Date 20 Apr 2001 11:54:54

20. April 2001
Adventistischer Pressedienst (APD)
Christian B. Schaeffler, Chefredakteur
Fax +41-61-261 61 18
[email protected]
http://www.stanet.ch/APD
CH-4003 Basel, Schweiz

Katholische Kirche in Lateinamerika will Invasion 
der Sekten stoppen

Basel/Schweiz.    Mit Bibeln und einem verst�rkten 
Engagement von Laien will die  katholische Kirche 
in Lateinamerika die Invasion der Sekten stoppen. 
Ein "wirkliches Problem" nannte der Sekret�r des 
Rates der lateinamerikanischen Bisch�fe (CELAM), 
Jorge Enrique Jim�nez Carvajal,  gegen�ber dem 
internationalen Hilfswerk "Kirche in 
Not/Ostpriesterhilfe" in K�nigstein (Deutschland) 
den rasanten Vormarsch der Sekten in den 22 
L�ndern des Subkontinents. In Brasilien, wo sich 
rund 75  Prozent der 166 Millionen Einwohner zum 
Katholizismus bekennen, sei die Lage besonders 
alarmierend.

Viele Sekten verf�gten �ber ein beachtliches 
Verm�gen, da sich die  Mitglieder dazu 
verpflichten m�ssten, zehn Prozent ihres 
Einkommens an die Organisationen abzugeben. 
Weitere Gelder w�rden die Sekten von Mitgliedern 
aus Nordamerika erhalten. Nach Einsch�tzung des 
CELAM-Sekret�rs ist es �usserst Besorgnis 
erregend, dass die finanzkr�ftigen Sekten in 
zunehmendem Masse versuchten, sowohl in der 
Legislative als auch in der Exekutive politischen 
Einfluss zu erringen. In fast allen Parlamenten 
Lateinamerikas seien heute bereits 
"Sektenpastoren" t�tig.

Diese nicht genau definierte Verwendung des 
Begriffs "Sekte" durch CELAM-Vertreter ist nicht 
neu. Die lateinamerikanischen Bisch�fe haben damit 
jedoch meist die zahlenm�ssig stark wachsenden 
evangelischen Kirchen und Gemeinschaften im 
Visier, die zum Teil noch mit ihren 
nordamerikanischen Mutterkirchen verbunden sind. 
Die lateinamerikanischen Pfingstkirchen und die 
unabh�ngigen evangelikalen Gemeinden werden aber 
heute kaum mehr von nordamerikanischen 
Gruppierungen kontrolliert oder gar manipuliert. 
Vielmehr unternehmen immer mehr Nordamerikaner 
"Pilgerfahrten" in L�nder wie Argentinien und 
Brasilien, um etwas �ber Erweckung und Bef�higung 
der Laien in den dortigen Erweckungsbewegungen zu 
lernen.

�ber die Gefahren des Spiritismus �ussert sich der 
Bischofsrat nicht, obwohl die moderne 
spiritistische Bewegung, besonders in Brasilien, 
schneller w�chst als die dortigen Pfingstkirchen. 

Mit der Verbreitung von Bibeln versucht nun die 
r�misch-katholische Kirche, der  religi�sen 
Unkenntnis entgegenzuwirken und eine weitere 
Abwanderung ihrer Gl�ubigen zu verhindern. Ziel 
sei es, betonte Jim�nez, dass jede 
lateinamerikanische Familie im Besitz einer Bibel 
sei. Allein im vergangenen Jahr schickte "Kirche 
in Not/Ostpriesterhilfe" 415.000 Kinderbibeln 
sowie 317.000 Exemplare des "Kleinen Katechismus" 
nach Lateinamerika und finanzierte den Kauf und 
Versand von 75.000 Exemplaren der "Biblia 
Latinoam�rica",  um die pastorale Arbeit der 
Priester vor Ort zu unterst�tzen.

Des Weiteren wollen die Gemeinden den anhaltenden 
Priestermangel durch ein verst�rktes Engagement 
von Laien kompensieren. Zwar sei die Anzahl der 
Berufungen in den letzten Jahren kontinuierlich 
gestiegen, aber die finanziellen Ressourcen 
reichten nicht aus, um gen�gend Priester 
auszubilden. 

Die Bibelverbreitung und das starke Engagement der 
Laien z�hlen bekanntlich zu den wichtigsten 
Instrumenten der erfolgreichen protestantischen 
Missionsarbeit in S�damerika, die in den letzten 
Jahrzehnten zu einem explosiven Wachstum bei den 
evangelikalen und fundamentalistisch gepr�gten 
Freikirchen sowie pfingstkirchlichen Gemeinschaften 
in den lateinamerikanischen L�ndern gef�hrt haben. Die 
Evangelikalen sind zu einer dynamischen neuen Kraft 
f�r die Erneuerung der politischen und wirtschaftlichen 
Strukturen Lateinamerikas geworden und spielen 
insgesamt eine wichtige Rolle in Gesellschaft und 
Politik. Das Bibellesen spielt nach wie vor in der 
Entwicklung der Pfingstbewegung und in den 
kirchlichen Basisgemeinden eine wichtige Rolle. 
[Redaktion: Christian B. Sch�ffler f�r APD]


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