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Feierliche Eroeffnung der LWB-Ratstagung in Genf


From "Frank Imhoff" <FRANKI@ELCA.ORG>
Date Mon, 11 Jun 2001 17:10:35 -0500

KEK- Generalsekretaer Clements ruft zu Versoehnung und Einheit auf

LWB-Ratstagung in Genf, Schweiz, 12. * 19. Juni 2001
PRESSEMITTEILUNG NR: 02

Genf, 11. Juni 2001 (LWI) - Mit einem feierlichen Gottesdienst wurde
heute in der Dorfkirche von Commugny bei Genf, Schweiz, die
diesjaehrige Ratstagung des Lutherischen Weltbundes (LWB) eroeffnet.
Die Ratstagung vom 12. bis 19. Juni 2001 in Chavannes-de-Bogis bei
Genf steht unter dem Motto: *Die Kirche * berufen zum Dienst der
Versoehnung", einem Vorschlag der Evangelisch-Lutherischen Kirche in
Jordanien (ELKJ). Der Rat des LWB hatte auf seiner Tagung im Juni
2000 im finnischen Turku entschieden, die Ratstagung in diesem Jahr
auf Einladung der ELKJ in Jerusalem abzuhalten, verlegte den
Tagungsort jedoch aufgrund des tragischen Konflikts im Nahen Osten im
Februar 2001 von Israel/Palaestina in die Schweiz. Das von der ELKJ
vorgeschlagene Thema wurde beibehalten. Die Situation in
Israel/Palaestina bildet einen der Schwerpunkte der Diskussionen der
Ratstagung.

In seiner Predigt im Eroeffnungsgottesdienst der LWB-Ratstagung
betonte der Generalsekretaer der Konferenz Europaeischer Kirchen
(KEK), Pfr. Dr. Keith Clements, die vielfach von Leid und Gewalt
gepraegte Kirchengeschichte der christlichen Konfessionen. Im Namen
der Religionen seien Kriege gefuehrt worden, ChristInnen haetten
einander in den vergangenen Jahrhunderten verdammt, gegeneinander
Lehrverurteilungen ausgesprochen und einander verbrannt. Auch seien
die grossen lutherischen Kirchen in Europa und die kleieren
evangelikalen Gemeinschaften sich nicht immer freundlich gesonnen
gewesen. Er als Baptist sei, so Clements einleitend, Martin Luther
sehr dankbar, denn er habe der Reformation zu einem guten Anfang
verholfen.

Die Vergangenheit sei nicht ungeschehen zu machen, unterstrich
Clements, doch koenne sie neu bewertet und reflektiert werden. Eine
Moeglichkeit der Wiedergutmachung sei, sich heute um Versoehnung und
Einheit zu bemuehen. Die Unterzeichnung der Gemeinsamen Erklaerung
zur Rechtfertigungslehre (GE) 1999 in Augsburg sei ein besonders
gutes Zeichen fuer Europa, die weltweite lutherische Gemeinschaft und
die roemisch-katholische Kirche gewesen, erklaerte der
KEK-Generalsekretaer.

Ein fuer ihn persoenlich besonders eindrucksvolles Bild der
Versoehnung habe er waehrend eines Besuches der Grabeskirche in
Jerusalem erlebt, so KEK-Generalsekretaer Clements. Mit PilgerInnen
aus Nord- und Suedirland habe er das Zentrum der Grabeskirche
betreten wollen, als ihn ein katholischer Teilnehmer der Pilgerfahrt
bat, ihm den Vortritt zu lassen. Nur drei Personen sei es gestattet,
gleichzeitig die heilige Grabstaette zu betreten, so Clements. Er
habe dem katholischen Vertreter den Vortritt gelassen und so haetten
ein irischer Protestant, ein irischer Katholik und ein irischer
Anglikaner gemeinsam am heiligsten Platz der Christenheit gebetet.

Der Aufschrei den Leidenden in den Konflikten weltweit, der
Tragoedien in Ruanda, im Kongo, im frueheren Jugoslawien, in Sri
Lanka, der West Bank und dem Gazastreifen sei fuer alle ChristInnen
Aufruf und Verpflichtung, sich der Berufung bewusst zu werden, fuer
Gerechtigkeit einzutreten und ein *Beispiel zu geben fuer Frieden und
Versoehnung", betonte KEK-Generalsekretaer Clements.

