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LWB-Abteilung fuer Weltdienst soll unabhaengiger werden


From "Frank Imhoff" <franki@elca.org>
Date Sun, 17 Jun 2001 08:38:23 -0500

Strategie und Prioritaeten fuer die naechsten fuenf Jahre werden
festgelegt

Genf, 16. Juni 2001 (LWI/epd) - Der internationale Katastrophen- und
Entwicklungsdienst des Lutherischen Weltbundes (LWB) soll nach
Vorschlaegen einer Beratergruppe eine neue Organisationsform erhalten.
Ziel seien mehr Selbstaendigkeit und kuerzere Entscheidungswege der
jetzigen LWB-Abteilung fuer Weltdienst (AWD), sagte Abteilungsdirektor
Rudolf Hinz gegenueber epd (Evangelischer Pressedienst) waehrend der
LWB-Ratssitzung in Chavannes-de-Bogis bei Genf.

Ausgangspunkt der empfohlenen Reformen sei eine kritische Analyse der
groessten LWB-Abteilung durch externe BeraterInnen gewesen. Sie haetten
zwei Vorschlaege erarbeitet. Entweder solle der Weltdienst mit seinen
weltweit rund 5.600 MitarbeiterInnen eine unabhaengige Stiftung
innerhalb der lutherischen Gemeinschaft oder aber ein "Spezialprogramm"
im Genfer LWB-Sekretariat werden.

Er befuerworte ebenso wie der Staendige Ausschuss der Abteilung fuer
Weltdienst den zweiten Vorschlag, betonte Hinz. Bei dieser Variante
koennte die wichtige Verbindung zu den anderen LWB-Abteilungen
aufrechterhalten werden. Der Staendige Ausschuss ist ein vom LWB-Rat
eingesetztes Leitungsgremium, dem Mitglieder westlicher kirchlicher
Hilfswerke und Kirchen der Dritten Welt und Osteuropas angehoeren.

Nach den im Rat zu diskutierenden Empfehlungen des Staendigen
Ausschusses soll der Weltdienst einen eigenen Haushalt erhalten. Bisher
ist der Haushalt der Abteilung fuer Weltdienst in den Gesamthushalt des
Genfer LWB-Sekretariats integriert. Das Gesamtvolumen des Haushalt der
Abteilung, die in 28 Laendern Nothilfe-, Fluechtlings- und
Wiederaufbauprojekte betreut, macht bei einem Volumen von rund 90
Millionen US-Dollar rund 84 Prozent der Gesamtausgaben des LWB aus.

Der neue Weltdienst soll weiter unabhaengige Entscheidungen zum Beispiel
im Bereich Personal oder Ausbildung treffen koennen. Der Direktor oder
die Direktorin soll die gesamte Fuehrungsverantwortung tragen.
Vorgeschlagen wird ferner, dass der "Staendige Ausschuss" die Arbeit des
Weltdienstes bestimmt und direkt dem Rat als dem hoechsten
LWB-Leitungsgremium zwischen den alle sechs Jahre stattfindenden
Vollversammlungen Bericht erstattet.

Die Entscheidung ueber eine andere Organisationsstruktur koennte Hinz
zufolge bereits im naechsten Jahr vom LWB-Rat getroffen werden.
Unabhaengig davon sei AWD dabei, einen weiteren Vorschlag der
BeraterInnen umzusetzen. Sie haetten mangelnde Strategie-Planung fuer
die Zukunft des Weltdienstes kritisiert. Jetzt sei die Abteilung dabei,
die Prioritaeten fuer die naechsten fuenf Jahre festzulegen. Der
Weltdienst greife auch die Anregung auf, immer staerker mit
Partnerorganisationen in den Not leidenden Laendern zusammenzuarbeiten
und seine operationale Qualitaet so neu zu definieren. (359 Woerter)

(Dieser Artikel basiert auf einem Beitrag von epd - Evangelischer
Pressedienst.)

Die LWB-Ratstagung vom 12. bis 19. Juni 2001 in Chavannes-de-Bogis bei
Genf steht unter dem Thema: "Die Kirche - berufen zum Dienst der
Versoehnung", einem Vorschlag der Evangelisch-Lutherischen Kirche in
Jordanien (ELKJ). Der Rat des LWB hatte auf seiner Tagung im Juni 2000
im finnischen Turku entschieden, die Ratstagung in diesem Jahr auf
Einladung der ELKJ in Jerusalem abzuhalten, verlegte den Tagungsort
jedoch aufgrund des tragischen Konflikts im Nahen Osten von
Israel/Palaestina in die Schweiz.

An der LWB-Ratstagung vom 12. bis 19. Juni in Genf nehmen 96
VertreterInnen der 131 LWB-Mitgliedskirchen aus 72 Laendern ud 77
MitarbeiterInnen des LWB, DolmetscherInnen, Stewards,
PressevertreterInnen und Gaeste teil. Der jaehrlich tagende LWB-Rat ist
das hoechste Gremium zwischen den in der Regel alle sechs Jahre
stattfindenden Vollversammlungen des LWB. Er besteht aus einem
Praesidenten/einer Praesidentin und 48 Mitgliedern und wird von der
Vollversammlung gewaehlt. Der Lutherische Weltbund umfasst zur Zeit
insgesamt 131 Mitgliedskirchen in 72 Laendern und vertritt rund 60,2
Millionen der weltweit knapp 64 Millionen LutheranerInnen.

*       *       *

Der Lutherische Weltbund (LWB) ist eine Gemeinschaft lutherischer
Kirchen weltweit. 1947 in Lund (Schweden) gegruendet, zaehlt er
inzwischen 131 Mitgliedskirchen, denen rund 60,2 der weltweit knapp 64
Millionen LutheranerInnen in 72 Laendern angehoeren. Das LWB-Sekretariat
befindet sich in Genf (Schweiz). Das ermoeglicht eine enge
Zusammenarbeit mit dem Oekumenischen Rat der Kirchen (OeRK) und anderen
weltweiten christlichen Organisationen. Der LWB handelt als Organ seiner
Mitgliedskirchen in Bereichen gemeinsamen Interesses, z. B. oekumenische
Beziehungen, Theologie, humanitaere Hilfe, Menschenrechte, Kommunikation
und verschiedene Aspekte von Missions- und Entwicklungsarbeit.

Die LUTHERISCHE WELT-INFORMATION wird als Informationsdienst des
Lutherischen Weltbundes (LWB) herausgegeben. Veroeffentlichtes Material
gibt, falls dies nicht besonders vermerkt ist, nicht die Haltung oder
Meinung des LWB oder seiner Arbeitseinheiten wieder. Die mit "LWI"
gekennzeichneten Beitraege koennen kostenlos mit Quellenangabe
abgedruckt werden.

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