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LWB-Studienteam eroertert lutherische "Grammatik" fuer den


From "Frank Imhoff" <frank_imhoff@elca.org>
Date Wed, 11 Aug 2004 07:20:36 -0500

LWB-Studienteam eroertert lutherische "Grammatik" fuer den Umgang mit
aktuellen ethischen Fragen
Vielfalt kultureller Wahrnehmungen gemeinsamer Probleme
 
Nuernberg (Deutschland)/Genf, 11. August 2004 (LWI) - Ein Studienteam
des Lutherischen Weltbundes (LWB), das sich mit dem interkulturellen
Umgang mit ethischen Themen befasst, hat auf seiner Tagung vom 19. bis
24. Juli in Nuernberg (Deutschland) eine so genannte lutherische
"Grammatik" diskutiert, mit deren Hilfe Herausforderungen in ihrem
jeweiligen Kontext bewaeltigt werden koennten.
 
Zum Studienteam der LWB-Abteilung fuer Theologie und Studien (ATS)
gehoeren EthikerInnen aus Brasilien, China (Hongkong), Deutschland,
Schweden, Suedafrika, Ungarn und den USA. Es setzte Schwerpunkte bei
bekannten Themen wie etwa der Berufung, hob aber auch neue Fragen
hervor, so zum Beispiel die buergerliche Verantwortung auf der globalen
Ebene.
 
Am zweiten internationalen Treffen des ATS-Studienteams nahmen auch
Professor Dr. Hans G. Ulrich von der Universitaet Erlangen (Deutschland)
und Pfarrerin Dr. Wanda Deifelt von der Evangelischen Kirche
Lutherischen Bekenntnisses in Brasilien teil, die die Notwendigkeit
aufzeigten, Fehlentwicklungen der lutherischen Tradition zu korrigieren.
 
In anderen Sitzungen des Studienteams loesten verschiedene Papiere, die
von Teammitgliedern vorgelegt wurden, erwartungsgemaess intensive
Diskussionen aus. "Themen, wie Demokratie, Eigentum, genetisch
veraenderte Lebensmittel, Erziehung oder Sexualitaet, koennen in der
afrikanischen, mittel- und osteuropaeischen oder asiatischen Kultur in
sehr unterschiedlichen Perspektiven angegangen werden", bemerkte
Pfarrerin Dr. Karen Bloomquist, die fuer die Studie zustaendige
ATS-Direktorin. "Aber auf dieser Tagung begannen sich auch interessante
Konvergenzpunkte herauszubilden", so Bloomquist.
 
Dr. Yuen Waiman, Professor am Lutherischen Theologischen Seminar in
Hongkong, erklaerte: "Was fuer einen Deutschen vielleicht provozierend
wirkt, ist fuer einen chinesischen Christen eine Frage des realistischen
Ueberlebens." Eine Konvergenz schien sich abzuzeichnen, als Dr. Andras
Csepregi von der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Ungarn die Frage
stellte: "Wie koennen Freiheit und Gemeinschaft in Laendern wie Ungarn
oder Hongkong koexistieren?"
 
Das Studienteam diskutierte darueber, wie vormoderne, moderne und
spaetmoderne Einstellungen zu ethischen Fragen in der heutigen
globalisierten Welt in so komplexer Weise aufeinander treffen, dass der
Eindruck entsteht, als lebten wir "in vielen Welten". "Trotz allem ist
es Gottes eine Welt", betonte Bischof Dr. Moeahabo Phillip Moila von der
Evangelisch-Lutherischen Kirche im Suedlichen Afrika.
 
TeilnehmerInnen der Sommerkurse des Missionswerks der
Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern aus asiatischen und
afrikanischen LWB-Mitgliedskirchen tauschten sich mit dem Studienteam
darueber aus, welche neue ethischen Probleme in ihrem jeweiligen Kontext
entstehen. "Ihre Arbeit interessiert uns sehr", so Pfr. Sivin Kit von
der Lutherischen Kirche in Malaysia, "und wir hoffen, dass es moeglich
sein wird, mit Hilfe ihrer Diskussionen und der Ergebnisse einen
breiteren Lernprozess zu ermoeglichen".
 
Die Abschlusstagung des Studienteams ist fuer Maerz 2005 in Suedafrika
vorgesehen. Der Arbeitstitel fuer die geplante Veroeffentlichung der
Studienergebnisse lautet "Ethics at the Intersections of God's World"
(Ethik an den Schnittpunkten von Gottes Welt). (435 Woerter)
 
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Der Lutherische Weltbund (LWB) ist eine Gemeinschaft lutherischer
Kirchen weltweit. 1947 in Lund (Schweden) gegruendet, zaehlt er
inzwischen 136 Mitgliedskirchen, denen rund 62,3 Millionen der weltweit
knapp 66 Millionen LutheranerInnen in 76 Laendern angehoeren.
Das LWB-Sekretariat befindet sich in Genf (Schweiz). Das ermoeglicht
eine enge Zusammenarbeit mit dem Oekumenischen Rat der Kirchen (OeRK)
und anderen weltweiten christlichen Organisationen. Der LWB handelt als
Organ seiner Mitgliedskirchen in Bereichen gemeinsamen Interesses, z. B.
oekumenische und interreligioese Beziehungen, Theologie, humanitaere
Hilfe, Menschenrechte, Kommunikation und verschiedene Aspekte von
Missions- und Entwicklungsarbeit.
 
Die LUTHERISCHE WELT-INFORMATION (LWI) wird als Informationsdienst des
Lutherischen Weltbundes (LWB) herausgegeben. Veroeffentlichtes Material
gibt, falls dies nicht besonders vermerkt ist, nicht die Haltung oder
Meinung des LWB oder seiner Arbeitseinheiten wieder. Die mit "LWI"
gekennzeichneten Beitraege koennen kostenlos mit Quellenangabe
abgedruckt werden. 
 
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LWI online unter: www.lutheranworld.org/News/Welcome.DE.html

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