Clements erinnerte an die Unterzeichnung der *Charta Oecumenica", die
am 22. April von den Kirchen Europas im franzoesischen Strassburg
verabschiedet wurde. Sie sei ein Aufruf zur Einheit der Kirchen. In
der oekumenischen Charta verpflichten sich die Kirchen, Frieden und
soziale Gerechtigkeit auf dem Kontinent zu foerder und fuer die
kirchliche Einheit einzutreten. Zugleich wird die Verantwortung fuer
die Armen in aller Welt hervorgehoben. Die Einheit unter den Kirchen
sei Voraussetzung fuer Frieden unter den Nationen, heisst es in der
Charta. Die Trennung der Christenheit soll langfristig ueberwunden
werden. Fuer die Kirchen sei notwendig, so Clements, im wirklichen
Leben eine wahre Gemeinschaft versoehnter und versoehnender Menschen
zu sein.

Eines der zentralen Themen der LWB-Ratstagung sei das Thema
Globalisierung, so der KEK-Generalsekretaer. In Europa gehe es vielen
Menschen sehr gut mit der neuen globalen Marktwirtschaft aber viele
andere wuerden unter ihr leiden. Die Versprechungen unbegrenzter
Moeglichkeiten, die uns als Konsumenten offenstuenden, seien eine
Gefahr, *denn wir leben in einer begrenzten Welt mit begrenzten
Ressourcen", so Clements. Diese begrenzten Ressourcen muessten in der
Gemeinschaft geteilt werden.

An der LWB-Ratstagung nehmen 96 VertreterInnen der 131
LWB-Mitgliedskirchen aus 72 Laendern und 77 MitarbeiterInnen des LWB,
DolmetscherInnen, Stewards, PressevertreterInnen und Gaeste teil. Der
jaehrlich tagende LWB-Rat ist das hoechste Gremium zwischen den in
der Regel alle sechs Jahre stattfindenden Vollversammlungen des LWB.
Der Rat besteht aus einem Praesidenten/einer Praesidentin und 48
Mitgliedern und wird von der Vollversammlung gewaehlt. Der
Lutherische Weltbund umfasst zur Zeit insgesamt 131 Mitgliedskirchen
in 72 Laendern und vertritt rund 60,2 Millionen der weltweit knapp 64
Millionen LutheranerInnen. (692 Woerter)

Waehrend der LWB-Ratstagung erreichen Sie das LWB-Kommunikationsbuero
ueber den
Mobilfunk-Anschluss: +41 - 78 - 666 27 33

*       *       *

Der Lutherische Weltbund (LWB) ist eine Gemeinschaft lutherischer
Kirchen weltweit. 1947 in Lund (Schweden) gegruendet, zaehlt er
inzwischen 131 Mitgliedskirchen, denen rund 60,2 der weltweit knapp
64 Millionen LutheranerInnen in 72 Laendern angehoeren. Das
LWB-Sekretariat befindet sich in Genf (Schweiz). Das ermoeglicht eine
enge Zusammenarbeit mit demOekumenischen Rat der Kirchen (OeRK) und
anderen weltweiten christlichen Organisationen. Der LWB handelt als
Organ seiner Mitgliedskirchen in Bereichen gemeinsamen Interesses, z.
B. oekumenische Beziehungen, Theologie, humanitaere Hilfe,
Menschenrechte, Kommunikation und verschiedene Aspekte von Missions-
und Entwicklungsarbeit.

Die LUTHERISCHE WELT-INFORMATION wird als Informationsdienst des
Lutherischen Weltbundes (LWB) herausgegeben. Veroeffentlichtes
Material gibt, falls dies nicht besonders vermerkt ist, nicht die
Haltung oder Meinung des LWB oder seiner Arbeitseinheiten wieder. Die
mit "LWI" gekennzeichneten Beitraege koennen kostenlos mit
Quellenangabe abgedruckt werden.

***
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Postfach 2100, CH-1211 Genf 2, Schweiz
Deutsche Redaktion: Dirk-Michael Groetzsch
E-Mail: dmg@lutheranworld.org
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